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Juli 2015

Schüler nehmen das Welterbe unter die Kameralinse

Inda-Gymnasium Aachen Bildungspartner im Modellprojekt der Deutschen UNESCO-Kommission und Kärcher

Von Sina Wohlgemuth und Kurt Schlünkes

Im Rahmen des Modellprojekts der Deutschen UNESCO-Kommission und Kärcher beschäftigte sich eine Schülergruppe des Inda-Gymnasiums in Aachen im Schulhalbjahr 2014/2015 mit dem Welterbe Aachener Dom. Die 15- bis 17-jährigen Schüler der angehenden UNESCO-Projektschule lernten nicht nur die Geschichte und kunsthistorische Bedeutung des Aachener Doms kennen. Vom Dombaumeister erfuhren sie auch, vor welchen Herausforderungen die Denkmalpflege steht. In Workshops entwickelten sie Ideen, wie man jungen Menschen den besonderen Wert des Welterbes vermitteln kann. Ihre während der AG gewonnenen Eindrücke haben die Schüler in einem Kurzfilm zusammengestellt.

Die Welterbe-AG des Inda-Gymnasiums im Einsatz
© Kärcher

Welterbe gemeinsam erhalten ...

Unter dem Motto "Welterbe gemeinsam erhalten" hat die Deutsche UNESCO-Kommission im Rahmen der Kooperation mit Kärcher mehrere Bildungsprojekte für Jugendliche durchgeführt, die das Thema Nachhaltigkeit in den Fokus rückten. Ziel ist es, junge Menschen für das Welterbe zu begeistern und sie zu einer nachhaltigen Gestaltung ihrer Zukunft zu ermuntern. Dass das Welterbe nicht nur aus gebauten Monumenten besteht, sondern dass es beim Welterbe auch um lebendige Geschichte und die Ideen von Menschen geht, haben die 17 Schülerinnen und Schüler des Inda-Gymnasiums in ihrer AG erfahren.

In einem eintägigen Einführungsworkshop haben sich die Schüler mit der völkerverbindenden Idee des Welterbes beschäftigt. Das Welterbe verbindet Menschen unterschiedlicher Kulturen über Grenzen hinweg. Kultur- und Naturstätten, die einen außergewöhnlichen universellen Wert haben, als gemeinsames Erbe aller Menschen zu schützen und für zukünftige Generationen zu erhalten, ist Ziel der UNESCO-Welterbekonvention. Der Workshop vermittelte den Schülern die Vielfalt dieses gemeinsamen Erbes der Menschheit – von klassischen Monumenten wie dem Aachener Dom über Kulturlandschaften wie den philippinischen Reisterrassen bis hin zu archäologischen Zeugnissen aus römischer Zeit wie dem Limes. Aber wie werden diese unterschiedlichen Stätten eigentlich geschützt und erhalten?

Für ihren Film führten die Schüler Interviews mit Fachleuten aus der Denkmalpflege
© Inda-Gymnasium

"Jede Welterbestätte ist anders organisiert", erklärt ein Schüler der AG. "Hier in Aachen ist die Erhaltung des Doms Aufgabe des Domkapitels. Andere Stätten wie der Limes brauchen mehrere Verwaltungen, weil der Limes sich über viele Orte in Deutschland, aber auch in Großbritannien erstreckt. Bei der Erhaltung des Limes arbeiten Denkmalpfleger in mehreren Ländern zusammen." Bei ihren Recherchen zum Welterbe fanden die Schüler auch heraus, dass es viele Gemeinsamkeiten an den Welterbestätten zu entdecken gibt. "Zum Beispiel das Kloster Lorsch und das Kloster Haein-sa in Südkorea haben eine Welterbe-Partnerschaft gegründet, um voneinander zu lernen. Die beiden Klöster fördern auch Schüleraustauschprojekte", berichtet ein Schüler.

... und voneinander lernen

Zur Erhaltung des Welterbes wollen die Schüler des Inda-Gymnasiums mit ihrem Kurzfilmprojekt beitragen. So nahmen die Schüler das Weltkulturerbe unter die Kameralinse. Sie filmten die Besonderheiten des Aachener Dom, die sie anderen jungen Menschen zeigen möchten. Die Schüler-AG hat sich aus unterschiedlichen Blickwinkeln mit der Geschichte und Architektur des Doms und auch mit seiner Bedeutung für die Aachener Bürger beschäftigt. Die Kurzfilme zeigen aus Schülersicht, warum es wichtig ist, das Welterbe Aachener Dom zu schützen.

