Deutsche UNESCO Kommission e.V.

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L'Oréal-UNESCO-Preis: "For Women in Science"

Seit 1998 unterstützen die UNESCO und das Kosmetikunternehmen L’Oréal im Rahmen des Programms „For Women in Science“ die Arbeit von herausragenden Wissenschaftlerinnen. Jährlich werden fünf L’Oréal-UNESCO-Preise an international führende Forscherinnen vergeben. Zudem werden jährlich 15 internationale UNESCO-L’Oréal-Stipendien an herausragende junge Forscherinnen verliehen. Seit 2006 gibt es das deutsche Förderprogramm für Nachwuchswissenschaftlerinnen mit Kindern, hierin werden jährlich drei nationale Förderungen verliehen.

Ziele des Programms "For Women in Science" sind, weltweit die Stellung der Frauen in den Wissenschaften zu verbessern und die öffentliche Anerkennung für ihre Leistungen zu stärken. Das tiefer liegende Anliegen von UNESCO und L'Oréal ist, dazu beizutragen, die fortbestehende, allgegenwärtige Benachteiligung von Frauen in allen Gesellschaften weltweit zu reduzieren.

Die fünf mit 100.000 US-$ dotierten L’Oréal-UNESCO-Preise werden in jedem Jahr Ende Februar in Paris verliehen. Damit wird die bisherige Lebensleistung der Forscherinnen gewürdigt. Die Zuordnung erfolgt streng nach dem Kriterium wissenschaftlicher Exzellenz, nach einem kontinentalen Schlüssel wird pro Kontinent jeweils ein Preis verliehen. In jedem Jahr wechselt die wissenschaftliche Disziplin der ausgezeichneten Forscherinnen (Lebenswissenschaften und Materialwissenschaften).

Preiträgerinnen der bisherigen Jahre:

2014 Lebenswissenschaften:

  • Cecilia Bouzat (Argentinien): Grundlagen der Kommunikation zwischen Gehirnzellen und zwischen Nerven und Muskeln
  • Laurie Glimcher (USA): Schlüsselfaktoren des Immunsystems bei Allergien und Autoimmunkrankheiten
  • Kayo Inaba (Japan): Rolle von dendritischen Zellen für das Immunsystem
  • Secenet Kelemu (Kenia): Mikroorganismen-basierte Steigerung von Produktivität und Widerstandsfähigkeit von Futtermittelgräsern 
  • Brigitte Kieffer (Frankreich): Gehirnmechanismen von Schmerzen, Geisteskrankheiten und Drogenabhängigkeit

2013 Materialwissenschaften:

Francisca Nneka Okeke (Nigeria) - Erforschung von im Tagesrhythmus schwankenden Ionen-Konzentrationen in der oberen Erdatmosphäre
Pratibha Gai (Großbritannien) - Erfindung einer Variante des Eketronenmikroskops, mit dem die Oberflächenreaktionen an Katalysatoren beobachtet werden können
Reiko Kuroda (Japan) - Entdeckung von funktionalen Unterschieden zwischen links- und rechts-händischen Molekülen
Marcia Barbosa (Brasilien) - Entdeckung von besonderen Eigenschaften des Wassers, welche u.a. für das Verständnis von Erdbeben oder die Proteinfaltung wichtig sein könnten
Deborah Jin (USA) - Entwicklung eines Kühlverfahrens für Moleküle, das die Beobachtung von chemischen Reaktionen erlaubt 

2012 Lebenswissenschaften:

Jill Farrant (Südafrika) – Erforschung von trockenheitsresistenten Auferstehungspflanzen
Ingrid Scheffer (Australien) – Verbesserte Diagnostik- und Behandlungsmöglichkeiten bei Epilepsie
Frances Ashcroft (Großbritannien) – Diabetesforschung
Susana López (Mexiko) – Erforschung von Rotaviren und deren Bekämpfung
Bonnie Bassler (USA) – Beweis, dass Bakterien via verschiedener Chemikalien miteinander kommunizieren

2011 Materialwissenschaften:

Faiza Al-Kharafi (Kuwait) – Korrosionsprozesse im Hinblick auf Wasseraufbereitung und die Ölindustrie
Vivian Wing-Wah YAM (China) – Lichtemittierende Materialien und innovative Wege zur Speicherung von Solarenergie
Anne L'Huillier (Schweden) – Entwicklung der schnellsten Kamera zur Aufnahme von Ereignissen in Attosekunden, d.h. ein Milliardstel von einem Milliardstel einer Sekunde (10−18 Sekunden)
Silvia Torres-Peimbert (Mexiko) – Chemische Zusammensetzung von intergalaktischen Nebelwolken
Jillian Banfield (USA) – Bakterielles und stoffliches Verhaltens unter extremen Umweltbedingungen

