Deutsche UNESCO Kommission e.V.

Naturwissenschaftliche Bildung

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Mathematikunterricht

Naturwissenschaftliche Bildung ist spätestens seit der Weltwissenschaftskonferenz 1999 ein wichtiges Thema der UNESCO. Worum geht es? Weltweit fehlt den natur- und ingenieurwissenschaftlichen Studiengängen der Nachwuchs. Obwohl die Studentenzahlen insgesamt steigen, obwohl in vielen technischen Berufen massiv um Nachwuchs geworben wird, obwohl die heutige Wissensgesellschaft dringend technisch-naturwissenschaftlich ausgebildete Studenten braucht, schreiben sich immer weniger Studenten in diesen Fächern ein. In Entwicklungsländern fehlen für die Fächer zudem die Lehrer.

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Chemieunterricht

Das Problem hat verschiedene Gründe. Industrieländer kennen das Phänomen des "Schweinezyklus": Gerade in den 1990er Jahren richteten sich Vorhersagen über den Arbeitskräftebedarf an der aktuellen Konjunktur aus und enttäuschten oft die Erwartungen junger Menschen. Heute wird dies bei der Aufstellung von Vorhersagen berücksichtigt, Skepsis gegenüber Prognosen ist daher weniger angebracht. Vielen Teenagern weltweit gilt der naturwissenschaftliche Unterricht zudem als wenig attraktiv. Naturwissenschaften und Technik haben weltweit ein Image-Problem. In Europa und gerade auch in Deutschland gibt es daher Dutzende von Initiativen, um Begeisterung für Naturwissenschaften und Technik zu wecken. Welche Rolle spielt die UNESCO ?

Die meisten Ländern führen den Nachwuchsmangel auf heimische Ursachen zurück und reagieren darauf mit lokalen Initiativen. Es findet zu wenig Austausch über vielversprechende Ansätzen und Projekte auf globaler Ebene statt, so dass diese jenseits der Landesgrenzen wahrgenommen werden können.

Die UNESCO fördert den weltweiten Austausch über vielversprechende Ansätze in naturwissenschaftlicher Bildung. Sie kooperiert dazu mit Fachverbänden wie der "Internationalen Kommission für den Mathematikunterricht" (ICMI-IMU) oder der "Internationalen Kommission für Physikbildung" (ICPE-IUPAP), mit Fachnetzwerken, Universitäten und Einrichtungen. Interessante pädagogische Ansätze wie "Active learning in Physics" werden besonders aufmerksam begleitet (vgl. Bericht).

Die UNESCO organisiert regelmäßig weltweite Foren zum Austausch von "Best practice" auf dem Gebiet naturwissenschaftlicher Bildung. Im Juli 2007 fand im australischen Perth, die "World Conference on Science and Technology Education" statt, an deren Organisation die UNESCO maßgeblich mitgewirkt hatte (Website). Im September 2005 wurde ein internationales Forum für den asiatisch-pazifischen Raum zur Systemreform im naturwissenschaftlichen Unterricht in Südkorea organisiert, im März 2005 in Bangkok. Über dasselbe Thema wurden auch Workshops mit der AAS durchgeführt. Konkret propagiert sie die Microscience Kits.