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Fragen und Antworten zum Welterbe

Die Pyramiden von Gizeh, die Akropolis von Athen, das Wattenmeer, der Grand Canyon – über 1000 einzigartige Naturlandschaften und kulturelle Zeugnisse der Menschheitsgeschichte gehören zum UNESCO-Welterbe. Seit über 40 Jahren setzt sich die UNESCO für die Erhaltung des gemeinsamen Erbes der Menschheit ein. 

Warum wurde die Welterbekonvention verabschiedet?

Die Geschichte der Welterbekonvention beginnt in Ägypten. Als in den 1960er Jahren der Assuan-Staudamm gebaut wurde, drohten die dreitausend Jahre alten Tempel von Abu Simbel bei einer Flutung im Wasser zu versinken. Die UNESCO rief deshalb am 8. März 1960 zu einer großen Hilfsaktion auf, um die Felsentempel an einer 65 Meter höheren Stelle wiederaufzubauen. 50 Staaten waren bereit, die finanziellen und technischen Mittel zu organisieren. In einer spektakulären Solidaritätsaktion wurden 80 Millionen US-Dollar gesammelt. Mit dem Geld wurden von 1963 bis 1968 die Felsentempel zerlegt, versetzt und wiederaufgebaut. Die damals einmalige Rettungsaktion machte deutlich: Es gibt Orte, deren Bedeutung so groß ist, dass sie ideell nicht alleine dem Staat gehören, auf dessen Territorium sie sich befinden. Verliert die Welt diese höchst wertvollen Güter durch Verfall oder Zerstörung, schmälert es das Erbe aller Völker. Deshalb verabschiedeten die Mitgliedstaaten der UNESCO 1972 das "Übereinkommen zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt" (Welterbekonvention), um Stätten von "außergewöhnlichem universellen Wert" zu schützen.

Wie viele Welterbestätten gibt es weltweit?

Derzeit stehen weltweit 1031 Stätten auf der UNESCO-Welterbeliste: 802 Kulturerbestätten und 197 Naturerbestätten, 32 Stätten zählen sowohl zum Kultur- als auch zum Naturerbe (Stand 2015) . Von den 191 Vertragsstaaten des UNESCO-Übereinkommens zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt sind 163 Staaten in der Welterbeliste vertreten. 40 Stätten in Deutschland sind auf der Welterbeliste der UNESCO verzeichnet. Dazu zählen zum Beispiel die Altstädte von Stralsund und Wismar, die Schlösser und Parks von Potsdam und Berlin, der Kölner Dom, der Industriekomplex Zeche Zollverein in Essen und die Alten Buchenwälder Deutschlands.

Was macht die Welterbekonvention einzigartig?

Die Welterbekonvention ist das erfolgreichste internationale Instrument zum Schutz des Kultur- und Naturerbes. Durch internationale Zusammenarbeit schützt sie bedeutende Orte als gemeinsames Erbe der Menschheit. Sie fördert weltweit den Erhalt von Kultur- und Naturstätten. Sie sensibilisiert Menschen für den Wert des eigenen Erbes und des Erbes anderer Kulturen. Die Idee des Welterbes entspricht einem modernen Kulturverständnis und fördert Dialog und Kooperation. Damit leistet die Welterbekonvention auch einen Beitrag zur Verständigung zwischen den Kulturen und trägt zur zwischenstaatlichen Vertrauensbildung bei.

Was sind die Voraussetzungen für die Anerkennung als Welterbe?

Es gibt zehn Kriterien für Welterbestätten, von denen mindestens eines erfüllt sein muss. Grundvoraussetzung ist, das eine Stätte "von außergewöhnlichem universellen Wert" ist. Als Weltkulturerbe werden Stätten anerkannt, die "ein Meisterwerk der menschlichen Schöpferkraft" darstellen oder herausragende Bedeutung für die Entwicklung der Architektur, des Städtebaus oder der Landschaftsgestaltung haben. Zum Weltnaturerbe zählen "überragende Naturerscheinungen", die außergewöhnliche Zeugnisse der Erdgeschichte und der Entwicklung des Lebens darstellen, sowie Naturlandschaften, die  für die Erhaltung der biologischen Vielfalt und zum Schutz bedrohter Arten globale Bedeutung haben.

