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Daten und Fakten zum UNESCO-Übereinkommen zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes

Die UNESCO hat das Übereinkommen zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes 2003 verabschiedet. Bis heute sind 174 Staaten dem Übereinkommen beigetreten. Auf den drei Listen des immateriellen Kulturerbes stehen insgesamt 429 kulturelle Ausdrucksformen, Traditionen und Bräuche aus allen Weltregionen (Stand: Mai 2017). 

Logo der IKE-Konvention

Die weitaus meisten Einträge verzeichnet China (39), gefolgt von Japan (21) und Südkorea (19). Auch die europäischen Staaten sind in den Listen gut repräsentiert: Spanien mit 16 Einträgen, Frankreich und Kroatien mit 15 und Belgien mit 13 Einträgen.

Deutschland ist mit der "Idee und Praxis der Organisation von gemeinsamen Interessen in Genossenschaften" sowie mit der Falknerei (Mehrländernominierung von 18 Staaten) auf der Repräsentativen Liste vertreten. Deutschland ist dem Übereinkommen am 10. Juli 2013 beigetreten. Zur Umsetzung des Übereinkommens wird ein Bundesweites Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes erstellt. Auf dieser Basis konnte Deutschland im März 2015 und im März 2016 erstmals Vorschläge aus diesem Verzeichnis für die UNESCO-Listen einreichen.

Ziele des Übereinkommens

Das UNESCO-Übereinkommen soll die internationale Zusammenarbeit zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes durch den Austausch von Informationen und Erfahrungen und gemeinsame Initiativen fördern. Grenzüberschreitende Kooperation findet vor allem zwischen den Ländern statt, die ein gemeinsames immaterielles Kulturerbe für die Repräsentative Liste nominiert haben. Zum Beispiel wurde die lebendige Tradition der Falknerei als gemeinsames kulturelles Erbe der Länder Belgien, Frankreich, Marokko, Mongolei, Österreich, Katar, Saudi-Arabien, Spanien, Südkorea, Syrien, der Tschechischen Republik, Ungarn und der Vereinigten Arabischen Emirate in die Liste aufgenommen. Im Dezember 2016 wurde der Eintrag der Tradition der Falknerei um fünf Länder erweitert: Italien, Kasachstan, Pakistan, Portugal und Deutschland.

Ein weiteres Beispiel ist das Neujahrs- und Frühlingsfest "Novruz", das in den Ländern Aserbaidschan, Indien, Iran, Kirgisistan, Pakistan, Türkei und Usbekistan gefeiert wird. In das "Register guter Praxis-Beispiele" wurde 2009 ein fünfjähriges Projekt zur Erhaltung des immateriellen kulturellen Erbes der Aymara in Bolivien, Chile und Peru aufgenommen. Das Projekt trägt dazu bei, die Sprache, Musik und das indigene Wissen des Andenvolks zu bewahren und zu revitalisieren.

Drei Listen des Immateriellen Kulturerbes

Auf der Repräsentativen Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit stehen derzeit 365 kulturelle Ausdrucksformen aus fast 100 Staaten, u.a.
‒ das Poetenduell „Tsiattista“ aus Zypern
‒ die Pfeifsprache El Silbo von der Kanareninsel La Gomera
‒ der Tango aus Argentinien und Uruguay
‒ die Peking-Oper
‒ das Fest der Patios von Cordoba
‒ der kolumbianische „Carnaval de Negros y Blancos“
‒ die Heilig-Blut-Prozession in Brügge
‒ die Schiedsgerichtsbarkeit zur landwirtschaftlichen Wassernutzung an der spanischen Mittelmeerküste
‒ das Geigenbauhandwerk in Cremona 

Die Liste des dringend erhaltungsbedürftigen immateriellen Kulturerbes verzeichnet 47 kulturelle Ausdrucksformen aus 24 Staaten, u.a.
‒ die chinesische Holzdruckerei
‒ des Töpferhandwerk im Kgatleng-Distrik in Botswana
‒ den Kulturraum der katholischen Minderheit der Suiti in Lettland
‒ den Ojikanje-Gesang aus Kroatien
‒ gesungene Gebete des peruanische Huachipaire-Volks

Das Register guter Praxisbeispiele zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes umfasst bisher 17 Programme aus 14 Staaten, u.a.
‒ ein Programm zur Bewahrung traditioneller Sport- und Spielarten in Flandern
‒ ein Programm zur Revitalisierung der traditionellen andalusischen Handwerkskunsts des Kalkbrennens
‒ ein Programm zur Weitergabe der Volkstanztradition „Tancház“ in Ungarn

Zwischenstaatlicher Ausschuss

Jeder Vertragstaat kann kulturelle Ausdrucksformen für die UNESCO-Listen des immateriellen Kulturerbes nominieren. Über die Aufnahme entscheidet der Zwischenstaatliche Ausschuss für das Übereinkommen nach eingehender Evaluierung durch einen Beratungs- und Unterausschuss. Die Entscheidung über die Aufnahme wird jeweils im November/Dezember des Folgejahres einer Nominerung getroffen. Der Nominierungsprozess dauert also circa zwei Jahre.

Dem Zwischenstaatlichen Ausschuss gehören Vertreter aus 24 Ländern an, die jeweils für vier Jahre gewählt werden. Sie repräsentieren alle Kontinente. Es gilt das Prinzip der regionalen Ausgewogenheit und Rotation.

Mitglieder des Zwischenstaatlichen Ausschusses sind derzeit: Österreich, Türkei, Zypern, Armenien, Bulgarien, Ungarn, Guatemala, Kolumbien, Kuba, Saint Lucia, Afghanistan, Indien, Mongolei, Philippinen, Republik Korea, Äthiopien, Kongo, Côte d'Ivoire, Mauritius, Sambia, Senegal, Algerien, Libanon und Palästina.

Darüber hinaus besteht für Nichtregierungsorganisationen (NGOs) die Möglichkeit, sich von der Generalsversammlung akkreditieren zu lassen und für den Zwischenstaatlichen Ausschuss beratend tätig zu werden. Aus Deutschland ist hier der Bund Heimat und Umwelt e.V. aktiv.

Nominierungen 

Nominierungen können von den Vertragsstaaten jährlich bis zum 31. März beim Sekretariat der Konvention eingereicht werden. In den Richtlinien zur Durchführung des Übereinkommens wurde festgelegt, dass angesichts des hohen Arbeitsaufwands für die Nominierungen jeweils zwei Jahre im Voraus eine Maximalzahl zu behandelnder Dossiers (derzeit 100 pro Biennium) festgelegt wird.

Wird in einem Zyklus die festgelegte Maximahlzahl von Dossiers überschritten, soll möglichst mindestens ein Vorschlag jedes einreichenden Staates behandelt werden. Dabei legt eine Prioritätenliste fest, welche Staaten bzw. Nominierungen bevorzugt berücksichtigt werden: i) Staaten ohne Einschreibungen auf den Listen sowie Nominierungen für die Liste des dringend erhaltungsbedürftigen immateriellen Kulturerbes; ii) gemeinsame Nominierungen mehrerer Vertragsstaaten; iii) Staaten mit weniger Einschreibungen im Verhältnis zu anderen im selben Zyklus nominierenden Staaten.

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