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Pressemitteilung, 11. März 2016

Handel mit Kulturgütern zentral für Weltwirtschaft

UNESCO-Bericht zur Globalisierung des Handels mit Kulturgütern in New York vorgestellt

Der Handel mit Kulturgütern hat sich trotz einer globalen Rezession und eines massiven Wandels hin zum webbasierten Konsum von Film- und Musikdateien zwischen 2004 und 2013 verdoppelt. 2013 lag der Wert bei 212,8 Milliarden US-Dollar. Das zeigt der UNESCO-Bericht "The Globalisation of Cultural Trade: A Shift in Cultural Consumption – International flows of cultural goods and services 2004-2013", der heute in New York vorgestellt wird. Die Autoren des Berichts stellen fest, dass die Kultur- und Kreativwirtschaft unverändert eine zentrale und wachsende Rolle für die Weltwirtschaft spielt.

China führt den Handel mit Kulturgütern an, gefolgt von den USA. 2013 hatten Chinas Kulturgüterexporte einen Wert von 60,1 Milliarden US-Dollar und waren damit mehr als doppelt so hoch wie die der USA mit 27,9 Milliarden US-Dollar. Während die USA nicht mehr an der Spitze der Kulturgüterexporte stehen, sind sie weiterhin führend bei den Importen dieser Güter. Generell nimmt die Rolle der Industriestaaten bei Kulturgüterexporten ab. Sie dominieren jedoch weiterhin die Importströme. Gleichzeitig nimmt die Bedeutung von Wachstumsmärkten zu. Die Türkei und Indien beispielsweise zählen mittlerweile weltweit zu den Top 10 Kulturgüterexporteuren.  

Das Kunsthandwerk findet sich unter den zehn am meisten auf dem Weltmarkt gehandelten Kulturgütern. Der Handel mit Goldschmuck spielt dabei eine wichtige Rolle. Goldschmuck im Wert von über 100 Milliarden US-Dollar wurde im Jahr 2013 exportiert. Auch der Handel mit Statuen, Statuetten und Gemälden nimmt weiter an Wert zu. Ihr Anteil am Kunsthandwerkhandel betrug im Jahr 2013 rund 19 Milliarden US-Dollar.

In anderen Bereichen sind jedoch erhebliche Einbrüche im Handel mit Kulturgütern zu verzeichnen. Die Digitalisierung von Produkten wie Filmen, Musik oder Zeitungen hatte zwischen 2004 und 2013 deutliche Auswirkungen auf diese Industrien. Ihre Produkte wurden durch die neuen elektronischen Vertriebswege zunehmend in den Bereich der kulturellen Dienstleistungen überführt. Oft werden sie als webbasierte Abonnements verkauft. Dadurch steigt der Marktanteil audiovisueller Dienste weiter, der Anteil der Güter sinkt jedoch. So nahm zum Beispiel der Schallplattenhandel zwischen 2004 und 2013 um 27 Prozent ab. Der Handel mit Filmen sank sogar um 88 Prozent, da hier der Webdownload eine besonders attraktive Alternative ist.

Trotz des im Gesamtdurchschnitt sinkenden Handels von Printprodukten, insbesondere im Bereich der Zeitungen, gewann der Bücherexport in einigen Weltregionen hinzu: Zwischen 2004 und 2013 wuchs er um insgesamt 20 Prozent.

Politische Strategien und Rahmenbedingungen sind notwendig, um die weltweite Weiterentwicklung der Kultur- und Kreativwirtschaft gezielt zu fördern und den digitalen Wandel zu ihrem Vorteil für eine breite Verfügbarkeit vielfältiger Inhalte zu nutzen. Inhalte müssen dabei unabhängig von der Art ihres Verbreitungswegs im Vordergrund stehen. Die UNESCO-Generalkonferenz hat am 20. Oktober 2005 die "Konvention über den Schutz und die Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen" verabschiedet. Diese garantiert das Recht auf eine eigenständige Kulturpolitik der Vertragsstaaten und trägt zur globalen Kulturkooperation auch im Hinblick auf die Kultur- und Kreativwirtschaft bei, unabhängig von der genutzten Technologie von Verbreitungskanälen. Die Konvention trat am 18. März 2007 in Kraft. Deutschland hat die UNESCO-Konvention am 12. März 2007 ratifiziert. Die Deutsche UNESCO-Kommission führt Projekte zur Stärkung kultureller Vielfalt in Deutschland, Europa und der arabischen Region durch.

Weitere Informationen:

Bericht "The Globalisation of Cultural Trade: A Shift in Cultural Consumption – International flows of cultural goods and services 2004-2013" (in englischer Sprache)

Infografiken 

DUK-Webseite zur Kultur- und Kreativwirtschaft

Pressekontakt:
Deutsche UNESCO-Kommission
Pressesprecherin
Katja Römer
Telefon: 0228-60497-42
E-Mail: roemer(at)unesco.de

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