Wie lange dauert es, bis ein Antrag bewilligt oder abgelehnt ist?

Das Aufnahmeverfahren – von der Einreichung der Nominierung bis zur Entscheidung auf der Sitzung des Welterbekomitees – dauert mindestens 18 Monate. Das UNESCO-Welterbezentrum fordert die Vertragsstaaten im Vorfeld auf, nationale Vorschlagslisten einzureichen, auf denen die Stätten, die für eine Nominierung vorgesehen sind, verzeichnet werden. Die Anträge werden jeweils bis zur Ausschlussfrist am 1. Februar für das darauf folgende Jahr eingereicht. Im Auftrag des UNESCO-Welterbekomitees bewerten Experten des Internationalen Rats für Denkmalpflege (ICOMOS) und der Weltnaturschutzunion (IUCN) die vollständigen Anträge. Auf Grundlage ihrer Empfehlungen entscheidet das Welterbekomitee, das sich aus Vertretern von 21 Vertragsstaaten der Welterbekonvention zusammensetzt, über die Aufnahme in die Welterbeliste. Das Welterbekomitee ist nicht an die Empfehlungen gebunden, die ICOMOS und IUCN in ihren Gutachten aussprechen. Es kommt vor, dass das Welterbekomitee von den Empfehlungen abweicht. Entscheidungen werden im Welterbekomitee möglichst im Konsens gefällt. Die Möglichkeit der Abstimmung besteht, sie wird jedoch nur in Konfliktfällen angewendet; dann ist eine Zweidrittelmehrheit notwendig.

Welche Möglichkeiten der Entscheidung hat das Welterbekomitee?

Das UNESCO-Welterbekomitee hat vier Möglichkeiten ein Votum abzugeben: Beim Beschluss "inscription" (Eintragung) erkennt das Komitee den außergewöhnlichen universellen Wert einer Stätte an und beschließt deren Eintrag in die Welterbeliste. Beim Beschluss "non-inscription" (ein Gut nicht einzutragen) lehnt das Komitee eine Stätte aufgrund fehlenden außergewöhnlichen universellen Wertes ab. Damit ist eine Nominierung dauerhaft ausgeschlossen. Beim Beschluss "referral of nomination" (Zurückverweisung) erkennt das Komitee den außergewöhnlichen universellen Wert der Stätte an, weist aber die Nominierung an den antragstellenden Staat mit der Bitte um ergänzende Informationen zurück. In diesem Fall kann der Antrag im folgenden Jahr dem Welterbekomitee zur endgültigen Entscheidung vorgelegt werden. Beim Beschluss "deferral of nomination" (Aufschiebung) wird dem Staat der Antrag zur umfassenden Überarbeitung zurückgegeben. Sobald der Staat den Antrag fristgerecht beim Welterbezentrum erneut eingereicht hat, wird mit den zuständigen beratenden Gremien unter Berücksichtigung der Warteliste des Staates festgelegt, wann der Antrag nach einem eineinhalbjährigen Beurteilungszyklus wieder dem Komitee zur Entscheidung vorgelegt wird.

Wie läuft das Verfahren bei Erweiterungen von Welterbestätten?

Plant ein Vertragsstaat eine Welterbestätte zu erweitern, unterscheiden die Richtlinien zwei Fälle: Bei einem Antrag mit geringfügiger Änderung, die keine bedeutenden Auswirkungen auf die Welterbestätte hat, muss der Vertragsstaat den Antrag bis zum 1. Februar dem Welterbezentrum in Paris vorlegen. Das Welterbekomitee entscheidet dann auf seiner jährlichen Sitzung im Sommer, ob es den Antrag billigt. Wünscht ein Vertragsstaat die Grenzen einer bereits bestehenden Welterbestätte bedeutend zu ändern, so hat der Vertragsstaat diesen Vorschlag wie eine Neuanmeldung bis zum 1. Februar einzureichen. Das Aufnahmeverfahren - von der Einreichung der Erweiterung bis zur Entscheidung auf der Sitzung des Welterbekomitees - dauert 18 Monate.

Wer ist in Deutschland für die Nominierung der Welterbestätten zuständig?

