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Februar 2015

Internationaler Tag der Muttersprache am 21. Februar

UNESCO betont die Bedeutung der Sprache für inklusive Bildung

Am 21. Februar wird weltweit der Tag der Muttersprache begangen. Auf Vorschlag der UNESCO wurde der Welttag im Jahr 2000 von den Vereinten Nationen ausgerufen, um an die Bedeutung der Muttersprache als Ausdruck der kulturellen Identität zu erinnern. In diesem Jahr steht der Welttag unter dem Motto "Inclusive Education through and with Language – Language Matters". Die UNESCO betont damit die wichtige Bedeutung des muttersprachlichen Unterrichts für eine inklusive Bildung.

Infografik zum Welttag der Muttersprache 2015
© UNESCO

Das diesjährige Motto zum Welttag der Muttersprache verweist auf die Bedeutung von Sprache für die Inklusion. Denn oft sind Kinder und Jugendliche, die sprachlichen Minderheiten angehören, im Bildungssystem benachteiligt, weil sie nicht in ihrer eigenen Sprache unterrichtet werden. Die UNESCO macht darauf aufmerksam, dass es wichtig ist, Schulunterricht auch in der jeweiligen Muttersprache zu ermöglichen, um inklusive Bildung zu gewährleisten.

Der Welttag steht in diesem Jahr auch im Zusammenhang mit der Post-2015-Entwicklungsagenda. Die UNESCO fordert, dass Bildung in dieser Agenda Priorität eingeräumt wird. Inklusive Bildung und Zugang zu Bildung in der eigenen Muttersprache sind wichtige Elemente, um das Ziel einer qualitativ hochwertigen Bildung für alle Menschen zu erreichen.

2500 Sprachen vom Verschwinden bedroht

Heute werden weltweit rund 6000 Sprachen gesprochen – davon sind nach Einschätzung der UNESCO 2500 vom Verschwinden bedroht. Fast die Hälfte der Weltbevölkerung spricht hingegen mindestens eine der elf Hauptsprachen Mandarin-Chinesisch, Englisch, Spanisch, Hindi, Arabisch, Portugiesisch, Bengali, Russisch oder eine der kleineren Hauptsprachen Japanisch, Französisch und Deutsch. Der interaktive UNESCO-Weltatlas der bedrohten Sprachen listet diese Sprachen nach Region und Bedrohungsgrad auf. So sprechen in Deutschland immer weniger Menschen Bairisch, Alemannisch, Ostfränkisch, Rheinfränkisch, Moselfränkisch, Niedersächsisch, Limburgisch-Ripuarisch, Sorbisch oder Jiddish. Als ernsthaft bedroht gelten Nordfriesisch und Saterfriesisch sowie Jütländisch und das von Sinti und Roma gesprochene Romani.

Hintergrund des Welttags

Historisch nimmt der Tag der Muttersprache Bezug auf den 21. Februar 1952. An diesem Tag fand in Dhaka, der Hauptstadt des damaligen Ost-Pakistan, eine Demonstration gegen den Beschluss der Regierung statt, die Sprache Urdu zur Amtssprache zu erheben. Urdu war die Sprache der herrschenden Schichten in Pakistan und die Sprache der Muslim-Liga, auf deren Betreiben der Staat Pakistan gegründet wurde. Urdu wurde nur von etwa drei Prozent der Bevölkerung gesprochen, während über 56 Prozent der Gesamtbevölkerung West- und Ost-Pakistans Bengali (Bangla) als Muttersprache pflegten. In Ost-Bengalen, dem damaligen Ost-Pakistan, lag der Anteil sogar bei 98 Prozent. 1971 erklärte Ost-Bengalen nach neunmonatigem Bürgerkrieg seine Unabhängigkeit von Pakistan, Landessprache im neuen Staat Bangladesch war fortan Bengali.

Veranstaltungen zum Tag der Muttersprache in Deutschland

Der internationale Tag soll die Sprachenvielfalt und den Gebrauch der Muttersprache fördern und das Bewusstsein für sprachliche und kulturelle Traditionen stärken. In Deutschland greifen verschiedene Veranstaltungen den UNESCO-Welttag auf. Zum Beispiel in Münster wird ein umfangreiches Programm zum Tag der Muttersprache angeboten. Es umfasst Lesungen für Kinder, Vorträge zum Thema und Filme. Die Kroatische Kulturgemeinschaft Wiesbaden e.V. führt zum Welttag eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit dem Kinderprogramm des kroatischen Sprachunterrichts in Hessen durch. 

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