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Choralsingen

(Aufnahmejahr: 2015)

Das Choralsingen als eine spezifische Form des Chormusizierens ist eine Kulturpraxis mit Vorläufern im frühen Mittelalter. Weite Verbreitung in Deutschland fand es mit der Reformation in den 1520er Jahren in den protestantischen Kirchengemeinden und der damit verbundenen Emanzipation der Gemeinden: Das Singen war nicht länger nur den Priestern vorbehalten, sondern wurde von den Gemeindemitgliedern in der für jeden verständlichen deutschen Muttersprache praktiziert. Populäre Melodien 'von der Straße' fanden Eingang in neue Choralkompositionen, was zu einer großen Popularisierung von Choralmelodien und -texten in den verschiedenen Regionen Deutschlands beitrug.

Die alten musikalischen Formen und Ausdrucksmittel des Chorals sind dank einer umfangreichen schriftlichen, vor allem aber einer lebendigen mündlichen Tradierung bis heute bekannt und werden weiterhin praktiziert. Daneben sind im Verlauf der fünf Jahrhunderte sowohl für das gemeinsame Singen bei den Gottesdiensten als auch für Konzert- bzw. Opernaufführungen auf der Bühne viele neue Formen des Choralsingens entstanden, die sich wechselseitig beeinflussten und inspirierten. Beispiele hierfür sind der Eingang von Choralmusik in die Oratorien des 17. bis 19. Jahrhunderts (prominent vertreten durch Kompositionen von Johann Sebastian Bach und Felix Mendelssohn Bartholdy), in die Oper (etwa bei Richard Wagner) bis hin zu den großen Choralmusikwerken des 20. und 21. Jahrhunderts (wie bei Frank Schwemmer oder Wolfgang Rihm).

Das zeichnet Choralsingen bis heute als lebendige Kulturpraxis aus. Ehrenamtliche wie professionelle Sängerinnen und Sänger in mehreren Tausend Chören und Ensembles in allen Regionen Deutschlands wirken heute an der Pflege und Weitergabe der kulturellen Ausdrucksform des Choralsingens mit. Eine identitäts- und gemeinschaftsstiftende Wirkung für die am Choralsingen beteiligten Menschen ermöglichen auch zahlreiche Festivals, die innovative musikalische und choreographische Ideen ausprobieren, wie Choralsingen heute klingen und wirken kann.

Kontakt

Kulturbüro des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland
Klaus-Martin Bresgott, M.A.
Auguststraße 80
10117 Berlin
E-Mail: klaus-martin.bresgott@ekd.de
Internet: www.kulturkirchen.org

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