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Porträtserie – O-Töne aus dem Welterbe

Altstädte von Stralsund und Wismar – Steffi Behrendt und Norbert Huschner

Der wirksame Schutz von Welterbestätten sowie die Vermittlung des Welterbegedankens und des außergewöhnlichen universellen Wertes des Welterbes sind nur mit dem engagierten Einsatz der Zuständigen vor Ort sowie auf regionaler und nationaler Ebene möglich. Erfahrene Koordinatoren, Manager, Referenten, Beauftragte und sogenannte Focal Points bilden mit ihren Teams das Herzstück der Aktivitäten an Kultur- und Naturerbestätten. Sie zeigen, dass Welterbe mehr ist als bauliche Substanz, gewachsene Landschaften oder Naturräume – Welterbe ist gelebtes Erbe und tägliche Arbeit.

Aus diesem Grund hat sich die Deutsche UNESCO-Kommission auf die Suche nach O-Tönen aus der vielseitigen Gemeinschaft der mit Welterbe betrauten Expertinnen und Experten in Deutschland begeben und ihnen vier Fragen zu ihrer Arbeit, ihren Erfahrungen und Wünschen gestellt. Diese Kurzinterviews werden im Rahmen einer Porträtserie vorgestellt.

Norbert Huschner und Steffi Behrendt

Steffi Behrendt ist bei der Stadt Stralsund zuständig für das Welterbemanagement. Norbert Huschner ist Leiter des Amtes für Welterbe, Tourismus und Kultur der Stadt Wismar. Somit sind beide auf kommunaler Ebene für die Welterbestätten Altstadt von Stralsund und Altstadt von Wismar verantwortlich, welche 2002 in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen wurden und die gemeinsam das Erbe der Hanse repräsentieren.

Sehr geehrte Frau Behrendt, sehr geehrter Herr Huschner, seit wann betreuen Sie die Welterbestätte Altstädte von Stralsund und Wismar und welchen Hintergrund bringen Sie mit?

Steffi Behrendt: Als Welterbe-Managerin bin ich seit 2003 für Stralsund tätig und habe ein Diplom in Sprachen, Wirtschafts- und Kulturraumstudien der Universität Passau und der University of Sheffield. Kultur, Geschichte, Politik und Fragen der internationalen Zusammenarbeit haben mich schon immer interessiert.

Norbert Huschner: Meine Ausbildung als Dipl.-Ing. Architekt und Stadtplaner erhielt ich an der Bauhaus-Universität in Weimar. Als Leiter des Stadtplanungsamtes von 1990 bis 1995 sowie Leiter des Bauamtes von 1995 bis 2009 stand die historische Altstadt immer im Mittelpunkt von Konzepten, Planungen und Baudurchführungen.

Bei welcher Einrichtung ist das Management Ihrer Welterbestätte angesiedelt, und was sind Ihre Hauptaufgaben?

Steffi Behrendt: Seit 2012 betreue ich die Aufgaben der Welterbe-Koordination in Personalunion als Leiterin des Büros für Öffentlichkeitsarbeit. Das kommt dem Aspekt der Vermittlungs- und Bildungsarbeit entgegen, der für uns in beiden Städten eine hohe Priorität hat. Zu Beginn war das Welterbe-Management eine Stabsstelle im Büro des Oberbürgermeisters und zwischenzeitlich dem Amt für Wirtschaftsförderung und Stadtmarketing zugeordnet.

Norbert Huschner: Seit 2009 wurde das Weltkulturerbe im Zuge meiner Tätigkeit als Leiter der Stabsstelle Stadtentwicklung und Welterbe sowie Welterbe-Beauftragter zur Kernaufgabe. Diese Funktion ist ab 2014 in die mir übertragene Leitung des Amtes für Welterbe, Tourismus und Kultur integriert.

Worin sehen Sie die größte Herausforderung bei Ihrer Arbeit?

Welterbestätten sind großartige Lernorte, an denen man den Stolz auf das Eigene und die Begeisterung für das Fremde wecken kann. Insofern bleibt es für uns eine Daueraufgabe, immer wieder auch nachwachsende Generationen für den Wert und die Besonderheit der Welterbe-Idee zu begeistern. Auch wenn wir in der Sanierung unserer Altstädte schon sehr weit gekommen sind, liegen aufgrund unserer DDR-Geschichte noch große Aufgaben vor uns.

Wie arbeiten Sie mit anderen Welterbestätten zusammen, und was würden Sie gerne einmal mit anderen Welterbestätten – oder auch Biosphärenreservaten oder Geoparks – gemeinsam machen?

In verschiedenen Netzwerken und Vereinigungen treffen wir regelmäßig auf andere Kollegen, geben Wissen weiter, tauschen uns aus und lernen von den Erfahrungen anderer. Wir engagieren uns im UNESCO-Welterbestätten Deutschland e.V. und sind als Städte institutionelle Mitglieder bei ICOMOS Deutschland. Wir unterstützen die Arbeit der Organisation of World Heritage Cities und diskutieren regelmäßig im Arbeitskreis der Welterbe-Altstädte beim Deutschen Städtetag. Darüber hinaus gibt es viele weitere Begegnungen, beispielsweise unter historischen Städten oder auch Partnerstädten. Besonders am Herzen liegt uns unsere Deutsche Stiftung Welterbe, mit der wir Welterbestätten außerhalb Deutschlands helfen und zur Ausgewogenheit der Welterbeliste beitragen.

Zur Porträtserie

(Artikel erstellt am 27. März 2017)

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