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Wissenschaftspolitik

Warum brauchen Staaten Wissenschaft?

Wissenschaft und Forschung sind heute mehr denn je Voraussetzung dafür, dass Gesellschaften selbst über ihre Zukunft entscheiden können. Wenn eine Regierung die für ihr Land geeignete Anpassungsstrategie an den Klimawandel finden will, wenn sie Strategien für die Ansiedelung neuer Wirtschaftssektoren und für den Ausbau von Energienetzen definieren will oder wenn sie die Armut bekämpfen will, benötigt sie Beratung von Wissenschaftlern. Sie braucht Beratung aus dem eigenen Land auf dem aktuellen Stand der wissenschaftlichen Diskussion. Wenn Unternehmen auf dem Weltmarkt mehr als nur Rohstoffe und landwirtschaftliche Roherzeugnisse anbieten wollen, sind sie auf innovative Produkte und Prozesse sowie effiziente Wertschöpfungsketten angewiesen. Erfolgreiche Unternehmen beruhen auf standortnaher Forschung, Wissenschaft, Technologie und Innovation.

Was ist Wissenschaft?

Der Sektor besteht aus Hochschulen, außeruniversitären Forschungseinrichtungen, Großforschungsanlagen, Forschungseinrichtungen privater Unternehmen, Akademien, Fördereinrichtungen und Verbänden. Dazu kommen die nötigen gesetzlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen, zum Beispiel das Patentrecht, internationale Freizügigkeit, Regelungen über wissenschaftliche Veröffentlichungen, Karrierebedingungen sowie das Verhältnis von Forschung und Lehre.

Wissenschaft legt nicht nur innovative Ergebnisse vor, sondern sie ist selbst ein dynamischer Bestandteil der Gesellschaft. Wo Regierungen die Bedeutung von Wissenschaft erkannt haben, müssen sie zweierlei schaffen: verlässliche Rahmenbedingungen inklusive dauerhafter Finanzierungsstrukturen sowie einen kontinuierlichen Reform- und Innovationsprozess der Wissenschaftslandschaft selbst. Einrichtungen aus Forschung und Wissenschaft müssen im globalen Vergleich an der Front ihrer jeweiligen Disziplin stehen, müssen innovative Ergebnisse und Erkenntnisse vorlegen – wo dies nicht der Fall ist, müssen diese Einrichtungen selbst reformiert werden.

Wie kann man Wissenschaftsstrukturen schaffen?

© pollyalida (Flickr CC)

Funktionsfähige Wissenschaftsstrukturen zu schaffen ist gerade in Entwicklungsländern eine große Herausforderung, da dort nur knappe Mittel aus den Staatshaushalten bereitstehen. Es erfordert in solchen Ländern Weitblick und oft auch politischen Mut, Forschungseinrichtungen dauerhaft mit Finanzmitteln auszustatten; denn gleichzeitig drohen Hunger- oder Umweltkatastrophen. Es erfordert noch mehr Weitblick und politischen Mut, lange geförderte und im Lande womöglich renommierte Forschungseinrichtungen zu schließen, weil sie den Anschluss an aktuelle Entwicklungen verpasst haben.

Die Kluft zwischen reichen und armen Ländern wird tendenziell eher größer. Viele Staaten verfügen nicht über die Fähigkeiten zum Aufbau und Unterhalt funktionsfähiger Wissenschaftsstrukturen. Sie sind dadurch vom wissenschaftlichen Fortschritt ausgeschlossen und konsumieren technologische Produkte aus anderen Staaten, ohne wirtschaftlichen Mehrwert zu schaffen. Wo Wissenschaftsstrukturen halbwegs funktionsfähig sind, sind einzelne soziale Gruppen, Frauen oder einzelne Regionen häufig benachteiligt.

Welche Bestandteile hat Wissenschaftspolitik?

Ausgangspunkt jeglicher Wissenschaftspolitik (Science Policy) ist die Erkenntnis, dass Wissenschaft für alle Länder eine Stellschraube ist, um Armut zu mindern, Arbeitsplätze zu schaffen und die wirtschaftliche Entwicklung zu fördern. Stärken und Schwächen müssen identifiziert, Gesetze und Finanzierungsinstrumente reformiert, Forschungseinrichtungen gegründet oder geschlossen werden und die internationale Vernetzung vorangetrieben werden.

Vielen Ländern fehlen Erfahrungen zur eigenständigen Organisation solcher Politikprozesse, sie benötigen Unterstützung durch die internationale Gemeinschaft. Bei den Vereinten Nationen ist die UNESCO die bedeutendste und aktivste Organisation auf diesem Feld, neben den regionalen UN-Wirtschaftskommissionen, der Weltbank und der UNCSTD.

Welche Rolle spielt die UNESCO?

Die UNESCO schlägt ihren Mitgliedstaaten neue Wege der Wissenschaftspolitik vor und begleitet sie (derzeit mehr als 20 Staaten) bei deren Umsetzung. Sie stößt Reformen an und fördert die internationale Kooperation. Auf regionaler und internationaler Ebene schafft die UNESCO innovative Formen der Kooperation von Staaten, um den internationalen Erfahrungsaustausch zu unterstützen. Sie stärkt wichtige Akteure, wie parlamentarische Wissenschaftsausschüsse, nationale Wissenschaftsakademien oder Dachverbände. Die UNESCO arbeitet eng zusammen mit der OECD, der UNU und den regionalen UN-Wirtschaftskommissionen.

Die Arbeit der UNESCO im Bereich Wissenschaftspolitik umfasst:

  • Reformen nationaler Wissenschaftspolitik, unter Einbeziehung aller relevanten Akteure,
  • Formulierung von Empfehlungen und Politikleitfäden,
  • Aufbau von Kapazitäten und
  • Vorhersagen der Entwicklung von S&T und deren Folgen sowie Überwachung der Prognosen.

Zuständig für die Umsetzung ist die UNESCO-Abteilung Science Policy and Sustainable Development.

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