2010 Lebenswissenschaften:

Rashika El Ridi (Ägypten) – Impfungen für die Tropenkrankheit Schistomiasis/Bilharzia.
Lourdes J. Cruz (Philippinen) –  Giftstoffe von Meeresschnecken, die der Gehirnforschung dienen können
Elaine Fuchs (USA) –  Biologie der Haut und Stammzellen der Haut
Anne Dejean-Assémat (Frankreich) – Leukämie und Leberkrebs
Alejandra Bravo (Mexiko) – Bakterielle Giftstoffe als wirkungsvolle Insektizide

2009 Materialwissenschaften:

Akiko Kobayashi (Japan) – Molekulare Leiter und einkomponentige molekulare Metalle
Eugenia Kumacheva (Kanada) – Neue Materialien für Medikamenttransport oder optische Speicher
Athene M. Donald (Großbritannien) – Physik von ungeordneten Materialien wie Zement oder Stärke
Beatriz Barbuy (Brasilien) – Entwicklung von Sternen seit dem Urknall
Tebello Nyokong (Südafrika) – Anwendungen von Licht in der Krebstherapie und für Umweltschäden

2008 Lebenswissenschaften:

Lihadh Al-Gazali (Vereinigte Arabische Emirate) – Beitrag zur Charakterisierung von Erbfehlern
Elizabeth Blackburn (USA) – Erforschung der Rolle von Chromosomenden bei Krebs und beim Altern
Ana Belen Elgoyhen (Argentinien) – Beitrag zum Verständnis des Hörens auf molekularer Basis
V. Kim Narry (Südkorea) – Für die Erforschung unbekannter RNS Moleküle
Ada Yonath (Israel) – Studien zur Proteinsynthese und ihre Unterbrechung durch Antibiotika

2007 Materialwissenschaften:

Tatiana Birshtein (Russland)
Margaret Brimble (Neuseeland)
Mildred Dresselhaus (USA)
Ligia Gargallo (Chile)
Ameenah Gurib-Fakim (Mauritius)

2006 Lebenswissenschaften:

Habiba Bouhamed Chaabouni (Tunesien)
Pamela Bjorkman (USA)
Christine van Broeckhoven (Belgien)
Jennifer Graves (Australien)
Esther Orozco (Mexiko)
Sonderpreis: Christiane Nüsslein-Volhard (Deutschland, Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie)

2005 Materialwissenschaften:

Zohra Ben Lakhdar (Tunesien)
Belita Koiller (Brasilien)
Dominique Langevin (Frankreich)
Myriam P. Sarachik (USA)
Fumiko Yonezawa (Japan)

2004 Lebenswissenschaften:

Nancy Ip (China)
Philippa Marrack (USA)
Lucia Mendonça Previato (Brasilien)
Christine Petit (Frankreich)
Jennifer Thomson (Südafrika)

2003 Materialwissenschaften:

Ayse Erzan (Türkei)
Johanna M.H. Levelt Sengers (USA)
Fang-hua Li (China)
Karimat El-Sayed (Ägypten)
Mariana Weissmann (Argentinien)

2002 Lebenswissenschaften:

Ana María López Colomé (Mexiko)
Nagwa Meguid (Ägypten)
Indira Nath (Indien)
Mary Osborn (Deutschland, Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie)
Shirley Tilghman (USA)
Sonderpreis: Marianne Grunberg-Manago (Frankreich)

2001 Lebenswissenschaften:

Suzanne Cory (Australien)
Adeyinka Gladys Falusi (Nigeria)
Anne Mc Laren (Großbritannien)
Joan Argetsinger Steitz (USA)
Mayana Zatz (Brasilien)

2000 Lebenswissenschaften:

Joanne Chory (USA)
Valerie Mizrahi (Südafrika)
Tuneko Okazaki (Japan)
Margarita Salas (Spanien)
Eugenia Maria Del Pino Veintimilla (Ekuador)
Sonderpreis: Thressa Stadtman (USA)

1998 Lebenswissenschaften:

Pascale Cossart (Frankreich)
Myeong Hee-Yu (Südkorea)
Gloria Montenegro (Chile)
Grance Aladunni L. Taylor (Nigeria)

Vorschläge dürfen international bekannte Mitglieder der wissenschaftlichen Community und die UNESCO-Nationalkommissionen bei der UNESCO einreichen. Eine 15-köpfigen Jury wählt die Preisträgerinnen aus. Die Jury für die Preise des Jahres 2010 leitete Medizin-Nobelpreisträger von 1999 Günter Blobel vor. Jeder Jury gehört deren erster Vorsitzender, der Medizin-Nobelpreisträger Christian de Duve an.