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Porträtserie – O-Töne aus dem Welterbe

Oberes Mittelrheintal – Nadya König-Lehrmann

Der wirksame Schutz von Welterbestätten sowie die Vermittlung des Welterbegedankens und des außergewöhnlichen universellen Wertes des Welterbes sind nur mit dem engagierten Einsatz der Zuständigen vor Ort sowie auf regionaler und nationaler Ebene möglich. Erfahrene Koordinatoren, Manager, Referenten, Beauftragte und sogenannte Focal Points bilden mit ihren Teams das Herzstück der Aktivitäten an Kultur- und Naturerbestätten. Sie zeigen, dass Welterbe mehr ist als bauliche Substanz, gewachsene Landschaften oder Naturräume – Welterbe ist gelebtes Erbe und tägliche Arbeit.

Aus diesem Grund hat sich die Deutsche UNESCO-Kommission auf die Suche nach O-Tönen aus der vielseitigen Gemeinschaft der mit Welterbe betrauten Expertinnen und Experten in Deutschland begeben und ihnen vier Fragen zu ihrer Arbeit, ihren Erfahrungen und Wünschen gestellt. Diese Kurzinterviews werden im Rahmen einer Porträtserie vorgestellt.

Nadya König-Lehrmann

Nadya König-Lehrmann ist Geschäftsführerin des Zweckverbands Welterbe Oberes Mittelrheintal und somit eine der Verantwortlichen für die Welterbestätte Oberes Mittelrheintal, welche 2002 in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen wurde.

Sehr geehrte Frau König-Lehrmann, seit wann betreuen Sie die Welterbestätte Oberes Mittelrheintal und welchen Hintergrund bringen Sie mit?

Seit 2006 bin ich als Architektin beim 2005 gegründeten Zweckverband Welterbe Oberes Mittelrheintal beschäftigt und habe somit beinahe von Beginn an die Entwicklungen der Region begleiten und steuern können. In der Funktion als Welterbemanagerin und Geschäftsführerin leite ich seit 2011 verantwortlich die Arbeit des Zweckverbandes. Während und nach meinem Studium der Architektur habe ich einige Jahre für eine renommierte Projektentwicklungsgesellschaft gearbeitet und dort das Regionalmanagement von der Pike auf gelernt.

Bei welcher Einrichtung ist das Management Ihrer Welterbestätte angesiedelt, und was sind Ihre Hauptaufgaben?

Das Obere Mittelrheintal wurde 2002 als UNESCO-Welterbe anerkannt. 2005 gründete sich der Zweckverband Welterbe Oberes Mittelrheintal, der ein freiwilliger Zusammenschluss aller 59 im Welterbegebiet liegenden kommunalen Gebietskörperschaften darstellt. Die Hauptaufgabe des Zweckverbandes ist die ganzheitliche Entwicklung der Welterberegion unter Wahrung des einzigartigen universellen Wertes sowie nach den Vorgaben der UNESCO-Konvention. Das Aufgabengebiet innerhalb einer so komplexen Kulturlandschaft mit einer Vielzahl an Akteuren und Institutionen ist dabei sehr vielseitig, sodass wir uns ein umfangreiches Handlungsprogramm als Arbeitsgrundlage erarbeitet haben. Eine starke Vernetzung und enge Abstimmung sowohl mit den Akteuren vor Ort wie auch den für das Welterbe zuständigen Landesministerien ist dabei ausschlaggebend für unsere erfolgreiche Arbeit.

Worin sehen Sie die größte Herausforderung bei Ihrer Arbeit?

Eine große Herausforderung stellt die Bündelung der unterschiedlichen Interessen der zahlreichen Kommunen und Akteure dar und diese mit den gemeinsam definierten Zielen in Einklang zu bringen. Dies kann nur durch eine breite Meinungsbildung gelingen. Aufgrund der heterogenen und nicht historisch gewachsenen Strukturen der Welterberegion ist die Schaffung einer einenden regionalen Identität von großer Bedeutung. Dabei muss die Bevölkerung mitgenommen und für die Entwicklung der Region begeistert werden, um so den Stolz auf die Heimat und das Welterbe zu stärken.

Wie arbeiten Sie mit anderen Welterbestätten zusammen, und was würden Sie gerne einmal mit anderen Welterbestätten – oder auch Biosphärenreservaten oder Geoparks – gemeinsam machen?

Glücklicherweise sind wir bereits seit vielen Jahren mit anderen Welterbestätten vernetzt. Über ein europäisches Förderprojekt wurde eine langjährige Kooperation mit anderen europäischen Weinbaulandschaften mit UNESCO-Welterbestatus gebildet, die erfreulicherweise bis heute Bestand hat. In einem regelmäßigen Erfahrungsaustausch werden hier Projektideen und Lösungsansätze vorgestellt und diskutiert, sodass das voneinander Lernen und Übertragen von Projekten in die eigene Welterbestätte den großen Mehrwert des Netzwerkes ausmachen. Vielfach sind die Problemlagen sowie Aufgabenstellungen in Weinbaukulturlandschaften ähnlich, sodass hier der intensive Austausch sinnvoll und äußert fruchtbar ist und gemeinsame Projekte angeschoben werden.

Darüber hinaus haben sich in den vergangenen Jahren viele enge Verbindungen mit nationalen Welterbestätten ergeben, die in gemeinsamen Treffen oder Veranstaltungen gepflegt werden. Hier leisten auch die Deutsche UNESCO-Kommission sowie der Verein der Deutschen Welterbestätten e.V. einen wichtigen Beitrag, da regelmäßig die welterberelevanten Themen behandelt werden und der Kontakt unter den Welterbestätten aufrechterhalten wird.

Zur Porträtserie

(Artikel erstellt am 7. März 2017)

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