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Pressemitteilung, 25. Juni 2011

Alte Buchenwälder in Deutschland sind Weltnaturerbe

UNESCO-Welterbekomitee tagt in Paris

Das UNESCO-Welterbekomitee hat heute fünf Buchenwaldgebiete in Deutschland in die Liste des Welterbes aufgenommen. Damit wird das grenzüberschreitende Weltnaturerbe Buchenwälder, zu dem auch Gebiete in der Slowakei und der Ukraine zählen, um einen deutschen Teil erweitert. Die Welterbestätte heißt jetzt "Buchenurwälder in den Karpaten und alte Buchenwälder in Deutschland".

Fünf deutsche Buchenwaldgebiete wurden in die Liste des Kultur- und Naturerbes der Welt aufgenommen: der Grumsiner Forst in Brandenburg, der Nationalpark Kellerwald-Edersee in Hessen, der Nationalpark Jasmund und der Müritz-Nationalpark in Mecklenburg-Vorpommern sowie der Nationalpark Hainich in Thüringen. Sie repräsentieren die wertvollsten verbliebenen Reste großflächiger naturnaher Buchenbestände in Deutschland.

Das Komitee befürwortete die Aufnahme der deutschen Buchenwaldgebiete als serielle Erweiterung der 2007 in die Welterbeliste aufgenommenen Buchenurwälder in den Karpaten. Dazu zählen zehn Gebiete in der Slowakei und der Ukraine, die in montanen und subalpinen Höhenlagen von bis zu 1.940 Metern liegen. Reste naturnaher Tiefland-Buchenwälder gibt es weltweit nur noch in Deutschland. Der Nationalpark Jasmund auf der Ostseeinsel Rügen liegt etwa 100 Meter über dem Meeresspiegel, der Kellerwald auf bis zu 626 Metern.

Mit der Erweiterung um die Buchenwälder in Deutschland repräsentieren die als Weltnaturerbe geschützten Gebiete die unterschiedlichen Formen und Standorte und die biogeografische Geschichte der Buchenwälder in den gemäßigten Zonen der Nordhalbkugel. Das Erscheinungsbild Europas ist von Natur aus durch seine Buchenwälder geprägt. Vor 6500 Jahren bedeckten Buchenwälder 40 Prozent des europäischen Gebiets.

Die Buchenurwälder in den Karpaten sind die letzten Überreste der ursprünglichen Bewaldung. Die deutschen Buchenwälder sind wesentlich jünger, nur wenige Teilabschnitte sind von menschlichem Einfluss weitgehend verschont geblieben. Der Wald im Nationalpark Hainich war über 40 Jahre militärisches Sperrgebiet und wurde kaum betreten, der Grumsiner Forst war Staatsjagdgebiet der DDR und wurde ebenfalls kaum angetastet.

Die fünf für die Welterbeliste ausgewählten deutschen Buchenwaldgebiete beherbergen eine große Artenvielfalt. Buchenwälder mit einem hohem Anteil an alten Bäumen, stehendem sowie liegendem Totholz und natürlichen Höhlen bieten einen idealen Lebensraum für Höhlenbrüter, Fledermäuse und viele andere Lebewesen, die hier Brutraum und Unterschlupf finden. Ein wesentlicher Teil der Artenvielfalt kommt erst in den Altersphasen des Buchenwaldes zur ganzen Entfaltung.

Das UNESCO-Welterbekomitee tagt bis zum 29. Juni in Paris. Das Komitee, dem Experten aus 21 Ländern angehören, prüft auf seiner jährlichen Tagung, welche von den Mitgliedstaaten vorgeschlagenen Stätten neu in die Liste des Kultur- und Naturerbes der Welt aufgenommen werden. Voraussetzung dafür ist, dass die Stätten die Kriterien der Welterbekonvention erfüllen. Wesentliche Kriterien sind der "außergewöhnliche universelle Wert", die "Authentizität" eines Kulturdenkmals und die "Integrität" einer Naturerbestätte. Außerdem muss ein überzeugender Managementplan die zukünftige Erhaltung sicherstellen. In diesem Jahr liegen dem Komitee insgesamt 37 Nominierungsanträge vor.

Weitere Informationen zum Naturerbe Buchenwälder:
www.weltnaturerbe-buchenwaelder.de

Ansprechpartner:

Manfred Großmann
Sprecher der Lenkungsgruppe
Telefon: 0172 / 36 06 316

Heike Britz
Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit
Telefon: 0172 / 20 43 702

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