Deutsche UNESCO Kommission e.V.

Open Initiative - Kooperation UNESCO-DLR

Der Satellit TerraSAR-X (© DLR)

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und die UNESCO haben im Dezember 2007 ein Memorandum of Understanding im Rahmen der „Open Initiative“ unterzeichnet. Die Open Initiative unterstützt das Monitoring von Stätten, zum Beispiel um Beeinträchtigungen von Kultur- oder Naturerbestätten durch den Mensch, durch Naturkatastrophen oder den globalen Umweltwandel zu verhindern.

Das DLR stellt kostenlos Fernerkundungsdaten von Erdbeobachtungssatelliten zur Verfügung, die zur Überwachung von Welterbestätten und Biosphärenreservaten eingesetzt werden können. Ähnliche Kooperationsverträge der UNESCO bestehen auch mit anderen Raumfahrtbehörden. Im Rahmen der Vereinbarung bietet das DLR Zugang zu den in seinem Archiv verfügbaren Daten deutscher Missionen. Auch Neuaufnahmen des Erdbeobachtungssatelliten TerraSAR-X sind möglich. Forschungsprojekte der Open Initiative können zustande kommen aufgrund von Anfragen von Regierungen, von Denkmalpflegern, von Naturschutz- oder Entwicklungsorganisationen und Forschern.

Angkor Wat (© IKONOS / DLR)

Ein Beispiel für ein laufendes Forschungsprojekt im Rahmen der Open Initiative zwischen UNESCO und DLR stammt von der Universität Sydney. Die australischen Forscher untersuchen mit dem Satelliten TerraSAR-X die Welterbestätte Angkor Wat und vergleichen die Ergebnisse mit Luftbildern und Radaraufnahmen, in denen Strukturen im Untergrund abgebildet werden. In der Landschaft rund um Angkor Wat finden sich große Kanalnetze und andere Strukturen zur Wasserversorgung. Die Satellitenbilder des DLR sollen zu einem noch besseren Verständnis des Wassermanagements der Khmer führen. Die Daten werden in einem GIS aufbereitet und im Rahmen des "Greater Angkor Project" der Universität Sydney der lokalen Denkmalschutzbehörde APSARA zur Verfügung gestellt.

Neben diesem Projekt in Kambodscha laufen derzeit drei weitere Projekte in der UNESCO-DLR-Kooperation:

  • Bestimmung der Baumarten und deren Veränderugen in den Schutzgebieten in der ugandischen Welterbestätte Bwindi National Park (Kooperation der Makerere Universität in Uganda mit der Universität Salzburg und der kanadischen University of Calgary)
  • Messung der saisonalen Änderungen des Wasserstandes und der landwirtschaftlichen Nutzung des UNESCO-Biosphärenreservats Flusslandschaft Eble (Niedersächsischer Abschnitt) (Kooperation des Biosphärenreservats mit der Universität Hannover)
  • Messung der Biomasse und des Zerschneidungsgrades des UNESCO-Biosphärenreservats Kafa in Äthiopien (Kooperation des Biosphärenreservats mit dem NABU, der FH Ebersawalde und der niederländischen Universität Wageningen)
Pyramiden von Gizeh (© TerraSAR-X / DLR)

Forschungsprojekte der Open Initiative des DLR (Satellit TerraSAR-X) müssen zunächst auf der DLR-Website sss.terrasar-x.dlr.de beantragt werden. Die Projekte werden evaluiert nach üblichen Kriterien guter wissenschaftlicher Praxis. Projektanträge, die vom DLR eine Antragsnummer erhalten haben, können sich unter Nennung ihrer Antragsnummer bei der DUK mittels des folgenden Formulars darum bewerben, kostenlos auf die Satellitendaten zuzugreifen. Die DUK nimmt in der Kooperation die Interessen der UNESCO wahr.

Formular für kostenlosen Zugriff auf TerraSAR-X Daten, für Forschungsprojekte im Rahmen der DLR-Open Initiative