Dombaumeister Maintz erklärt den Schülern des Inda-Gymnasiums die Steinschäden an der Karls-und Hubertuskapelle
© Inda-Gymnasium

Im Laufe der AG haben sich die Jugendlichen in Gesprächen mit Fachleuten und bei Exkursionen über die Kulturschätze des Aachener Doms und auch über restauratorische Projekte informiert. Die Aachener Kinderdomführer erzählten den Schülern von der Geschichte des Kaiserdoms, über seine kunstgeschichtliche Bedeutung sprachen sie mit dem Kunsthistoriker Dr. Walter Maas. Steinmetze weihten die Jugendlichen in verschiedene Techniken der Denkmalpflege ein.

Die Schüler legten auch selbst Hand an. Zusammen mit dem Dombaumeister Helmut Maintz kletterten sie auf das Baugerüst und erforschten die Steinschäden an der Karls- und Hubertuskapelle und deren Ursachen. Die Kapelle des Aachener Doms wird im Rahmen des Modellprojekts von Kärcher fachgerecht gereinigt. Zusammen mit Experten von Kärcher und ausgerüstet wie Denkmalpfleger mit Maske und Helm nahmen die Schüler an den Probereinigungen teil und staunten, wie schnell der Stein sauber wird: "Nur zwei Minuten mit dem Reinigungsgerät und der Stein kann nach Jahrhunderten endlich wieder atmen."

Die Schüler filmten mit einer Flugdrohne
© Kärcher

Ihre Erkenntnisse aus den Workshops haben die Schüler in dem Filmprojekt umgesetzt. Gefilmt wurde mit modernster Technik, mit Flugdrohnen und GoPro-Kameras. Das gemeinsame Engagement für den Erhalt des Welterbes unter Einsatz neuester Technologien ist es, was das Modellprojekt auszeichnet. Kärcher setzt sich mit innovativen Methoden für neue Wege der restauratorischen Reinigung von Kulturdenkmälern ein, und die Schüler vermitteln das Erbe modern über soziale Medien. "Die Schüler haben richtig Spaß am Welterbe, da sie sich so vielschichtig damit befassen. Der Blick durch die Kamera verleiht den Schülern einen ganz neuen Blick auf das Erbe, an dem sie sonst täglich vorbei gehen", sagt der koordinierende Lehrer der AG, Thomas Prinz. Die Filmarbeit war Anlass für Gespräche mit Bürgern und Touristen, mit denen die Schüler Interviews über das Welterbe führten. Das Filmprojekt vermittelte den Jugendlichen ganz neue Eindrücke vom Aachener Dom. Dank der modernen Technik konnten die Schüler den Dom aus einer Höhe von hundert Metern aus der Luft filmen. So veranschaulicht der Film auch die zentrale Position des Doms im Stadtbild und damit im Leben der Aachener früher wie heute.

Welterbe miteinander teilen

Die Aachener Schüler teilen ihr Engagement für das Welterbe mit anderen Jugendlichen. Durch die Verbreitung ihrer Filme über soziale Medien wollen die Schüler einen Ideenaustausch initiieren. Angeregt wurde der Austausch zum Thema Welterbe während eines europäischen Comenius-Projektes im Mai. Hier entstand die Idee, Schüler aus Partnerschulen des Inda-Gymnasiums in Finnland, Schweden, Polen und der Türkei in das Welterbeprojekt einzubeziehen. Über Instagram und YouTube werden die Fotos und Filme der Aachener Schüler den Partnerschulen und anderen Interessierten zugänglich gemacht.

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Präsentation am UNESCO-Welterbetag

Am 7. Juni präsentierten die Schüler beim diesjährigen UNESCO-Welterbetag in Aachen ihr Filmprojekt der Öffentlichkeit. Die Deutsche UNESCO-Kommission und Kärcher informierten am Welterbetag ausführlich über das Modellprojekt zur Reinigung der Karls- und Hubertuskapelle des Aachener Doms und die begleitenden Bildungsprojekte.

Um international auf das Projekt aufmerksam zu machen und ähnliche Bildungsprojekte zum Welterbe in anderen Ländern anzuregen, stellte eine Schülergruppe des Inda-Gymnasiums den Film im Juli 2015 bei einem Side Event während der 39. Sitzung des UNESCO-Welterbekomitees in Bonn vor. Um den Fim zum Aachener Dom einem internationalen Publikum präsentieren zu können, wurde auch eine englische Fassung erstellt:

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Das Filmprojekt zum Aachener Dom trägt dazu bei, die Bedeutung der Welterbestätten als Lernorte für nachhaltige Entwicklung zu vermitteln und das Potenzial der Welterbebildung für den interkulturellen Austausch zwischen Jugendlichen zu verdeutlichen. Die Zukunft des Welterbes liegt in den Händen der jungen Generation. Der Film der Aachener Schüler-AG ermutigt junge Menschen, Verantwortung für das Welterbe zu übernehmen und sich aktiv für seine Erhaltung einzusetzen.

Weitere Informationen:

Bildungsprojekte im Modellprojekt der DUK mit Kärcher

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