In Deutschland sind die 16 Bundesländer verantwortlich für die Nominierung von Welterbestätten. Jede Bewerbung wird von Experten der zuständigen Kultusministerien auf ihre "Einzigartigkeit" und "Universalität" hin geprüft, die Kultusministerkonferenz entscheidet dann über die Vorschläge für die sogenannte "Tentativliste" (Vorschlagsliste). Naturstätten werden in einem gemeinsamen Abstimmungsprozess zwischen den Bundesländern und dem Bundesumweltministerium ausgewählt. Welche Welterbestätte in welchem Jahr ihren Antrag bei der UNESCO einreichen darf, entscheidet die Kultusministerkonferenz in Absprache mit dem Bundesumweltministerium. Nur Stätten, die auf der Tentativliste stehen, können für die Eintragung in die UNESCO-Welterbeliste vorgeschlagen werden.

Wie überprüft die UNESCO den Erhalt von Welterbestätten?

Alle Unterzeichnerstaaten verpflichten sich gegenüber der Völkergemeinschaft, einen Managementplan zum Schutz und Erhalt der auf ihrem Territorium liegenden Welterbestätten zu erstellen. Ziel ist es, Instrumente auszuarbeiten, mit denen die Zukunft des Welterbes nachhaltig und möglichst konfliktfrei gestaltet werden kann. Für die angemessene Erhaltung einer Stätte sollte außerdem eine ausreichende Pufferzone um die Stätte eingerichtet werden. Mithilfe dieser Grenzziehungen und der entsprechenden Zuweisung an verantwortliche Behörden soll der "außergewöhnliche universelle Wert" einer Stätte unter anderem vor baulichen und infrastrukturellen Maßnahmen gesichert werden. Darüber hinaus berichten die Staaten alle sechs Jahre über den Zustand ihrer Welterbestätten.

Welchen Einfluss hat die UNESCO bei Zerstörung einer Welterbestätte?

Die UNESCO weist auf Missstände hin und macht die internationale Öffentlichkeit auf die Gefährdung einer Stätte aufmerksam. In Konfliktfällen, etwa bei Zerstörung oder Plünderung einer Welterbestätte, alarmiert die UNESCO die Weltgemeinschaft und setzt sich für Lösungen auf dem diplomatischen Weg ein. Sie nutzt ihre Expertennetzwerke und Partner zur Dokumentation der konkreten Vorgänge und der entstandenen Schäden. Der Einsatz der UNESCO hat bereits dazu geführt, dass Entscheidungsträger auf höchster Ebene den Schutz von Kulturstätten als humanitäres Sicherheitsthema aufgegriffen haben. Die UN-Vollversammlung hat 2015 auf Vorschlag Deutschlands eine Resolution zum Schutz von Kulturgütern im Irak verabschiedet. Mit der Resolution verurteilte die UN-Generalversammlung die Zerstörung kultureller Stätten und ruft zur strafrechtlichen Verfolgung der Täter auf. Ein Ziel ist es, den illegalen Handel mit Kulturgütern zu unterbinden, der eine Finanzierungsquelle für die terroristische Kriegsführung ist. Die UNESCO arbeitet hier eng mit Interpol, Zollämtern, benachbarten Ländern und Kunsthändlern zusammen. Im Juni 2015 hat das UNESCO-Welterbekomitee auf seiner 39. Sitzung in Bonn die "Bonner Erklärung zum Schutz des Welterbes" verabschiedet. In der Erklärung prangert das Komitee die Zerstörung und Plünderung von Welterbestätten als Kriegsinstrument an. Es empfiehlt dem UN-Sicherheitsrat, Möglichkeiten zu ermitteln, den Schutz von Kulturgütern in Friedensmissionen aufzunehmen.

Welchen Einfluss hat die UNESCO bei Verfall einer Welterbestätte?

