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Daurische Landschaften

Die transnationale, serielle Naturerbestätte Daurische Landschaften wurde vom Welterbekomitee 2017 als außergewöhnliches Beispiel der Ökoregion der Daurischen Steppen in die UNESCO-Welterbeliste eingeschrieben. Die gemeinsame Welterbestätte der Russischen Föderation und der Mongolei ist die Krönung einer langjährigen grenzüberschreitenden Kooperation und bietet einen wichtigen Schutzraum für Zugvögel sowie die Mongolische Antilope entlang ihrer jeweiligen Flug- und Wanderrouten.

Daurische Landschaften - Herbstliche Zusammenkunft von Zugvögeln
CC BY-ND, O. Goroshko

Eine Serie von mongolischen und russischen Naturschutzgebieten im Norden der Ökoregion der Daurischen Steppe bildet diese transnationale Welterbestätte, die diverse Ökosystemkomplexe umfasst. Auf Grund der besonderen Vielfalt von Ökosystemen, die auf variierenden Klimabedingungen von kalt-feuchtem Taigawaldklima zu kontinentalem semi-ariden Steppenklima und dadurch bedingten Zyklen von Trocken- und Nässeperioden basieren, lassen sich in dem Gebiet eine Vielzahl von ökologischen und biologischen Prozessen beobachten (Kriterium ix). So sind die Daurischen Landschaften mit ihren Wald- und Graslandsteppen ein außergewöhnlicher Schauplatz evolutionärer Anpassungsprozesse.

Rast- und Durchzugsgebiet für Vögel und Antilopen

Daurische Landschaften - Jungtier einer Mongolischen Gazelle
CC BY-ND, V.Kirilyuk

Die Welterbestätte leistet nicht nur als Schutzgebiet für bedrohte Vogelarten sowie die gefährdeten Arten des Sibirischen und des Mongolischen Murmeltiers einen wichtigen Beitrag zum weltweiten Biodiversitätsschutz (Kriterium x). Die vom Menschen beinahe unberührten Landschaften mit vielen Seen und Feuchtgebieten sind auch ein wichtiges Rastgebiet für über drei Millionen Zugvögel entlang des Ostasiatisch-Australasiatischen Vogelzugweges. Unter anderem der Weißnackenkranich, der Jungfernkranich und der Eurasische Kranich haben hier ihre Brutstätten.

Die Welterbestätte liegt des Weiteren auf der Wanderroute der Mongolischen Antilope. Diese emblematische Art Zentralasiens gehört zu den letzten wandernden Huftierarten Asiens und hält sich insbesondere in den Sommer- und Herbstmonaten in dem Gebiet der Welterbestätte auf.

Erfolgreiche internationale Zusammenarbeit

Daurische Landschaften im Winter
CC BY-ND, V.Kirilyuk

Seit 1994 arbeiten die drei Anrainerstaaten der Daurischen Steppenlandschaft Russland, Mongolei und China im Rahmen des „Dauria International Protected Area Agreement“ zusammen. Dieses Forum dient auf politischer und operationeller Ebene der Zusammenarbeit zu allen die Landschaft betreffenden Fragen und Herausforderungen. Vor diesem Hintergrund hat das Welterbekomitee in seiner Entscheidung zur Einschreibung der Daurischen Landschaften alle drei Staaten angeregt, gemeinsam die Erweiterung der Stätte um weitere Gebiete in China in Betracht zu ziehen.

In der Vorbereitungsphase des Nominierungsdossiers der Daurischen Landschaften leisteten das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit mit dem Bundesamt für Naturschutz und das Umweltbundesamt Unterstützung im Rahmen eines eineinhalbjährigen Projektes zwischen 2011 und 2013. In diesem Zusammenhang wurde auch die Broschüre „Landscapes of Dauria - a potential serial transnational World Heritage Property“ veröffentlicht. Die nun erfolgte Einschreibung der bilateralen Stätte belegt die Wichtigkeit solcher internationaler Kooperationsprojekte zum Schutz und Erhalt des gemeinsamen Erbes der Menschheit.

Porträtserie 2017

In einer Porträtserie stellen wir die 2017 im Rahmen der 41. Sitzung des Welterbekomitees neu eingeschriebenen UNESCO-Welterbestätten vor. Weitere Porträts lesen.

Weitere Informationen:

Landscapes of Dauria – Webseite des UNESCO-Welterbezentrums (engl./frz.)
Broschüre „Landscapes of Dauria - a potential serial transnational World Heritage Property“
Projektinformationsblatt dem Umweltbundesamtes
Grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Welterbe
Konferenzbericht „Perspektiven der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit im Welterbe – Ein Erfahrungsaustausch in und mit Deutschland“

(Artikel erstellt am 28. August 2017)

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