Schriftgröße ändern

Zum Ändern der Schriftgröße verwenden Sie bitte die Funktionalität Ihres Browsers. Die Tastatur-Kurzbefehle lauten folgendermaßen:


[Strg]-[+] Schrift vergrößern
[Strg]-[-] Schrift verkleinern
[Strg]-[0] Schriftgröße Zurücksetzen



schließen
MenüService
Suche
  • Home
  • Schriftgröße

Dezember 2013

Bundesweit 128 Vorschläge für Immaterielles Kulturerbe

Bewerbungen reichen von Kratzputz über Bergaufzüge bis Heilen mit Bakterien

Das Interesse am immateriellen Kulturerbe in Deutschland ist groß. Im ersten Bewerbungsverfahren für das bundesweite Verzeichnis sind bei den Kulturministerien der 16 Länder insgesamt 128 Bewerbungen eingegangen. Dazu gehören Handwerkskünste, Erzähltraditionen, Bräuche und Musikformen. Sie spiegeln eine große Vielfalt von Traditionen wider, die in Deutschland lebendig sind und gepflegt werden.

Windsbacher Knabenchor
© Verband Deutscher KonzertChöre e.V.

Bis zum 30. November 2013 konnten sich Vereine, Gemeinschaften und Organisationen um die Aufnahme in das Verzeichnis bewerben. Zu den Vorschlägen zählen die mündliche Erzähltradition Graweredersch aus Thüringen, der deutschlandweit praktizierte Chorgesang sowie die Sächsischen Bergaufzüge und Bergparaden. Für das Wissen im Umgang mit der Natur steht etwa die mikrobiologische Therapie "Heilen mit Bakterien". Als traditionelle Handwerkskunst wurde unter anderem der Kratzputz an historischen Fachwerkgebäuden in Hessen vorgeschlagen. Das immaterielle Kulturerbe drückt sich in insgesamt fünf Bereichen aus: darstellende Künste, mündliche Überlieferungen, Bräuche, Rituale und Feste, Handwerkskünste sowie Wissen im Umgang mit der Natur und dem Universum.

"Die Erstellung des bundesweiten Verzeichnisses ist kein Wettbewerb um die schönste Tradition. Es geht auch nicht darum, Bräuche museal zu konservieren. Es geht um Wertschätzung, Wissen und Können. Die Aufmerksamkeit soll dazu führen, dass gelebte Traditionen von Generation zu Generation weiterentwickelt werden. Veränderungen sind das Interessante an diesen Kulturformen", sagt der Vizepräsident der Deutschen UNESCO-Kommission Professor Christoph Wulf. Mit dem Verzeichnis werde es erstmals eine Bestandsaufnahme des immateriellen Kulturerbes in Deutschland geben. Die Aufnahme sei eine sichtbare Anerkennung der kulturellen Ausdrucksform und ihrer Träger, so Wulf.

Auswahlverfahren

Bis April 2014 werden alle Bundesländer eine Vorauswahl für das Verzeichnis treffen. Jedes Land kann zwei Vorschläge an die Kultusministerkonferenz übermitteln. Sie erstellt aus den länderspezifischen Bewerbungen eine Vorschlagsliste, die an das Expertenkomitee Immaterielles Kulturerbe der Deutschen UNESCO-Kommission weitergeleitet wird. Das unabhängige Expertenkomitee evaluiert im September 2014 die Vorschläge aus den 16 Ländern und die länderübergreifenden Bewerbungen. Voraussichtlich im Dezember 2014 werden dann die ersten Einträge in dem bundesweiten Verzeichnis präsentiert.

Deutschland ist seit dem 10. Juli 2013 Vertragsstaat des UNESCO-Übereinkommens zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes. Das Übereinkommen fördert die Bewahrung und Pflege der in allen Weltregionen vorhandenen traditionellen Wissensformen, Kulturpraktiken und Alltagskulturen. Seit der Verabschiedung 2003 haben über 150 Staaten das Übereinkommen unterzeichnet.

Weitere Informationen:

Erhaltung des immateriellen Kulturerbes  

Aufnahmeverfahren in Deutschland   

Suche

Newsletter

Abonnieren Sie unsere verschiedenen Newsletter. mehr...