Schriftgröße ändern

Zum Ändern der Schriftgröße verwenden Sie bitte die Funktionalität Ihres Browsers. Die Tastatur-Kurzbefehle lauten folgendermaßen:


[Strg]-[+] Schrift vergrößern
[Strg]-[-] Schrift verkleinern
[Strg]-[0] Schriftgröße Zurücksetzen



schließen
MenüService
Suche
  • Home
  • Schriftgröße

Juli 2006

Altstadt von Regensburg ist UNESCO-Welterbe

Das Welterbekomitee der UNESCO hat auf seiner 30. Tagung vom 8. bis 16. Juli 2006 in Vilnius, Litauen, die Altstadt Regensburg mit Stadtamhof als Weltkulturerbe anerkannt. Deutschland ist jetzt mit 32 Denkmalstätten auf der Liste des UNESCO-Welterbes repräsentiert.

Ansicht von Regensburg
© Stadt Regensburg

Regensburg war im hohen Mittelalter ein politisches Zentrum des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation und ein blühendes europäisches Handelszentrum. Die Altstadt gilt als außergewöhnliches Beispiel für eine intakte mittelalterliche Großstadt. Architektonische Besonderheiten sind die Patriziertürme, der Dom und die alte Steinbrücke aus dem 12. Jahrhundert, die die Altstadt und den Stadtteil Stadtamhof miteinander verbindet. Regensburg besitzt 984 Einzeldenkmäler, die teilweise bis auf die Römerzeit zurückgehen.

Zum Schutzbereich der Welterbestätte gehört das Gesamt-Ensemble der Regensburger Altstadt mit Stadtamhof. Es entspricht der Ausdehnung Regensburgs nach der letzten mittelalterlichen Stadterweiterung um 1320. Das Areal wird durch eine umgebende Pufferzone geschützt. Die Grenzen der Pufferzone sind durch die Höhen des Donautales im Norden und Süden der Stadt natürlich definiert, ansonsten durch den Verlauf von Eisenbahn und Hauptstraßen. Damit besitzt die Pufferzone eine eindeutige und einprägsame Ausdehnung.

Ein außergewöhnliches mittelalterliches Stadtensemble

Ansicht von Regensburg
© Stadt Regensburg

Es gibt in Mitteleuropa keine Stadt, die wichtige wirtschaftliche, politische und religiöse Entwicklungen des hohen Mittelalters in ihrem noch vorhandenen Baubestand so exzeptionell widerspiegelt wie Regensburg.

Als Handelsstadt an einem wichtigen Kreuzungspunkt kontinentaler Fernhandelsrouten war Regensburg offen für kulturelle Einflüsse. Der einstige Reichtum der Stadt und ihre Rolle als zentraler politischer Ort des Heiligen Römischen Reichs haben dank der erhaltenen baulichen Zeugnisse zur Entstehung eines einzigartigen Stadtensembles geführt, das mittelalterliche Bau- und Funktionstypen unterschiedlichster Art umfasst.

Die Patrizierfamilien Regensburgs manifestierten ihren Reichtum in den bis heute erhaltenen prächtigen, durch Geschlechtertürme ausgezeichneten Handelshäusern des 11. bis 14. Jahrhunderts. Die Patrizier stifteten außerdem gewaltige Kirchenbauten, architektonisch wie von ihrer original erhaltenen Ausstattung herausragende Baulichkeiten ihrer Zeit.

Ansicht von Regensburg
© Stadt Regensburg

Der Regensburger Dom ist das einzige Beispiel französischer Kathedralgotik östlich des Rheins, sein Bestand an mittelalterlicher Glasmalerei ist einzigartig in Deutschland. Als überragende Ingenieurleistung aus der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts gilt die Steinerne Brücke über die Donau, die als erste in Europa an die technischen Höchstleistungen der Antike anknüpfte.

Ein politisches Zentrum des Heiligen Römischen Reichs

Regensburg war schon im 8. Jahrhundert ein wichtiger Versammlungsort der Großen des karolingischen Reichs. Mit der Konsolidierung des ostkarolingischen Reichs im 9. Jahrhundert wurde Regensburg für Jahrhunderte zu einem der politischen Zentren dieses neuen mitteleuropäischen Staats und seines Nachfolgers, des Heiligen Römischen Reichs. Mit dem Immerwährenden Reichstag in Regensburg (1663-1806) bildete sich ein politisches Instrument dieses zentraleuropäischen Machtkonglomerats heraus, das als einziges neben dem Kaiser selbst das Heilige Römische Reich in seiner Gesamtheit repräsentierte. Anhand des exzellent erhaltenen Reichstagskomplexes lassen sich die politischen, transnationalen Strukturen des Heiligen Römischen Reichs nachvollziehen. In seiner Lebendigkeit wird dieser Baukomplex ergänzt durch die erhaltenen Quartiere der Gesandten. In den Straßen und auf den Plätzen lassen sich vielerorts noch die Gesandtschaftsgebäude, Höfe und Herbergen identifizieren, in denen die Geschäftsträger des Reichstags residierten.

Regensburg hatte auch auf dem religiösen Sektor Bedeutung. Die Schlüsselfunktion, die der Stadt vor allem im 16. Jahrhundert für das Vordringen des Protestantismus in den Südosten Europas zukam, wird an zwei Sakralbauten anschaulich: die Neupfarrkirche ist (seit 1542) nicht nur die älteste evangelische Kirche Regensburgs, sondern die Mutterkirche der lutherischen Christen im südöstlichen Mitteleuropa; angesichts der überregionalen Bedeutung der Reichsstadt Regensburg als Hort des Luthertums wurde 1627 die Dreieinigkeitskirche errichtet, die zum Prototyp evangelischer Sakralarchitektur in Süddeutschland wurde.

Die am besten erforschte hochmittelalterliche Stadt in Deutschland

Der Bestand an originaler romanischer und gotischer Architektur ist einzigartig in Deutschland. Regensburg wurde während des Zweiten Weltkriegs zwar schwer bombardiert, aber nicht im Bereich der von der mittelalterlichen Mauer umfassten Kernzone. Bald nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs setzten in Regensburg die Bemühungen ein, die von den Kriegszerstörungen nicht betroffene mittelalterliche Altstadt zu erhalten. Dabei ging es um die Bewahrung des gesamten historischen Baubestands. Das Regensburger Altstadtensemble gilt als die am besten erforschte hochmittelalterliche Altstadt in Deutschland.

Weitere Informationen: www.regensburg.de

Suche

Newsletter

Abonnieren Sie unsere verschiedenen Newsletter. mehr...