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Häufig gestellte Fragen zum Verfahren zur Erstellung des bundesweiten Verzeichnisses des immateriellen Kulturerbes

Wer erstellt das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes?

Das Verzeichnis wird in einem mehrstufigen Verfahren von der Deutschen UNESCO-Kommission und verschiedenen deutschen staatlichen Akteuren im Rahmen der nationalen Umsetzung des UNESCO-Übereinkommens zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes erstellt. Es handelt sich also um kein UNESCO-Verzeichnis.

Warum wird ein bundesweites Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes erstellt?

Durch die Erstellung des Verzeichnisses rückt die Bedeutung des immateriellen Kulturerbes insgesamt und der einzelnen kulturellen Ausdrucksformen stärker in den Fokus der Öffentlichkeit. Dies ist eine Bestandsaufnahme im Sinne von Wissensorganisation, welche immateriellen Schätze unser Land zu bieten hat. Welche Tradierungs- und Organisationsformen in Deutschland vorhanden sind und wie weit das Spektrum der Vielfalt reicht, ist bislang weitgehend undokumentiert. Es handelt sich dabei aber um keine Bestandsaufnahme des „deutschen Erbes“, sondern der kulturellen Traditionen in Deutschland.

Die erste Bewerbungsrunde stellte eine exemplarische Auswahl dar und ist Basis für die Weiterentwicklung des Verzeichnisses in den kommenden Runden. Zivilgesellschaftliche Gruppen, Gemeinschaften und Initiativen sind weiterhin aufgerufen, sich mit Vorschlägen an der Erstellung des bundesweiten Verzeichnisses des immateriellen Kulturerbes zu beteiligen. Urbane und interkulturell geprägte kulturelle Ausdrucksformen sind bisher zum Beispiel unterrepräsentiert. Gesucht sind vielfältige, bunte, innovative Formen des immateriellen Kulturerbes in Deutschland – insbesondere auch solche, die zur Bewältigung von gesellschaftlichen Herausforderungen beitragen können. Die in das Verzeichnis aufgenommenen kulturellen Ausdrucksformen und ihre Träger stehen exemplarisch für die Kreativität und den Erfindergeist unserer Gesellschaft.

Die Erstellung eines Verzeichnisses des immateriellen Kulturerbes in Deutschland und seine regelmäßige Aktualisierung ist eine Verpflichtung, die Deutschland mit dem Beitritt zum UNESCO-Übereinkommen zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes eingeht (siehe Artikel 11 und 12 des Übereinkommens).

Wer kann sich für die Aufnahme kultureller Ausdrucksformen in das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes bewerben?

Gemeinschaften, Gruppen und Einzelpersonen, die eine kulturelle Ausdrucksform im Sinne des UNESCO-Übereinkommens zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes praktizieren, können sich in ihrem Sitzland bewerben. Dafür gibt es ein einheitliches Bewerbungsformular mit einer Liste der Ansprechpartner/innen in den Bundesländern, an die die Unterlagen in elektronischer Form geschickt werden.

Welche Kriterien gelten für die Aufnahme in das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes?

Die Kultusministerkonferenz (KMK) hat einen einheitlichen Kriterienkatalog für die Aufnahme kultureller Ausdrucksformen in das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes beschlossen. Die Kriterien orientieren sich eng an Artikel 2 des Übereinkommens zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes. Weiterhin zu beachten ist:

  • Es können nur Bewerbungen berücksichtigt werden, bei denen die Erhaltung und Weitergabe des lebendigen kulturellen Erbes durch seine Träger/innen ersichtlich ist.
  • Bewerbungen können nur berücksichtigt werden, wenn die Gemeinschaften, Gruppen oder Einzelpersonen mit der Ausübung und Pflege des immateriellen Kulturerbes nachweislich nicht vorrangig kommerzielle Interessen verfolgen und diese in Einklang mit den geltenden Rechtsvorschriften der Bundesrepublik Deutschland stehen.
  • Den Bewerbungen sind zwei Empfehlungsschreiben von unabhängigen, sachkundigen Personen mit vertieftem Bezug zum Thema beizufügen (Informationsblatt für die Verfasser/innen von Empfehlungsschreiben).

Für eine Aufnahme in das Verzeichnis muss die kulturelle Ausdrucksform zum einen die Kriterien als Immaterielles Kulturerbe erfüllen, die das UNESCO-Übereinkommen festlegt. Dazu gehören eine nachweisbare Lebendigkeit und eine identitätsstiftende Komponente für die Trägergemeinschaft. Zum anderen haben die Mitglieder des unabhängigen Expertenkomitees Immaterielles Kulturerbe bei der Deutschen UNESCO-Kommission in der ersten Runde besonderen Wert gelegt auf die Darstellung der Weitergabe von Wissen und Können (Erhaltungsplan), die Möglichkeit einer kreativen Weiterentwicklung, das Kriterium des freien Zugangs zu der Tradition sowie die Einbindung der Gemeinschaft in den Bewerbungsprozess.

Drei Anschauungsexemplare einer präzisen und gehaltvollen Darstellung der kulturellen Ausdrucksformen im Bewerbungsformular aus der ersten Bewerbungsrunde 2013/14 finden Sie hier. Bitte beachten Sie die entsprechenden Hinweise.

Welche Folgen hat ein Eintrag in das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes für die konkrete kulturelle Ausdrucksform?

