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Februar 2014

Über 2.500 Sprachen vom Verschwinden bedroht

Welttag der Muttersprache erinnert an Bedeutung der Vielfalt

Von den rund 6.000 Sprachen, die heute weltweit gesprochen werden, sind über 2.500 vom Verschwinden bedroht. Daran erinnert die UNESCO am Internationalen Tag der Muttersprache, der am 21. Februar weltweit begangen wird. Er soll auf die Vielfalt des Kulturguts Sprache und die Bedeutung der Muttersprache als Ausdruck der kulturellen Identität aufmerksam machen.

Die Muttersprache ist Fundament der Bildung
© UNESCO/Amina Sayeed

Die Mehrheit der Sprachen, die weltweit gesprochen werden, sind lokale Sprachen. Allein in Indien gibt es mehr als 750 Lokal- und Regionalsprachen, in Papua-Neuguinea werden über 200 Sprachen gesprochen. Doch insgesamt geht die Vielfalt der Sprachen zurück: 90 Prozent der Sprachen werden von weniger als 100.000 Menschen genutzt.

Gründe für den Rückgang der Sprachenvielfalt sind Verstädterung, Migration und Vermischung der Sprachen. Auch die Medien begünstigen den Einfluss einzelner Sprachgruppen. Laut dem UNESCO-Weltatlas der bedrohten Sprachen sind 2.471 Sprachen gefährdet. 646 Sprachen sind akut vom Aussterben bedroht, weil Kinder sie nicht mehr als ihre Muttersprache erlernen. 576 Sprachen werden nur noch von der Generation der Großeltern gesprochen.

Seit dem Jahr 2000 macht die UNESCO mit dem internationalen Tag der Muttersprache auf die kulturelle Bedeutung lokaler Sprachen aufmerksam. Die Sprache einer Gemeinschaft ist wesentlich zum Verständnis ihrer kulturellen Traditionen. Sprache ist Träger von indigenem Wissen. Stirbt eine Sprache aus, dann geht damit auch das Erbe der Gemeinschaft verloren, die ihr Wissen über Generationen zumeist mündlich bewahrt und weitergegeben hat. Die UNESCO setzt sich daher für die Förderung von muttersprachlichem Unterricht und die Erhaltung von lokalen und regionalen Sprachen als wichtigem Bestandteil des Kulturerbes ein.

Gefährdete Sprachen in Deutschland

Auf dem Weltatlas der gefährdeten Sprachen stehen auch 13 Regional- und Minderheitensprachen in Deutschland. Als "ernst bedroht" gelten Nordfriesisch und Saterfriesisch. Immer weniger Menschen sprechen Sorbisch, Bairisch oder Alemannisch. Zu den gefährdeten Minderheitensprachen zählen das an der deutsch-dänischen Grenze gesprochene Jütländisch und das von den Sinti und Roma gesprochene Romani.

Auf die ebenfalls gefährdeten Mundarten Moselfränkisch und Rheinfränkisch soll am Welttag eine öffentliche Veranstaltung der saarländischen Initiative muddaschpròòch aufmerksam machen. In Kooperation mit dem Saarländischen Rundfunk lädt die Initiative zu einem bunten Abend mit Lesungen, Mundartmusik und Diskussionen ein. Podiumsgäste aus dem Saarland und den Nachbarländern diskutieren über die Bedeutung der saarländischen Kultursprachen und Perspektiven zu ihrer Erhaltung.

Weitere Informationen:

UNESCO Website zum Internationalen Tag der Muttersprache  

Botschaft der UNESCO-Generaldirektorin Irina Bokova

Interaktiver UNESCO-Weltatlas der bedrohten Sprachen  

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