Pressemitteilung, 1. Juli 2008
UNESCO-Urkunde an die Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek verliehen
Briefwechsel des Universalgelehrten Gottfried Wilhelm Leibniz gehört zum "Memory of the World"
Am 1. Juli 2008, dem 362. Geburtstag des Universalgelehrten Gottfried Wilhelm Leibniz, fand in Hannover die Verleihung der Urkunde zur Aufnahme des Leibniz-Briefwechsels in das "Memory of the World"-Register der UNESCO statt. Im Rahmen eines Festaktes im Ballhof hat Joie Springer von der UNESCO Paris die Urkunde an den Direktor der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek Dr. Georg Ruppelt übergeben.
Anlässlich des Festakts sprachen unter anderem der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff und der Minister für Wissenschaft und Kultur Lutz Stratmann. Als Vorsitzender des Deutschen Nominierungskomitees für das UNESCO-Programm "Memory of the World" hielt Prof. Dr. Felix Leonhard die Festansprache.
Die UNESCO habe sich dem Weltdokumentenerbe zugewandt, um die Vielfalt des Gedächtnisses der Menschheit zu bewahren, so Leonhard. "In diese Vielfalt passt der Briefwechsel von Gottfried Wilhelm Leibniz sehr gut, weil Leibniz es war, der schon lange vor unserer Zeit von einer 'Bibliothek als eine Unterstützung des Gedächtnisses' gesprochen hat."
Im August 2007 hat die UNESCO den Leibniz-Briefwechsel in das Register des Weltdokumentenerbes aufgenommen als ein "einzigartiges Zeugnis der europäischen Gelehrtenrepublik im Übergang vom Barock zur frühen Aufklärung". Er umfasst mit rund 15.000 Briefen an 1.100 Korrespondenten alle wichtigen Bereiche der Wissenschaften. Die Bedeutung der Korrespondenz liegt in ihrem weltumspannenden Themenspektrum.
Das Memory of the World-Register der UNESCO umfasst 158 Dokumente aus aller Welt, darunter die 21 Thesen der Solidarnosc, die Kolonialarchive Benins, Senegals und Tansanias, der Azteken-Codex in Mexiko, die Archive des Warschauer Ghettos sowie als erste Zeugnisse des Buchdrucks die Göttinger Gutenberg-Bibel und der koreanische Frühdruck Jikji.
Dem Programm der UNESCO liegt die Idee zugrunde, "mit Vertretern anderer Nationen, Kulturen und Religionen ins Gespräch zu kommen und sich dabei über fremde Kulturen und gleichzeitig über die eigene Situation Gedanken zu machen", sagte Leonhard. Die Verleihung der Urkunde sei ein Anlass, im Sinne Gottfried Wilhelm Leibniz' "in die Diskussion zur Kultur und Bildung unserer Zeit einzutreten."
Weitere Informationen zum Memory of the World-Programm der UNESCO unter www.unesco.de/mow.html
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