Die Welterbekonvention sieht nur eine Möglichkeit der Sanktion vor: Ist eine Stätte durch Verfall oder Missmanagement gefährdet, kann das Welterbekomitee nach sorgfältiger Prüfung und Beratung mit dem betroffenen Staat entscheiden, diese in die "Liste des gefährdeten Welterbes" einzutragen. Mit der Aufnahme in die "Rote Liste" soll die Völkergemeinschaft zu verstärkter Unterstützung des betroffenen Staates bei der Erhaltung der Welterbestätte bewegt werden. Sollte sich am Zustand der bedrohten Welterbestätte nichts ändern und ihr außergewöhnlicher universeller Wert verloren gehen, kann im extremen Fall die Welterbestätte auch von der Welterbeliste gestrichen werden.

Wird die Einzigartigkeit der Stätten durch die mehr als 1000 UNESCO-Welterbestätten relativiert?

Das steigende Interesse in den vergangenen Jahren verdeutlicht den Erfolg der Welterbekonvention. Die Welterbeliste ist eine faszinierende Landkarte der kulturellen und natürlichen Vielfalt, der Schöpferkraft der Menschheit und der historischen und regionalen Eigenheiten. Die Liste des Welterbes soll die bedeutendsten Zeugnisse aller Kulturen und aller Epochen der Menschheitsgeschichte repräsentieren. Kritiker sprechen zwar von einer "Inflation" der Welterbestätten, doch die UNESCO begrenzt die jährlichen Neueinträge. Ein größeres Problem sind Ungleichgewichte auf der Liste: Die meisten Welterbestätten befinden sich in Europa und Nordamerika. Und es gibt auch überproportional viele historische Stadtzentren und christliche Baudenkmäler auf der Liste. Unterrepräsentiert sind dagegen z.B. Monumente der Technikgeschichte, Naturstätten sowie durch indigene Völker geprägte Kulturlandschaften in Afrika, der Karibik und der pazifischen Region.

Was wird getan, um eine regional ausgewogene Liste zu erreichen?

Die UNESCO hat 1994 die "Globale Strategie" verabschiedet. Damit will sie eine geografisch und kulturell ausgewogene Liste erreichen. Sie räumt Nominierungen aus Ländern, die bisher nicht in der Welterbeliste verzeichnet sind, Priorität ein. So soll das Gefälle zwischen Europa und Nordamerika und anderen Weltregionen ausgeglichen werden. Seit Verabschiedung der Globalen Strategie haben über 50 weitere Staaten die Welterbekonvention ratifiziert, darunter zahlreiche afrikanische und osteuropäische Länder und viele Inselstaaten im Pazifik. Die Welterbeliste ist damit heute weitaus repräsentativer: Von den 191 Unterzeichnerstaaten sind inzwischen 163 auf der Liste vertreten.

Unterstützt die UNESCO die Welterbestätten mit Geld?

Die Aufnahme in die Welterbeliste ist in der Regel nicht mit finanzieller Unterstützung verbunden. Es gibt jedoch den UNESCO-Welterbefonds mit jährlich etwa vier Millionen US-Dollar. Der Fonds wird vorwiegend aus Mitteln der Unterzeichnerstaaten finanziert und kommt besonders ärmeren Ländern zugute. Die UNESCO bemüht sich auch um andere Quellen, wie zum Beispiel Spenden, und fördert die Kooperation der Vertragsstaaten durch Welterbe-Partnerschaften. So unterstützen deutsche Stiftungen und Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit Länder in Afrika beim nachhaltigen Management von Welterbestätten oder bei der Erstellung von Nominierungsanträgen. Das Kulturerhalt-Programm des Auswärtigen Amtes hat beispielsweise zur Wiederherstellung der Handschriften von Timbuktu in Mali seit 2013 rund 850.000 Euro zur Verfügung gestellt. Einige Staaten haben nationale Förderprogramme eingerichtet. Die deutsche Bundesregierung hat das "Investitionsprogramm Nationale UNESCO-Welterbestätten" ins Leben gerufen: Von 2009 bis 2014 hat das Bundesverkehrsministerium über 200 Millionen Euro in den Erhalt deutscher Welterbestätten investiert.

Welchen Wert hat der Welterbetitel?

