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Pressemitteilung, 11. Juli 2006

Kölner Dom von der Roten Liste gestrichen

UNESCO-Welterbekomitee sieht den Dom nicht mehr als gefährdet an

Das Welterbekomitee der UNESCO hat heute, am 10. Juli 2006, auf seiner 30. Tagung  in Vilnius, Litauen, entschieden, den Kölner Dom aus der Liste des gefährdeten Welterbes (der so genannten "Roten Liste") zu streichen. Die Stadt Köln habe den Forderungen des Komitees weitgehend entsprochen. Damit sei die Gefährdung des Doms abgewendet.

Die Gefährdung der visuellen Integrität des Doms und der einzigartigen Kölner Stadtsilhouette durch geplante Hochhausbauten und eine nicht ausreichende Pufferzone zum Schutz des Doms waren die Gründe, die das Welterbekomitee auf seiner 28. Tagung im chinesischen Suzhou im Juli 2004 dazu bewogen hatten, den Kölner Dom auf die Rote Liste des gefährdeten Welterbes zu setzen.

Die Stadt Köln ist den Forderungen des Welterbekomitees weitgehend nachgekommen. Ihren Entwicklungsplan für Köln-Deutz hat die Stadt geändert: die Höhe der im Bau befindlichen Hochhäuser wurde begrenzt, und es werden keine weiteren Hochhäuser gebaut, die die Sicht auf den Dom verstellen würden.

In einer Stellungnahme bewertete der Generalsekretär der Deutschen UNESCO-Kommission Dr. Roland Bernecker die Entscheidung: "Die Stadt Köln hat die Bedenken der UNESCO ernst genommen. Das wurde vom Welterbe-Komitee auch ausdrücklich gewürdigt. Das ist für uns alle jetzt erstmal eine sehr gute Nachricht. Über die letzten noch offenen Details wird man sich in den nächsten Monaten einigen."

*Nach Köln könnte die Kulturlandschaft des Dresdner Elbtals die zweite Welterbestätte in Deutschland sein, die auf die Rote Liste gesetzt wird. Die Beeinträchtigung der Kulturlandschaft durch einen geplanten Brückenbau ("Waldschlösschenbrücke") wird in den nächsten Tagen im Komitee verhandelt.

Im Anschluss an die Beratungen zu gefährdeten Welterbestätten stehen in der Komiteesitzung die Entscheidungen über Neueinträge in die Welterbeliste im Mittelpunkt. Dem Komitee liegen 37 Nominierungen aus 30 Ländern vor, darunter aus Deutschland die Altstadt von Regensburg. Die Sitzung des Komitees endet am 16. Juli 2006.

Eine Pressemitteilung der Deutschen UNESCO-Kommission über die Entscheidung zu Dresden sowie zu den neu in die Liste des Welterbes aufgenommenen Stätten folgt in Kürze.

Die UNESCO-Welterbekonvention

Das Kultur- und Naturerbe der Menschheit zu schützen, liegt nicht allein in der Verantwortung eines einzelnen Staates, sondern ist Aufgabe der Völkergemeinschaft. Dies ist das Ziel der UNESCO-Welterbekonvention. Insgesamt haben 182 Staaten dieses "Übereinkommen zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt" seit seiner Verabschiedung 1972 unterzeichnet und sich damit verpflichtet, die auf ihrem Territorium befindlichen Welterbestätten durch gesetzliche, technische und andere Schutzmaßnahmen langfristig zu erhalten.

Über die von den Unterzeichnerstaaten jährlich vorgelegten Neuanträge entscheidet das UNESCO-Welterbekomitee, das sich aus 21 jeweils für sechs Jahre gewählten Vertretern der Mitgliedstaaten zusammensetzt. Es prüft, ob die vorgeschlagenen Stätten die in der Konvention festgelegten Kriterien erfüllen. Hierzu zählen das Kriterium der "Einzigartigkeit" und der "Authentizität" (historische Echtheit) eines Kulturdenkmals oder der "Integrität" eines Naturdenkmals. Außerdem muss ein überzeugender Erhaltungsplan vorliegen. Der Internationale Rat für Denkmalpflege (ICOMOS) und die Internationale Naturschutzunion (IUCN) beraten das Komitee in seiner Arbeit.

Die Rote Liste des gefährdeten Welterbes

Neben der Welterbeliste führt die UNESCO die so genannte "Rote Liste". In diese Liste werden Stätten des Welterbes eingetragen, die das Welterbekomitee als "besonders gefährdet" eingestuft hat. Nach Artikel 11 (4) der Welterbekonvention werden in die Rote Liste Güter aufgenommen, für deren "Erhaltung umfangreiche Maßnahmen erforderlich sind" und die "durch ernste und spezifische Gefahren bedroht" sind, wie zum Beispiel durch die Einwirkung von Krieg oder Naturkatastrophen, durch Verfall, infolge fehlender Schutzmaßnahmen oder durch Bauvorhaben, die mit der Welterbekonvention unvereinbar sind.

Mit der Eintragung in die "Rote Liste" will die UNESCO das öffentliche Interesse und die Aufmerksamkeit der politisch Verantwortlichen wecken, um den betroffenen Staat zum Handeln und die Staatengemeinschaft zur Unterstützung zu bewegen. Die Rote Liste des Welterbes wird jährlich auf der Tagung des Welterbekomitees überprüft. Die Eintragung in die Liste des gefährdeten Welterbes bedarf der Zweidrittelmehrheit der Komiteemitglieder und kann auch ohne die Zustimmung des Unterzeichnerstaates erfolgen.


UNESCO aktuell (UA), Pressemitteilungen der Deutschen UNESCO-Kommission e.V.
Redaktion: Dieter Offenhäußer, Colmantstraße 15, 53115 Bonn
Telefon: 0228-60497-11 • E-Mail: offenhaeusser@unesco.de • Internet: www.unesco.de
Die Deutsche UNESCO-Kommission e.V. ist eine vom Auswärtigen Amt
geförderte Mittlerorganisation der deutschen Auswärtigen Kulturpolitik

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