Deutsche UNESCO Kommission e.V.

März 2013

Auftakt des Thüringer Themenjahres zur inklusiven Bildung

Deutsche UNESCO-Kommission übernimmt Schirmherrschaft

Das Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur hat das Themenjahr "Gemeinsam Leben. Miteinander Lernen" gestartet. Mit Veranstaltungen und Aktionen soll das Jahr dazu beitragen, inklusive Bildung stärker in die öffentliche Diskussion einzubringen und positive Erfahrungen für ein gelungenes Miteinander zu vermitteln. Schirmherrin ist die Deutsche UNESCO-Kommission.

Die Vorsitzende des Expertenkreises "Inklusive Bildung" der Deutschen UNESCO-Kommission (DUK), Ministerin a.D. Ute Erdsiek-Rave, hat das Themenjahr am 19. März 2013 gemeinsam mit Thüringens Bildungsminister Christoph Matschie im Erfurter Rathaus eröffnet.

"Erfolgreiche Bildungspolitik verhindert jegliche Ausgrenzung so früh wie möglich und fördert Chancengleichheit von Beginn an. Ich freue mich sehr, dass das Land Thüringen die inklusive Bildung mit dem heute beginnenden Themenjahr 'Gemeinsam Leben. Miteinander Lernen' in den Mittelpunkt stellt", so Ute Erdsiek-Rave, Vorsitzende des DUK-Expertenkreises "Inklusive Bildung". "Die zahlreichen Veranstaltungen in den nächsten zwölf Monaten werden dazu beitragen, dass das Verständnis für Inklusion im deutschen Bildungswesen wächst. Vielfalt ist eine wichtige Ressource für das Lernen und das gesellschaftliche Miteinander."

Im Mittelpunkt des Themenjahres steht der Leitgedanke der UN-Behindertenrechtskonvention, die eine soziale und gesellschaftliche Teilhabe aller Menschen in allen Lebensbereichen vorsieht. Thüringens Bildungsminister Christoph Matschie betont, dass Inklusion bedeutet "dabei sein können – in der Schule, auf dem Arbeitsmarkt, in Sport und Kultur sowie im politischen Leben. Die Grundlage dafür wird nicht allein durch Gesetze gelegt. Wir brauchen ein breites gesellschaftliches Verständnis."

Barrieren zügiger abbauen

Deutschland hat im internationalen Vergleich einen erheblichen Nachholbedarf beim Thema inklusive Bildung. Deshalb fordert die Deutsche UNESCO-Kommission Bund, Länder und Kommunen dazu auf, die bestehenden politischen und sachlichen Barrieren zügiger abzubauen. Seit 2009 ist Deutschland verpflichtet, inklusive Bildung umzusetzen. Damals trat die UN-Behindertenrechtskonvention in Kraft, die unter anderem einen gemeinsamen Unterricht von Kindern mit und ohne Behinderung vorsieht.

Inklusive Bildung ist ein zentrales Anliegen der UNESCO und soll allen Menschen weltweit, unabhängig von sozialen und ökonomischen Voraussetzungen oder besonderen Lernbedürfnissen, eine qualitativ hochwertige Bildung ermöglichen. Das Konzept wurde in der Salamanca-Erklärung 1994 festgelegt und 2008 auf der UNESCO-Weltbildungsministerkonferenz erneut bestätigt.