Deutsche UNESCO Kommission e.V.

Internationale Migration

Paul Keller (Flickr CC)

Das Ziel des sozialwissenschaftlichen UNESCO-Programms zur internationalen Migration ist, den Respekt für die Menschenrechte von Migranten zu fördern, dazu beizutragen, dass sich die aufnehmenden Gesellschaften den Migranten in friedlicher Weise öffnen, und den Menschenhandel zu unterbinden. Die UNESCO will dazu einerseits politische und rechtliche Ansätze stärken, andererseits aber auch die Themen Migration und kulturelle Vielfalt miteinander verbinden. Sie unterstützt auch Diasporanetzwerke. Praktisch gründet die UNESCO zu diesem Thema verschiedene Netzwerke von Forschern (zum Beispiel in Asien oder Osteuropa), um den grenzübergreifenden Erfahrungsaustausch anzuregen, organisiert internationale Konferenzen und publiziert Standardwerke zum Thema. Dadurch sollen politische Entscheidungsträger auch auf bessere empirische Daten zugreifen können.

Drängend ist internationale Migration allein aufgrund der hohen Zahl Betroffener. Die Zahl internationaler Migranten wird auf fast 200 Millionen geschätzt, das heißt 3 Prozent der Weltbevölkerung. Ein Großteil zog übrigens von einem Entwicklungs- oder Schwellenland in ein anderes (bzw. von einem Industrieland in ein anderes), nur ein geringer Teil wandert vom Süden in den Norden. Hinzu kommt die Zahl der Binnenmigranten, sie wird auf etwa 740 Millionen geschätzt (UNDP 2009).

Auf politischer Ebene trägt die UNESCO dazu bei, das "Übereinkommen zum Schutz der Rechte aller Wanderarbeitnehmer und ihrer Familienangehörigen" der Vereinten Nationen zu stärken. Dieses Übereinkommen trat 2003 in Kraft und die UNESCO wirbt zusammen mit anderen UN-Organisationen wie der ILO oder dem OHCHR und vielen Nichtregierungsorganisationen im Rahmen einer globalen Kampagne dafür, dass mehr Staaten dieses Übereinkommen ratifizieren. Bisher hat kaum ein Industrieland und kein EU-Mitgliedsstaat das Übereinkommen ratifiziert.

2007 veranstaltete das UNESCO-Programm zusammen mit dem Goethe-Institut und der Friedrich-Ebert-Stiftung eine Tagung zu Migration in Europa.

Das Programm hat seit dem Jahr 2003 viele Publikationen vorgelegt. Hervorzuheben sind:

  • Migration Without Borders. Essays on the Free Movement of People (2007)
  • The Migrant Workers Convention in Europe: Obstacles... (2007 - ähnliche Analysen wurden auch für andere Weltregionen vorgelegt)
  • Best Practices in International Migration

Alle Publikationen, auch das International Journal on Multicultural Societies sind über folgende Website zugänglich:

Website des Programms über Internationale Migration