Juni 2009
UNESCO-Welterbetag im Kloster Maulbronn
Judith Herrmann
Das Kloster Maulbronn war Gastgeber des fünften UNESCO-Welterbetags am 7. Juni 2009. Unter dem Motto "Wir haben geerbt" feierten rund 12.000 Besucher den Tag mit vielseitigem Kulturprogramm.
Rund um das Kloster zeigten Handwerker, wie sie die kostbare historische Architektur erhalten. Vorträge beschäftigten sich mit der Geschichte und Bedeutung der 860 Jahre alten Klosteranlage. Zisterzienserinnen aus dem Kloster Lichtental erzählten von ihrem Alltag. Zum ersten Mal trafen sich die berühmtesten Zisterzienserklöster Europas an einem Ort. Auf dem Welterbetag stellten sich die Klöster Fontenay (Frankreich), Alcobaça (Portugal) und Poblet (Spanien) vor. Auch über den traditionellen Weinbau und die Landwirtschaft der Zisterzienser konnten sich die Besucher informieren. In der Klosterkirche stand Geistliches und Musikalisches auf dem Programm. Die Museumspädagogen des Klosters veranstalteten ein Programm für Kinder. Es gab kostenlose Sonderführungen und eine Fotoausstellung zum UNESCO-Welterbe.
Ministerpräsident Günther Oettinger, Schirmherr des diesjährigen Welterbetags, sagte in seiner Eröffnungsrede: "Der UNESCO-Welterbetag ist eine gute Gelegenheit, uns auf unsere historischen Wurzeln zu besinnen". Mit der Aufnahme einer Kulturstätte in die Welterbeliste der UNESCO werde ihre Bedeutung für die gesamte Menschheit hervorgehoben. Dieses Erbe zu erhalten, sei eine besondere Verpflichtung. Das Land Baden-Württemberg habe seit der Aufnahme des Klosters in die Liste des Welterbes mehr als 23 Millionen Euro in die Erhaltung der Klosteranlage Maulbronn investiert.
Minister a.D. Walter Hirche, Präsident der Deutschen UNESCO-Kommission, hob die Bedeutung des Welterbes für die kulturelle Bildung hervor. "Das Welterbe muss als Möglichkeit für Dialog und Begegnung verstanden werden. Es kann den Menschen die eigene Geschichte näher bringen und ihnen zugleich Respekt vermitteln für das, was andere Kulturen geschaffen haben."
Das Kloster Maulbronn steht seit 1993 auf der Welterbeliste der UNESCO. Es ist das am besten erhaltene mittelalterliche Kloster nördlich der Alpen. Bis ins Detail veranschaulicht die Klosteranlage das Leben und Arbeiten des Zisterzienserordens vom 12. bis 16. Jahrhundert.
Der Welterbetag wird auf Initiative der Deutschen UNESCO-Kommission und des UNESCO-Welterbestätten Deutschland e.V. seit 2005 jedes Jahr am ersten Sonntag im Juni bundesweit gefeiert. In jedem Jahr richtet eine andere deutsche Welterbestätte die zentrale Veranstaltung aus. Gastgeber des Welterbetags 2010 ist die Zeche Zollverein in Essen.
unesco heute online • Redaktion: Dieter Offenhäußer / Kurt Schlünkes
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