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Genossenschaften in Deutschland im Porträt

Verbrauchergemeinschaft für umweltgerecht erzeugte Produkte eG und Winzergenossenschaft Mayschoß-Altenahr

Die "Idee und Praxis der Organisation gemeinsamer Interessen in Genossenschaften" ist als erste Kulturform aus Deutschland in die Repräsentative Liste des Immateriellen Kulturerbes der Menschheit eingeschrieben worden.

Im elften Teil dieser Artikelserie stellen wir zwei Genossenschaften vor, die Lebensmittel gemeinschaftlich vermarkten:

Verbrauchergemeinschaft für umweltgerecht erzeugte Produkte eG
© VG Verbrauchergemeinschaft für umweltgerecht erzeugte Produkte eG

VG Verbrauchergemeinschaft für umweltgerecht erzeugte Produkte eG

Gründungsjahr: 2005
Sitz: Dresden
Zweck: Vermarktung umweltgerecht erzeugter Produkte unter besonderer Beachtung regionaler Erzeuger
http://www.vg-dresden.de

Nach der Wende entstand die VG mit dem Ziel, den entstehenden ökologischen Landbau in der Region Dresden durch Vermarktung in der Stadt zu unterstützen. Die VG eG wurde 2005 aus dem seit 1991 bestehenden Verein Verbrauchergemeinschaft ausgegliedert. Im November 2016 konnte das 10000. Genossenschaftsmitglied begrüßt werden. Mittlerweile betreibt die Genossenschaft an sechs Standorten Mitgliederläden mit Zweipreismodell: Die Genossenschaftsmitglieder kaufen die Waren zu einem günstigen Genossenschaftspreis und zahlen einen monatlichen Festbetrag (15 EUR); Nichtmitglieder erwerben die Produkte zu branchenüblichen Preisen. Angeboten wird ein Vollsortiment an zertifizierter Naturkost. Momentan beliefern circa 90 Direktlieferanten sowie einige Naturkostgroßhändler die Läden. Die Regionalität der BIO-Produkte spielt eine große Rolle; Regionalprodukte werden mit einem eigenen Logo gekennzeichnet, beliebt sind Busexkursionen zu Bioerzeugern oder Verarbeitern der Umgebung. Die VG eG ist faire Arbeitgeberin für rund 140 Angestellte und zudem Ausbildungsbetrieb. Sie hält für Schulen und Weiterbildungseinrichtungen ein Bildungsangebot „BIO in aller Munde“ bereit.

Winzergenossenschaft Mayschoß-Altenahr
© Winzergenossenschaft Mayschoß-Altenahr

Winzergenossenschaft Mayschoß-Altenahr

Gründungsjahr: 1869
Sitz: Mayschoß und Altenahr in Rheinland-Pfalz
Zweck: Gemeinschaftliche Weinproduktion und Vermarktung
http://www.wg-mayschoss.de

Die Winzergenossenschaft Mayschoß-Altenahr ist heute eine von insgesamt 180 erfolgreichen Winzergenossenschaften Deutschlands. Ihre Mitglieder erzeugen rund 30 Prozent aller in Deutschland angebauten Weine. Die Winzergenossenschaft Mayschoß-Altenahr war deutschlandweit die erste moderne Genossenschaft von Winzern, die ihre Trauben gemeinschaftlich zu Wein verarbeiteten. Geboren wurde die Idee der Winzergenossenschaft im Zuge einer zunehmenden Unwirtschaftlichkeit des Weinanbaus Mitte des 19. Jahrhunderts als Resultat der Industrialisierung und eines weitverbreiteten Reblaus- und Pilzbefalls. Eine Anbaufläche von insgesamt 150 Hektar ermöglicht der Winzergenossenschaft die Selektion von hochwertigen Trauben, wobei für jeden Bereich der Weinerzeugung Spezialisten vor Ort zur Verfügung stehen. So kann die Winzergenossenschaft Mayschoß-Altenahr mit ihren 420 Mitgliedern hohe Weinqualität garantieren. Die gemeinsame Weinverarbeitung, Vermarktung sowie Nutzung von Geräten und Gebäuden für die Herstellung, Lagerung und den Vertrieb von Wein optimieren die Produktions- und Vertriebskosten insbesondere von Winzern mit kleinen Anbaugebieten.

Hintergrund

Die UNESCO fördert mit dem Übereinkommen zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes das Bewusstsein für den Wert lebendiger Traditionen: Kulturformen, die unmittelbar von menschlichem Wissen und Können getragen und von Generation zu Generation weitergegeben werden. Deutschland erstellt als Vertragsstaat des Übereinkommens seit 2013 ein Bundesweites Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes. Derzeit umfasst das Verzeichnis 34 Einträge. Zudem sind zwei Projekte als Gute Praxisbeispiele der Erhaltung immateriellen Kulturerbes anerkannt worden. Aus dem Bundesweiten Verzeichnis können einzelne Elemente auch für eine der UNESCO-Listen nominiert werden.

Die Genossenschaftsidee und -praxis ist ein für alle Bevölkerungsschichten offenes Modell zur Selbsthilfe, Selbstverwaltung und Selbstorganisation. Sie beruht auf ideellen Grundkonzepten wie Solidarität, Ehrlichkeit, Verantwortung und Demokratie. Diese Prinzipien des kulturellen Selbstverständnisses menschlicher Gemeinschaften und das in der Genossenschaftsidee und -praxis zum Ausdruck kommende bürgerschaftliche Engagement im sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Bereich waren bei der Nominierung für das Expertenkomitee Immaterielles Kulturerbe der DUK ausschlaggebend.

In dieser Artikelserie werden einzelne Genossenschaften porträtiert. Die Serie soll insgesamt ein vielfältiges Bild der deutschen "Genossenschaftslandschaft" ergeben.

Weitere Informationen:
Porträtserie Genossenschaften in Deutschland

(Artikel erstellt am 6. Dezember 2016)

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