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41. Sitzung des UNESCO-Welterbekomitees

Das UNESCO-Welterbekomitee tagte vom 2. bis 12. Juli 2017 im polnischen Krakau.

Neueinschreibungen 2017

Das UNESCO-Welterbekomitee hat im Rahmen seiner 41. Sitzung in Krakau 21 Stätten in die Liste des Welterbes aufgenommen. Die Grenzen von fünf Welterbestätten wurden angepasst. Aus Deutschland zählen die Höhlen und Eiszeitkunst im Schwäbischen Jura jetzt zum UNESCO-Welterbe. Die bereits 1996 in die Liste aufgenommene Welterbestätte „Das Bauhaus und seine Stätten in Weimar und Dessau“ wurde um die Bundesschule des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes in Bernau und fünf Laubenganghäuser in Dessau-Roßlau erweitert. Der Naumburger Dom kann in den nächsten drei Jahren mit einem überarbeiteten Dossier erneut nominiert werden. Angola und Eritrea verzeichnen erstmals Stätten auf der Welterbeliste.

Erhaltungszustand von Welterbestätten

Das Welterbekomitee hat in diesem Jahr den Erhaltungszustand von 99 der Welterbestätten diskutiert, insbesondere von den 55 Stätten auf der Liste des gefährdeten Welterbes, unter ihnen alle sechs Welterbestätten Syriens. Zu den Gefährdungsfaktoren für diese Stätten zählen unter anderem bewaffnete Konflikte, der Klimawandel, Naturkatastrophen und Baumaßnahmen. Neben Einzelmaßnahmen wird das Komitee außerdem thematische Programme sowie internationale Finanzierungsprojekte diskutieren, mit denen Staaten beim Schutz und Erhalt ihrer Welterbestätten unterstützt werden sollen.

Aufgrund der Planung eines Hochhausbaus am Heumarkt im Historischen Zentrum von Wien setzte das UNESCO-Welterbekomitee die Stätte am 6. Juli 2017 auf die Liste des gefährdeten Welterbes. Dort soll ein 66 Meter hoher Komplex „Hotel InterContinental, Wiener Eislaufverein, Wiener Konzerthaus“ gebaut werden. Das Komitee betonte „dass die aktuellen Planungen beträchtliche und spezifische Bedrohungen für den außergewöhnlichen universellen Wert der Stätte" bedeuten. Es ruft Österreich dazu auf, die Planungen zu überarbeiten und Standards für Baumaßnahmen im historischen Zentrum zu entwickeln.

Die 2010 in die Liste des gefährdeten Welterbes eingeschriebene Stätte „Bagrati-Kathedrale und Kloster Gelati“ in Georgien wurde reduziert und damit von dieser Liste gestrichen. Durch die Rekonstruktion der Bagrati-Kathedrale ist deren Authentizität unwiederbringlich verloren. Die verkleinerte Stätte besteht nunmehr lediglich aus dem Kloster Gelati. Dieses befindet sich im westlichen Georgien und wurde 1106 gegründet. Es ist ein Meisterwerk des „Goldenen Zeitalters“ des mittelalterlichen Georgien, einer Zeit politischer Stärke und wirtschaftlicher Blüte zwischen dem 11. und 13. Jahrhundert. Die Klosteranlage zeichnet sich durch Fassaden mit glatt behauenen Blöcken, ausgewogenen Proportionen und Blendbögen in der Außendekoration aus. Das Kloster Gelati zählt zu den größten mittelalterlichen orthodoxen Klosteranlagen. Es war zudem ein Zentrum für Gelehrte und die hier gegründete Akademie war eines der wichtigsten kulturellen Zentren im alten Georgien.

Erfolgreiche Schutzmaßnahmen für Stätten in Côte d'Ivoire und Äthiopien

Der Comoé Nationalpark in Côte d'Ivoire wurde aufgrund erfolgreicher Schutzmaßnahmen aus der Liste des gefährdeten Welterbes ausgetragen. 2003 hatte das UNESCO-Welterbekomitee die Stätte als gefährdet eingestuft. Gründe dafür waren politische Konflikte, Brände und Wilderei, Überweidung sowie das Fehlen eines effizienten Managements. Diese Probleme konnten weitestgehend behoben werden, wie die Stabilisierung der Tierpopulationen und die Präsenz von Elefanten und Schimpansen im vergangenen Jahr zeigten. Durch 162 Überwachungseinsätze unter Einbindung der lokalen Bevölkerung allein im Jahr 2016 wurden zudem im Süden des Gebiets zahlreiche Lagerstätten von Goldwäschern verlassen, die vormals eine Gefährdung für den Nationalpark darstellten. Das Comoé Nationalpark ist eines der größten Schutzgebiete in Westafrika.

Auch der Simien Nationalpark in Äthiopien konnte nach erfolgreichen Schutzmaßnahmen aus der Liste des gefährdeten Welterbes ausgetragen werden. 1996 hatte das Welterbekomitee die Stätte aufgrund des Baus einer Durchgangsstraße, exzessiver Beweidung, intensiver landwirtschaftlicher Nutzung und einem Zurückgang der Tierpopulationen insbesondere des Walia Steinbocks und des Simien Fuches in die Liste des gefährdeten Welterbe aufgenommen. Das Komitee begrüßte nun die erfolgreichen Schutzmaßnahmen: den Bau einer Umgangsstraße und Maßnahmen für einen nachhaltigen Tourismus. Der Simien Nationalpark ist ein durch Erosionen geprägtes Gebiet mit einer spektakulären Landschaft: Bergspitzen, tiefe Täler und beeindruckenden Steilhängen prägen den Park, der Heimat von zahlreichen seltenen Tierarten ist. Zu den Hausaufgaben der kommenden Jahre zählt eine noch ausstehende Erweiterung des Gebietes.

Hintergrundinformationen

Das UNESCO-Welterbekomitee, das sich aus 21 gewählten Vertragsstaaten der Welterbekonvention zusammensetzt, entscheidet jährlich über die Einschreibung neuer Kultur- und Naturstätten in die Welterbeliste sowie über Erweiterungsanträge. Ab sofort stehen auf der Liste des UNESCO-Welterbes 1.073 Kultur- und Naturstätten in 167 Ländern. Deutschland verzeichnet nun 42 Welterbestätten. Kriterien für die Anerkennung als UNESCO-Welterbe sind unter anderem der außergewöhnliche universelle Wert der Stätte und ein Managementplan, der die Erhaltung des Erbes für zukünftige Generationen sicherstellt. Mit der Einschreibung in die Welterbeliste verpflichten sich die Vertragsstaaten, die Welterbestätten auf ihrem jeweiligen Staatsgebiet zu schützen und somit für künftige Generationen zu bewahren.

Dokumente

Alle Arbeitsdokumente des Welterbekomitees sind online verfügbar.

Terminübersicht

Nominierungen für die UNESCO-Welterbeliste

Evaluierungen von Nominierungen von Kulturstätten und gemischten Stätten

Evaluierungen von Nominierungen von Naturstätten und gemischten Stätten

Berichte zum Erhaltungszustand von Stätten auf der Liste des gefährdeten Welterbes

Berichte zum Erhaltungszustand von Stätten auf der Welterbeliste

Berichte zum Erhaltungszustand, die nach aktuellem Planungsstand im Rahmen der Welterbekomiteesitzung diskutiert werden (Änderungen sind auch während der Sitzung noch möglich). Die Entscheidungsvorlagen der in diesem Dokument nicht genannten Stätten werden vom Komitee voraussichtlich ohne Diskussion verabschiedet.

Abschlusserklärung Young Professionals Forum

Weitere Informationen

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