März 2010
Weltwassertag 2010
Sauberes Wasser für eine gesunde Welt
"Wasserqualität" ist das Thema des diesjährigen Weltwassertags der Vereinten Nationen am 22. März. Nicht nur auf die verfügbare Menge Wasser kommt es an: Sauberes Wasser ist Voraussetzung für die menschliche Gesundheit und das Funktionieren von Ökosystemen. Darauf machen zahlreiche Veranstaltungen weltweit und in Deutschland anlässlich des Weltwassertages aufmerksam. Der UN-Tag soll auch verdeutlichen, dass die Wasserqualität mit relativ geringem finanziellem Einsatz deutlich verbessert werden kann.

- © Utnapistim (Flickr CC)
Sauberes Wasser ist unerlässlich als Trinkwasser, um Lebensmittel zuzubereiten und für die landwirtschaftliche Produktion. Weltweit laufen aber täglich zwei Millionen Kubikmeter Abwasser ungefiltert in unsere Wasserreservoirs. In Entwicklungsländern werden 90 Prozent der nicht-industriellen und 70 Prozent der Industrieabwässer unbehandelt in Gewässer geleitet. Dies gefährdet nicht nur die Gesundheit der Menschen, die diesen Wasserreservoirs ihr Trinkwasser entnehmen, sondern auch das Funktionieren kompletter Ökosysteme und die biologische Vielfalt. Das Problem beschränkt sich nicht auf Entwicklungsländer: In Frankreich ergab eine aktuelle Studie des nationalen Gesundheitsministeriums, dass drei Millionen Menschen, immerhin 5,8 Prozent der Bevölkerung, keinen Zugang zu Wasser nach den Standards der Weltgesundheitsorganisation WHO haben.
Der Mensch braucht pro Tag mindestens 20 Liter sauberes Wasser zum Trinken und für die sanitäre Versorgung. Wenn der Wasserverbrauch für Körperhygiene und in der Küche hinzugerechnet wird, sind es täglich etwa 50 Liter. Diese Menge ist in einigen Regionen der Welt nicht in der nötigen Qualität verfügbar. Die WHO geht von vier Millionen Fällen Diarrhöe und Millionen anderer Krankheitsfälle von Cholera bis Ruhr jährlich durch schlechte Qualität des Trinkwassers aus. 1,7 Millionen Menschen – in vielen Fällen Kinder unter 5 Jahren – sterben pro Jahr an Diarrhöe.
Global gesehen nimmt die Wasserqualität durch Bevölkerungswachstum, Verstädterung und den Einsatz von Düngern und Chemikalien sogar ab. Der Klimawandel wird durch mehr Dürren und Überflutungen den Prozess noch beschleunigen. Nur in wenigen Ländern gibt es ausreichende Überwachungssysteme für Wasserqualität. Das Wassermanagement, Trainings zur angemessenen Bewirtschaftung von Wasserressourcen und der Austausch von guten Praxisbeispielen müssen daher verstärkt werden. Deutschland wird 2010 an der Bundesanstalt für Gewässerkunde in Koblenz ein Institut unter UNESCO-Schirmherrschaft einrichten, das sich auch mit diesen Fragen beschäftigt: zum Beispiel durch Veranstaltungen wie im Dezember 2009 zu "Wasser und Gesundheit". 2009 bot Deutschland zusammen mit der UNESCO zudem drei Wasser-Sommerschulen an.
Es ist viel effizienter und preiswerter, die Wasserqualität durch vorbeugende Maßnahmen sauber zu halten, als bereits verschmutztes Wasser wieder aufzubereiten. Jede neue sanitäre Entsorgungsanlage schützt die Grundwasserqualität und damit auch künftiges Trinkwasser. Abwasserkläranlagen gibt es noch immer fast nur in den reichen Ländern.
Veranstaltungen zum Weltwassertag
In Partnerschaft mit der Deutschen UNESCO-Kommission finden am Weltwassertag 2010 die folgenden Veranstaltungen statt:
- Soroptimist International Deutschland, eine Vereinigung von Frauen in verantwortlichen Positionen im Berufsleben, koordiniert im Rahmen ihrer Aktion "Wasser für Afrika" verschiedene Initiativen von Schulen und NGOs deutschlandweit. Dazu gehören Benefiz-Veranstaltungen rund um das Thema Wasser, Stadtführungen am Wasser und Schifffahrten, Benefizkonzerte und Charity-Läufe am 22. März. Das dabei gesammelte Geld geht an fünf Projekte in Somalia, Südafrika, Tansania und Zimbabwe. Diese werden Menschen Zugang zu sauberem Wasser verschaffen.
- Im UNESCO-Biosphärenreservat Spreewald wird am 22. März anlässlich des Weltwassertags die Wassersituation der Region beleuchtet. Praktische Beispiele, wie das Projekt zur nachhaltigen Wassernutzung in Kooperation mit der UNESCO, der DUK und Danone Waters, illustrieren die im Spreewald im Hinblick auf den Klimawandel immer notwendiger werdenden Wassersparmaßnahmen.
unesco heute online • Redaktion: Dieter Offenhäußer / Kurt Schlünkes
Deutsche UNESCO-Kommission e.V., Colmantstraße 15, 53115 Bonn
Telefon 0228 / 60497-0, -11 Fax 0228 / 6049730 www.unesco-heute.de




