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Aufnahmeverfahren international

Prozess zur internationalen UNESCO-Anerkennung einer kulturellen Ausdrucksform

Für eine der drei internationalen Listen des immateriellen Kulturerbes können nur kulturelle Ausdrucksformen nominiert werden, die erfolgreich in das bundesweite Verzeichnis aufgenommen worden sind. Die Mehrzahl der kulturellen Ausdrucksformen, die in das bundesweite Verzeichnis aufgenommen werden, wird allerdings nicht zur UNESCO weitergeleitet werden, da das mehrstufige, mit langen Evaluationsprozeduren verbundene, internationale Aufnahmeverfahren quantitativ stark beschränkt ist.

Die UNESCO-Listen des immateriellen Kulturerbes beziehen verschiedene Praktiken, Fähigkeiten, Ausdrucksformen, Wissen und andere Fähigkeiten aus der ganzen Welt ein. Sie werden jedes Jahr um neue Beiträge erweitert.

Nominierungen für eine der beiden Listen des immateriellen Kulturerbes können nur über nationale Regierungen bei der UNESCO eingereicht werden. Vertragsstaaten können jedes Jahr zum 31. März Nominierungen bei der UNESCO einreichen. Der Evaluierungsprozess und die endgültige Aufnahme erstrecken sich bis zum Ende des Folgejahres.

Deutschland hat 2015 seine erste internationale Nominierung eingereicht: "Idee und Praxis der Organisation von gemeinsamen Interessen in Genossenschaften". Diese Kulturform wurde Ende 2016 in die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Zudem hat sich Deutschland an der Erweiterung des multinationalen Eintrags der "Falknerei" beteiligt. 2016 hat Deutschland mit "Orgelbau und -musik" eine weitere Nominierung für die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit eingereicht. Über die Aufnahme wird Ende 2017 entschieden.

Was sind die Besonderheiten der verschiedenen internationalen Verzeichnisse?

Kulturelle Ausdrucksformen auf der Repräsentativen Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit stehen für die weltweite kulturelle Vielfalt und stellen ein wichtiges Zeugnis menschlicher Kreativität dar. Die Listung von Elementen soll zur größeren Sichtbarkeit und wachsendem Bewusstsein für die Bedeutung von immateriellem Kulturerbe beitragen.

Auf der Liste des dringend erhaltungsbedürftigen immateriellen Kulturerbes finden sich Ausdrucksformen, die trotz bereits initiierter Maßnahmen durch den Vertragsstaat in ihrem Überleben gefährdet sind.

Im Register guter Praxisbeispiele sind Projekte verzeichnet, die modellhaft die Grundsätze und Ziele des Übereinkommens widerspiegeln sowie eine grenzüberschreitende und nachhaltige Zusammenarbeit anschaulich machen.

Eine kulturelle Ausdruckform kann nicht gleichzeitig auf der Liste des dringend erhaltungsbedürftigen immateriellen Kulturerbes und auf der Repräsentativen Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit geführt werden. Vertragsstaaten können beantragen, eine Ausdruckform von einer auf die andere Liste zu übertragen. Ein solcher Antrag muss nach dem festgelegten Verfahren und den Fristen für Nominierungen eingereicht werden. Die Ausdrucksform muss in diesem Fall natürlich alle Kriterien der Liste, für die der Antrag gestellt wird, erfüllen. Der Zwischenstaatliche Ausschuss kann eine Ausdrucksform von der Liste des dringend erhaltungsbedürftigen immateriellen Kulturerbes streichen, wenn sie nicht mehr gefährdet ist. Dazu muss vorher die Umsetzung der Erhaltungsmaßnahmen evaluiert werden.

Eine Aufnahme drückt keine Hierarchie gegenüber nicht gelisteten Elementen aus.

Wer entscheidet über die Aufnahme in die internationalen Verzeichnisse?

Über die Aufnahme einer kulturellen Ausdrucksform in eines der drei internationalen Verzeichnisse des immateriellen Kulturerbes (Repräsentative Liste, Liste des dringend erhaltungsbedürftigen immateriellen Kulturerbes, Register guter Praxisbeispiele) entscheidet der Zwischenstaatliche Ausschuss des Übereinkommens nach eingehender Evaluierung durch einen Beratungs- und Unterausschuss. Der Zwischenstaatliche Ausschuss setzt sich aus Vertretern 24 gewählter Vertragsstaaten zusammen. Es gelten die Prinzipien der regionalen Ausgewogenheit und Rotation.

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