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Juni 2014

Reichsabtei Corvey ist UNESCO-Weltkulturerbe

Herausragendes Zeugnis der karolingischen Architektur im Mittelalter

Das UNESCO-Welterbekomitee hat im Juni auf seiner Tagung in Katars Haupstadt Doha die Reichsabtei Corvey in die Welterbeliste aufgenommen. Das Komitee würdigte das Karolingische Westwerk und die Civitas Corvey aus dem frühen Mittelalter als Zeugnis von außergewöhnlich universellem Wert.

Schloss Corvey mit dem Karolingischen Westwerk
© Kulturkreis Höxter-Corvey gGmbH/Peter Knaup

Das Westwerk im nordrhein-westfälischen Höxter sei heute das einzige erhaltene Modell aus der Zeit der Karolinger. Es verbinde auf herausragende Weise die karolingische Architektur mit antiken Vorbildern zu einem Kunstwerk. Zudem habe die Reichsabtei im damaligen Frankenreich als geistiges, religiöses und politisches Zentrum eine entscheidende Rolle in Europa gespielt.

Gegründet wurde das Benediktinerkloster Corvey im Jahr 822 von der Herrscherfamilie der Karolinger. Das Kloster gehörte mit seiner Schule und Bibliothek im Mittelalter zu den wichtigsten Vermittlern der christlichen Kultur. Das Westwerk wurde erst zwischen 873 und 885 gebaut und prägte die abendländische Architektur. Es handelt sich um einen der Basilika westlich vorgesetzten Kirchenraum aus rotem Bruchsteinmauerwerk mit zwei Fassadentürmen und einem zentralen mittleren Turm. In allen Räumen finden sich farbige Wandmalereien mit Ornamentbändern, Zeichnungen und Mustern. Eine Besonderheit sind bis heute die mythologischen Figuren mit Bezug zur Antike, die die Kirchenväter in das christliche Weltbild integrierten.

Der Klosterbezirk Corvey war in seiner Blütezeit vom 9. bis 12. Jahrhundert eine halbautonome Verwaltungseinheit der Stadt. Eine Inschriftentafel, die aus der Gründungszeit des Klosters stammt, verweist auf die Civitas Corvey. 1265 wurde die Stadt Corvey zerstört. Nur das Kloster wurde im barocken Stil in seiner heutigen Form wieder aufgebaut. Das Westwerk hat die Wirren der Zeit besser überstanden. Es ist trotz mehrerer Umbaumaßnahmen im Wesentlichen erhalten geblieben.

Das UNESCO-Welterbekomitee hat in diesem Jahr insgesamt 26 Stätten neu in die Liste des Welterbes aufgenommen. Dazu zählen das Okavangodelta in Botsuana, die Akropolis von Pergamon in der Türkei und die Anden-Hauptstraßen der Inkas, die sich über sechs lateinamerikanische Länder erstrecken. Erstmals ist Myanmar mit den antiken Städten der Pyu in der Welterbeliste vertreten.

Weitere Informationen:

Bericht über die 38. Tagung des UNESCO-Welterbekomitees in Doha

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