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Genossenschaften in Deutschland im Porträt

Fairhandelsgenossenschaft dwp und Fairmondo

Die "Idee und Praxis der Organisation gemeinsamer Interessen in Genossenschaften" ist als erste Kulturform aus Deutschland für die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit vorgeschlagen worden. Eine Entscheidung über die Aufnahme fällt im November/Dezember 2016 auf der Sitzung des Zwischenstaatlichen Ausschusses in Addis Abeba, Äthiopien.

In dieser Ausgabe einer Artikelserie stellen wir zwei Genossenschaften vor, die sich dem fairen Handel verschrieben haben:

© dwp eG Fairhandelsgenossenschaft

dwp eG Fairhandelsgenossenschaft

Gründungsjahr: 2005
Sitz: Ravensburg
Zweck: Förderung fair gehandelter Waren
http://www.dwp-rv.de/cm/

Mit einem Sortiment von rund 1.500 Produkten aus den Bereichen Kunsthandwerk, Textilien und Lebensmittel beliefert die Fairhandelsgenossenschaft dwp eG Weltläden, regionale Supermärkte sowie Bio- und Naturkostläden in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die 2005 in Ravensburg gegründete Genossenschaft hat eine Vorgeschichte: Als GmbH wurde sie bereits 1988 von Weltläden aus der Region Oberschwaben ins Leben gerufen. Die Organisation der dwg eG als Genossenschaft ermöglicht es, faire Produzentenpreise und Zuschläge für Bio- und Sozialprodukte langfristig zu garantieren. Transparenz, Mitspracherecht, Verantwortung und Nachhaltigkeit spielen hierbei eine große Rolle. Die Genossenschaft setzt sich in gleichem Maße für die Förderung von Kleinbauern im globalen Süden, wie auch für die Unterstützung kleiner landwirtschaftlicher Betriebe vor Ort in Deutschland ein. Zu ihren Mitgliedern zählt die dwp eG global agierende Produzenten, Weltläden, Mitarbeiter und Einzelkunden. Zusammen wurden im Rahmen dieses Netzwerkes im Laufe des letzten Jahrzehnts Handelsbeziehungen zu mehr als 60 Produzentengruppen und den darin eingeschlossenen Produzenten und Kleinbauernfamilien aus mehr als 30 Ländern geknüpft.

© Fairmondo

Fairmondo

Gründungsjahr: 2013
Sitz: Berlin  
Zweck: Faire Alternative im Online-Handel
https://www.fairmondo.de/

Fairmondo, eine junge Genossenschaft aus Berlin, bietet eine faire und transparente Alternative zu üblichen Marktriesen im Bereich des Online-Handels. Sie ist 2014 aus dem Online-Marktplatz Fairnopoly und der dahinter stehenden Genossenschaft Fairnopoly eG hervorgegangen. Über den Kauf von Genossenschaftsanteilen garantiert Fairmondo ihren Mitgliedern neben der Gewinnbeteiligung auch die Mitgestaltung des Unternehmens. Mehr als 2.000 Privatpersonen und gewerbliche Händler haben bereits in den Online-Handel investiert, welcher sich als Genossenschaft vollständig im Eigentum der Nutzer und Mitarbeiter befindet. Auf diesem Weg konnte ein faires und wirtschaftlich tragfähiges Unternehmensmodell verwirklich werden. Das Marktplatz-Projekt steht jedem offen und bietet die Möglichkeit mit nahezu jeder Art von Artikeln zu handeln.

Hintergrund

Die UNESCO fördert mit dem Übereinkommen zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes das Bewusstsein für den Wert lebendiger Traditionen: Kulturformen, die unmittelbar von menschlichem Wissen und Können getragen und von Generation zu Generation weitergegeben werden. Deutschland erstellt als Vertragsstaat des Übereinkommens seit 2013 ein Bundesweites Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes. Derzeit umfasst das Verzeichnis 34 Einträge. Zudem sind zwei Projekte als Gute Praxisbeispiele der Erhaltung immateriellen Kulturerbes anerkannt worden. Aus dem Bundesweiten Verzeichnis können einzelne Elemente auch für eine der UNESCO-Listen nominiert werden.

Die Genossenschaftsidee und -praxis ist ein für alle Bevölkerungsschichten offenes Modell zur Selbsthilfe, Selbstverwaltung und Selbstorganisation. Sie beruht auf ideellen Grundkonzepten wie Solidarität, Ehrlichkeit, Verantwortung und Demokratie. Diese Prinzipien des kulturellen Selbstverständnisses menschlicher Gemeinschaften und das in der Genossenschaftsidee und -praxis zum Ausdruck kommende bürgerschaftliche Engagement im sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Bereich waren bei der Nominierung für das Expertenkomitee Immaterielles Kulturerbe der DUK ausschlaggebend.

In dieser Artikelserie werden einzelne Genossenschaften porträtiert. Die Serie soll insgesamt ein vielfältiges Bild der deutschen "Genossenschaftslandschaft" ergeben.

(Artikel erstellt am 30. August 2016)

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