Deutsche UNESCO Kommission e.V.

SCHRIFTGRÖSSE

Juli 2009


BUGA 2009: Schwäbische Alb präsentiert regionale Nachhaltigkeit

LUTZ MÖLLER

Biosphärenreservate sind weltweit herausragende Regionen, in denen nachhaltige Entwicklung vorgelebt wird. Alle zwei Wochen präsentiert sich auf der Bundesgartenschau in Schwerin ein anderes deutsches Biosphärenreservat. Bis zum 26. Juli zeigt das Biosphärenreservat Schwäbische Alb, warum Nachhaltigkeit ein Thema zum Anfassen ist.

Stand der Biosphärenreservate auf der BuGa
Foto © DUK

Nachhaltigkeit hat viele Aspekte - es geht um einen langfristig tragfähigen Ressourcenverbrauch, um einen Umgang mit der Natur, der ihre wertvollen Dienste intakt lässt. Es geht auch um ein funktionierendes gesellschaftliches Miteinander zwischen den Generationen und um zukunftsfähige Wirtschaftsformen. Alle diese Nachhaltigkeitsaspekte sind Themen der UNESCO-Biosphärenreservate. Und sie haben eine immer stärkere Bedeutung. Das zeigte auch der Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel am 15. Juli auf der Bundesgartenschau. Dort präsentiert die Schwäbische Alb Projekte zur nachhaltigen Entwicklung anhand der Beispiele Wald und Streuobst – es sind zwei Projekte von vielen des neuen Biosphärenreservats, das von der UNESCO vor zwei Monaten anerkannt wurde.

Die Schwäbische Alb ist seit Jahren mit Projekten nachhaltiger Land- und Forstwirtschaft erfolgreich, die oft durch das Land Baden-Württemberg und die EU gefördert wurden. "Albkorn" etwa ist ein gemeinsames Vermarktungsprojekt von 40 Landwirten, einer Mühle und neun Bäckereien. Regionale Säfte, Cidre oder auch Kernholz werden ebenso erfolgreich vermarktet, dazu kommen Alb-Mozarella, Albwacholder, Dinkel- und Emmernudeln oder Albschnecken. Im Einzelhandel findet man das "Regionale Regal" oder das "Biosphärenlädle". Nachhaltiger Tourismus wird unterstützt durch Infozentren, den Radwanderweg "Albhoftour" oder 19 Wanderreitstationen. Ein "Biosphärenbus" fährt Besucher und Einheimische durch das Gebiet.

Der BuGA-Stand von Nahem
Fot © DUK

Auch das Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft zeigt vom 27. Juli bis 9. August, wie vielfältig Nachhaltigkeit sein kann. Es blickt auf 13 Jahre UNESCO-Anerkennung zurück. Hier, nordöstlich von Dresden, findet sich die größte zusammenhängende Teichlandschaft Deutschlands. Karpfen wurden in den Teichen schon seit dem 13. Jahrhundert gefischt und für den sächsischen Hof gezüchtet. Das Biosphärenreservat soll diese von Menschen in Jahrhunderten gestaltete Kulturlandschaft durch nachhaltige Nutzung auch für die Zukunft erhalten. Fischotter, Seeadler, Kranich und Seerosen sollen auch künftig hier Lebensraum finden.

Im Jahr 2008 kam im Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft ein neues Produkt auf den Markt: der Biokarpfen. Eine ökologische Teichwirtschaft wirkt sich positiv auf die Gewässerqualität aus. Der Biokarpfen wird so erzeugt, dass die artenreiche Tier- und Pflanzenwelt erhalten bleibt. Er ist also ein ausgesprochen umweltschonend produziertes Lebensmittel. Am 13. September 2008 wurde der erste Biokarpfen öffentlich versteigert - für 350 Euro. Die Gewässerqualität hat auch ein Projekt verbessert, das Ende 2008 zur Stabilisierung eines Moores durchgeführt und von Danone Waters in Kooperation mit der UNESCO und der Deutschen UNESCO-Kommission gefördert wurde.


unesco heute online • Redaktion: Dieter Offenhäußer / Kurt Schlünkes
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