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10. März 2016

Terminhinweis: Urkundenverleihung UNESCO-Dokumentenerbe Schriften von Martin Luther

Am 17. März verleiht der Vizepräsident der Deutschen UNESCO-Kommission Prof. Dr. Christoph Wulf die Urkunden zur Aufnahme der frühen Schriften der von Martin Luther initiierten Reformationsbewegung in das UNESCO-Weltregister des Dokumentenerbes. Im Rahmen des Festakts im Lutherhaus in Wittenberg sprechen Prof. Dr. Gerhard Robbers, Justizminister und Reformationsbeauftragter des Landes Rheinland-Pfalz, Prof. Dr. Konrad Elmshäuser, Direktor Staatsarchiv Bremen / Stellvertretender Vorsitzender des Nominierungskomitees "Memory of the World", Prof. Dr. Irene Dingel, Leibniz-Institut für Europäische Geschichte Mainz, und Dr. Stefan Rhein, Vorstand und Direktor der Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt.

Die 14 frühen Schriften der Reformation, darunter ein Handexemplar von Luthers Hebräischer Bibelausgabe, ein Plakatdruck der 95 Ablassthesen, die Bibelübersetzung und seine Schrift an die Ratsherren zur Einrichtung von Schulen, wurden im Oktober 2015 in das UNESCO-Weltregister des Dokumentenerbes aufgenommen. Sie stehen für die verschiedenen Facetten der von Luther ausgehenden Reformation und sind in ihrer inhaltlichen Aussage, ihrer materiellen Beschaffenheit und historischen Überlieferung einzigartig. Die Reformationsbewegung hatte im 16. Jahrhundert in Wittenberg ihren Ursprung. Sie entfaltete innerhalb kurzer Zeit eine kritische Überzeugungskraft: Ein zunächst religiös-kirchlicher Impuls entwickelte sich zu einer gesellschaftlichen Erneuerungsbewegung mit grenzüberschreitendem Charakter.

Das Nominierungsdossier zu den Luther-Schriften wurde vom Leibniz-Institut für Europäische Geschichte in Mainz in Kooperation mit Lutherforschern aus der ganzen Welt erarbeitet. Die in das Weltregister aufgenommenen Dokumente werden verwahrt in der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel, der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden, der Anhaltischen Landesbücherei Dessau, der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz, der Herzogin Anna Amalia Bibliothek – Klassik Stiftung Weimar, der Forschungsbibliothek Gotha, dem Thüringischen Hauptstaatsarchiv Weimar, der Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt, der Universitätsbibliothek Heidelberg, der Stadtbibliothek Worms und der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek Jena.  

Hintergrundinformationen zum UNESCO-Dokumentenerbe

Das UNESCO-Register "Memory of the World" wurde 1992 ins Leben gerufen. Es ist ein globales digitales Netzwerk mit herausragenden Dokumenten: Buchbeständen, Handschriften, Partituren, Unikaten, Bild-, Ton- und Filmdokumenten. Ziel des Registers ist: dokumentarische Zeugnisse von außergewöhnlichem Wert in Archiven, Bibliotheken und Museen sichern und zugänglich machen. 348 Dokumente aus allen Weltregionen zählen derzeit zum internationalen Register "Memory of the World", darunter die 21 Thesen der Solidarnosc, die Kolonialarchive Benins, Senegals und Tansanias, die Sammlung indigener Sprachen in Mexiko, die Archive des Warschauer Ghettos, das älteste noch erhaltene Manuskript des Korans "Mushaf von Othman" aus Usbekistan sowie als erste Zeugnisse des Buchdrucks die Göttinger Gutenberg-Bibel und der koreanische Frühdruck Jikji (Anthologie der Zen-Lehre). Deutschland verzeichnet 22 Eintragungen im UNESCO-Weltdokumentenregister. Alle zwei Jahre werden neue Dokumente aufgenommen.

Weitere Informationen:

Zeit: 17. März 2016, 19.30 Uhr
Ort: Lutherhaus, Collegienstraße 54, 06886 Lutherstadt Wittenberg
Programm: Download (PDF)

Presseakkreditierung bis zum 16. März:
Anmeldung bis zum 16.03.2016 unter: Florian Trott, E-Mail presse(at)martinluther.de

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