Die Welterbeliste ist vorrangig ein Instrument der Völkerverständigung und der internationalen Zusammenarbeit. Gleichzeitig ist der "Ritterschlag" zum Welterbe ein besonderer Prestigegewinn. Welterbestätten sind touristische Anziehungspunkte erster Qualität. Für die Tourismuswerbung hat der Welterbetitel damit eine wichtige Bedeutung. Die deutschen Welterbestätten werden dabei seit 2001 von dem Verein UNESCO-Welterbestätten Deutschland e.V. unterstützt, zum Beispiel mit Broschüren, Messeauftritten, Internet- und Printwerbung. Um die deutschen Welterbestätten auch im Ausland bekannter zu machen, kooperieren die DUK und der Welterbeverein mit der Deutschen Zentrale für Tourismus, welche die deutschen Welterbestätten 2014 mit dem Themenjahr Welterbe erfolgreich in der internationalen Tourismuswerbung positioniert hat.

Was kostet die Bewerbung um den Welterbetitel? 

Die Kosten hängen von den finanziellen und personellen Voraussetzungen des jeweiligen Landes ab. Sie sind daher von Antrag zu Antrag sehr unterschiedlich. Viele Staaten investieren bereits im Vorfeld eines Antrages in den Schutz und Erhalt der Stätte. Auch die Folgekosten sind von Fall zu Fall unterschiedlich. Grundsätzlich ist jedoch festzustellen, dass die Anträge seit Jahren immer anspruchsvoller und aufwendiger werden. War zum Beispiel der Antrag für den Aachener Dom 1978 noch wenige Seiten lang, besteht eine Nominierung heute aus rund 1.500 Seiten mit Dokumentationen, Gutachten und Vergleichsstudien. Viele Entwicklungsländer können sich dies seltener leisten, was dazu führt, dass weiterhin jährlich vergleichsweise mehr europäische Stätten in die Welterbeliste eingetragen werden. Damit beispielsweise Länder aus Afrika erfolgreiche Vorschläge für die Welterbeliste einreichen können, werden dort zunehmend Experten ausgebildet.

Wie sieht die Zukunft des Welterbes aus?

Die UNESCO will die völkerverbindenden Ziele stärker betonen. Vor allem Länder, die bisher in der Welterbeliste unterrepräsentiert sind, sollen international besser unterstützt werden. Grenzüberschreitende Welterbestätten sollen stärker gefördert sowie Kulturlandschaften und Industriedenkmäler berücksichtigt werden. Die Herausforderungen sind weltweit insgesamt komplex: Kriege und gewaltsam ausgetragene Konflikte, Naturkatastrophen und Klimawandel, Migration und ungeplantes Städtewachstum erfordern nachhaltige Lösungen für die Welterbestätten. Bereits in einer 2007 veröffentlichten Studie des UNESCO-Welterbezentrums wurde nachgewiesen, dass sich der Klimawandel stetig auf die Welterbestätten auswirkt. Naturdenkmäler sind davon ebenso betroffen wie archäologische Fundstätten und historische Bauwerke. So ergeben sich Risiken für Kulturerbestätten wie Venedig aus dem steigenden Meeresspiegel, und starke Regenfälle und Temperaturschwankungen nagen an der Substanz der Tempel von Hagar Qim in Malta. Gleichzeitig gefährdet der Massentourismus empfindliche Ökosysteme wie die Galapagos-Inseln. Berichte über den Erhaltungszustand von Welterbestätten werden jährlich auf der Sitzung des Welterbekomitees diskutiert. Außerdem koordiniert das Welterbezentrum der UNESCO zahlreiche internationale Projekte zum nachhaltigen Schutz der Welterbestätten.

Welche Aufgabe hat das UNESCO-Welterbezentrum?

Das World Heritage Centre in Paris ist das ständige Sekretariat des Welterbekomitees und organisatorisch in den Kultursektor des UNESCO-Sekretariats in Paris integriert. Es hat die Aufgabe, die vom Welterbekomitee getroffenen Beschlüsse umzusetzen, zu dokumentieren und zu publizieren. Es organisiert die Sitzungen des Komitees, nimmt die Nominierungsanträge für die Welterbeliste entgegen, koordiniert das Monitoring der Welterbestätten und organisiert die regelmäßige Berichterstattung. Es betreut den Welterbefonds, koordiniert internationale Hilfsprojekte und unterstützt die Vertragsstaaten bei der Umsetzung der Welterbekonvention. 

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