Schriftgröße ändern

Zum Ändern der Schriftgröße verwenden Sie bitte die Funktionalität Ihres Browsers. Die Tastatur-Kurzbefehle lauten folgendermaßen:


[Strg]-[+] Schrift vergrößern
[Strg]-[-] Schrift verkleinern
[Strg]-[0] Schriftgröße Zurücksetzen



schließen
MenüService
Suche
  • Home
  • Schriftgröße
>

Illegaler Handel mit Kulturgut

Der illegale Handel mit Kulturgut ist weltweit ein Problem: Vielfach werden Museen und archäologische Grabungsstätten geplündert und Kulturgüter ins Ausland geschafft. Aber nicht nur dort sind Raubgrabungen ein Problem. Auch in EU-Mitgliedstaaten muss Kulturgut davor geschützt werden, unrechtmäßig in andere Staaten und in den illegalen Handel zu gelangen.

Schätzungen zufolge geht der Umsatz des illegalen Handels mit Kulturgut jährlich in die Milliarden und ist neben dem Handel mit Waffen oder Drogen einer der umsatzstärksten illegalen Märkte der Welt. Der kulturelle Verlust ist unermesslich. Der Wissenschaft und der Öffentlichkeit gehen viele Erkenntnisse und Zusammenhänge verloren.

UNESCO-Konvention gegen illegalen Handel mit Kulturgut

Das bis heute völkerrechtlich wichtigste Instrument zur Bekämpfung des illegalen Handels mit Kulturgut ist das "Übereinkommen über Maßnahmen zum Verbot und zur Verhütung der unzulässigen Einfuhr, Ausfuhr und Übereignung von Kulturgut“ der UNESCO von 1970. Die Bestimmungen der Konvention sind nur zwischen Vertragsstaaten gültig. Der Anspruch auf Rückübertragung illegal eingeführter Kulturgüter beginnt drei Monate nach Ratifizierung der Konvention.

Wie die Konvention umgesetzt wird, ist von Staat zu Staat verschieden und hängt auch vom Beitrittszeitpunkt ab. Die Konvention ist so formuliert, dass jeder beitretende Staat die Verpflichtungen mit geeigneten Maßnahmen seiner eigenen nationalen Situation anpassen kann. Beispielsweise gilt die Einfuhr von Kulturgut nach Kanada grundsätzlich als rechtswidrig, wenn das Objekt illegal aus einem Vertragsstaat ausgeführt wurde – egal ob vor oder nach 1970.

Deutschland ist seit 2007 Vertragsstaat

Deutschland hat die UNESCO-Konvention gegen illegalen Handel mit Kulturgut als 115. Vertragsstaat am 30. November 2007 ratifiziert. Im selben Jahr hat der Bundestag das Kulturgüterrückgabegesetz zur Umsetzung der Konvention verabschiedet. Es enthält Maßnahmen, mit denen die rechtswidrige Einfuhr, Ausfuhr und Übereinigung von Kulturgütern verhindert werden soll. Die Vertragsstaaten der UNESCO-Konvention können nach Deutschland rechtswidrig eingeführtes Kulturgut zurückzufordern, wenn es nach dem 26. April 2007 aus dem Vertragsstaat ausgeführt wurde. Ein Rückgabeanspruch besteht nach dem Kulturgüterrückgabegesetz unter bestimmten Bedingungen. 

Bericht fordert eindeutigere Regeln bei der Rückgabe

Im April 2013 hat die Bundesregierung ihren ersten "Bericht zum Kulturgutschutz in Deutschland" veröffentlicht. Der Bericht fordert eindeutigere Regeln bei der Rückgabe illegal nach Deutschland eingeführter Kulturgüter und einen besseren Schutz für deutsches Kulturgut vor der Ausfuhr ins Ausland. Darüber hinaus hat die Bundesregierung mit den 16 Bundesländern eine Internetseite eingerichtet, um das Bewusstsein für dieses Problem in der Öffentlichkeit zu schärfen und für mehr Transparenz zu sorgen.

Das deutsche Recht unterscheidet grundsätzlich zwischen zwei Richtungen im Kulturgutschutz: den Schutz von Kulturgut in Deutschland vor Abwanderung ins Ausland und den Schutz von Kulturgut ausländischer Staaten, das aus diesen unrechtmäßig nach Deutschland verbracht wurde und an diese zurückzugeben ist. Das Kulturgutschutzrecht soll Kulturgut von nationaler Bedeutung sichern und das kulturelle Erbe der Menschheit schützen.

Suche

Newsletter

Wir bieten Ihnen verschiedene Newsletter, die Sie kostenfrei abonnieren können. mehr...