Die Aufnahme in das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes ist eine öffentlich sichtbare Anerkennung der kulturellen Ausdrucksform und ihrer Träger. Die Aufmerksamkeit kann dazu genutzt werden, die Lebendigkeit der Kulturformen zu erhalten. Die Träger der in das bundesweite Verzeichnis aufgenommenen Kulturformen können für nicht-kommerzielle Zwecke ein eigens geschaffenes Logo nutzen. Mit der Aufnahme ins Verzeichnis ist keine finanzielle Unterstützung verbunden.

Die die Bewerbung einreichenden Träger verpflichten sich, bestehende oder neu konzipierte Maßnahmen zur Erhaltung der kulturellen Ausdrucksform umzusetzen. So sollen Voraussetzungen für ihre weitere Ausübung geschaffen werden. Es geht also nicht um die Konservierung eines bestimmten Zustands - natürliche Veränderungsprozesse sind willkommen. 

Wer entscheidet über die Aufnahme in das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes?

Jedes Bundesland trifft aus den eingegangenen Bewerbungen eine Vorauswahl und übermittelt bis zu vier Vorschläge (unabhängig davon, ob diese vom Charakter länderspezifisch oder länderübergreifend sind oder aber es sich um einen Vorschlag eines Guten Praxisbeispiels handelt) an das Sekretariat der KMK (innerstaatliches Verfahren). Das Sekretariat der KMK erstellt aus den maximal 64 Bewerbungen eine Vorschlagsliste, die an das Expertenkomitee Immaterielles Kulturerbe der DUK weitergeleitet wird. Das unabhängige Expertenkomitee prüft und bewertet die Dossiers nach fachlichen Kriterien. Die KMK bestätigt im Benehmen mit der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien abschließend die Auswahlempfehlungen des Expertenkomitees.

Wie wird das Verfahren in den einzelnen Bundesländern gestaltet?

Die Bundesländer gestalten das Auswahlverfahren für ihren Zuständigkeitsbereich jeweils selbst und damit untereinander unterschiedlich.

Wo werden Bewerbungen eingereicht, die von ihrem Thema her nicht einem bestimmten Bundesland zugerechnet werden können?

Diese Bewerbungen werden im Sitzland der Gemeinschaft, Gruppe oder Einzelperson eingereicht.

Die Ausführungen im Bewerbungsformular sollten sich auf die Praktizierung der kulturellen Ausdrucksform in ganz Deutschland bzw. in den betreffenden Bundesländern beziehen. Ggf. vorhandene Bezüge ins Ausland sind ebenfalls von Interesse.

Wo werden Bewerbungen eingereicht, die kulturelle Ausdrucksformen betreffen, die Deutschland mit anderen Vertragsstaaten (z.B. Nachbarländern) teilt?

Auch Vorschläge, die perspektivisch gemeinsam mit anderen Vertragsstaaten für eine internationale Nominierung in Frage kommen, müssen zunächst in alle betreffenden nationalen Verzeichnisse aufgenommen werden. Ein solcher Vorschlag muss daher in Deutschland im Rahmen des regulären Verfahrens im Sitzland der Gemeinschaft, Gruppe oder Einzelperson eingereicht werden.

Wer kann ein Empfehlungsschreiben verfassen?

Die Auswahl der unabhängigen, sachkundigen Personen für die Abfassung des Empfehlungsschreibens obliegt den Trägern/innen des immateriellen Kulturerbes. Die Empfehlungsschreiben dürfen maximal zwei DIN-A4-Seiten umfassen und müssen auf den Kriterienkatalog für die Aufnahme in das bundesweite Verzeichnis Bezug nehmen. (Informationsblatt für die Verfasser/innen von Empfehlungsschreiben).

Bis wann können Bewerbungen eingereicht werden?

Gruppen, Gemeinschaften und Einzelpersonen konnten ihre Bewerbungen im zweiten Durchgang in der Zeit vom 2. März 2015 bis zum 30. Oktober 2015 bei der zuständigen Stelle in ihrem Sitzland einreichen. Die Termine für weitere Ausschreibungsrunden werden rechtzeitig bekannt gemacht.

Wie erfolgt die Aufnahme einer kulturellen Ausdrucksform aus Deutschland in eine der beiden internationalen Listen des immateriellen Kulturerbes?

Die Vertragsstaaten können jährlich, jeweils bis zum 31. März, bei der UNESCO Nominierungen für die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit, die Liste des dringend erhaltungsbedürftigen immateriellen Kulturerbes und das Register guter Praxisbeispiele einreichen. Voraussetzung für die Nominierung für eine der beiden Listen ist, dass eine kulturelle Ausdrucksform schon in das bundesweite Verzeichnis aufgenommen wurde.Die Mehrzahl der kulturellen Ausdrucksformen, die in das bundesweite Verzeichnis aufgenommen werden, wird jedoch nicht zur UNESCO weitergeleitet werden, da das mehrstufige, mit langen Evaluationsprozeduren verbundene, internationale Aufnahmeverfahren quantitativ stark beschränkt ist.

Auf Basis dieses mehrstufigen Evaluierungsprozesses wird die Entscheidung über die Aufnahme einer nominierten Kulturform im November des Folgejahres durch den Zwischenstaatlichen Ausschuss für die Erhaltung des immateriellen Kulturerbes getroffen. Ein internationaler Nominierungsprozess dauert also circa zwei Jahre. Erste Nominierungen aus Deutschland können frühestens Ende 2016 in die jeweilige internationale Liste aufgenommen werden.

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