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April 2012

UNESCO feiert ersten Welttag des Jazz

Ein Symbol für Demokratie, Moderne und Freiheit

Die UNESCO feiert am 30. April 2012 erstmals den Welttag des Jazz. Damit wird eine Musikform gewürdigt, die in mehr als 100 Jahren zu einer universellen Sprache für Freiheit, Individualität und Vielfalt geworden ist. Jazz entwickelte sich vor allem aus der afroamerikanischen Musiktradition und war eine der ersten Formen populärer Musik, die global verbreitet wurde. Jazz eröffnete nahezu allen Sparten der Musik neue Möglichkeiten und verbindet bis heute Menschen über alle kulturellen Grenzen hinweg.

Internationaler Tag des Jazz
© UNESCO

Der Welttag des Jazz soll auf diese Leistungen aufmerksam machen. Zu diesem Anlass veranstaltet die UNESCO mehrere Konzerte und Workshops in Paris, New York und New Orleans. An den Veranstaltungen werden zahlreiche prominente Jazzmusiker teilnehmen, unter anderem der UNESCO-Sonderbotschafter Herbie Hancock sowie Marcus Miller, Barbara Hendricks, Hugh Masekela, Dee Dee Bridgewater und Wynton Marsalis. Zahlreiche UNESCO-Mitgliedstaaten werden den Welttag mit Aktionen und Konzerten begleiten.

Entstanden ist der Jazz um 1900 in den Südstaaten der USA. Seine Wurzeln liegen in der Befreiungsbewegung der afrikanischen Sklaven. Ein Zentrum des Jazz war die Hafenstadt New Orleans. In diesem Schmelztiegel verbanden sich der afroamerikanische Blues, Worksong und Gospel mit Musikstilen der Karibik und der Marsch- und Tanzmusik der europäischen Einwanderer. Weil viele Jazzmusiker kaum Noten lesen konnten, wurden Improvisation und Interpretation zum Stilmerkmal. Schnell verbreitete sich Jazz über die neuen Massenmedien Radio und Schallplatte in die ganze Welt.

"Jazz hat die moderne Musik revolutioniert. Er verschaffte den Afroamerikanern weltweit Gehör und machte auf ihre Lebensbedingungen und ihre Diskriminierung aufmerksam. Jazz steht wie keine andere Musikrichtung für ein Lebensgefühl, das von der Suche nach Freiheit geprägt ist", sagte Dr. Roland Bernecker, Generalsekretär der Deutschen UNESCO-Kommission.

Individualität und Spontaneität sind für alle Stile des Jazz zentrale Elemente. Diese künstlerische Freiheit wurde im 20. Jahrhundert jedoch immer wieder kritisch gesehen oder auch verboten. Denn als Alternativkultur stellte Jazz die Macht der Regierenden in Frage und damit die Kontrolle einer Gesellschaft. In den USA wurden afroamerikanische Künstler lange Zeit durch die Rassentrennung diskriminiert, im Nationalsozialismus galt Jazz als "entartete Kunst", im Kommunismus war er Ausdruck für den "kapitalistischen Lebensstil". Trotzdem stieß der Jazz immer wieder auf großes Interesse und setzte sich global mit seinem Lebensgefühl durch.

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