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April 2013

Das Wunder der Wüste

Veranstaltung zum Weltnaturerbe Ounianga-Seen im Tschad

Es ist eine einzigartige Oase inmitten der Sahara: Seit Juli 2012 gehören die Ounianga-Seen im Tschad zum UNESCO-Weltnaturerbe. In einer der heißesten Regionen der Erde konnten sich über Jahrtausende 18 Seen erhalten, die von großen Wasserquellen tief im Untergrund der Wüste gespeist werden. In Kooperation mit dem Bundesamt für Naturschutz und dem Museum Alexander Koenig informiert die Deutsche UNESCO-Kommission am 30. April in Bonn über dieses außergewöhnliche Weltnaturerbe.

Seen von Ounianga, Yoan-See
© Stefan Kröpelin

Eröffnet wird die Veranstaltung von Professor Dr. Wolfgang Wägele, Direktor des Museums Koenig. Grußworte halten Dieter Offenhäußer, stellvertretender Generalsekretär der Deutschen UNESCO-Kommission, und Professorin Dr. Beate Jessel, Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz. Ein Kurzfilm führt anschließend in die Seenlandschaft von Ounianga ein. In einem Fachvortrag informiert der Geologe Dr. Stefan Kröpelin vom Institut für Ur- und Frühgeschichte der Universität Köln über das Naturphänomen. Der Wüstenforscher hatte sich maßgeblich für den Eintrag in die UNESCO-Welterbeliste eingesetzt. Als Vertreter der Welterbestätte wird Dr. Baba Mallaye, Direktor des Centre National d'Appui à la Recherche (CNAR), aus dem Tschad anwesend sein.

Seen von Ounianga, Yoan-See
© Stefan Kröpelin

Die Seen von Ounianga wurden von der UNESCO wegen ihrer außergewöhnlichen Naturschönheit als Welterbe anerkannt. Die Seenlandschaft in der Sahara ist ein von besonderen Wüstenformen zerfurchtes Becken. Die Form und Verteilung der Seen in Verbindung mit dem Einfluss von Wind und der in den Seen flottierenden Vegetation erweckt den Eindruck von Wasserwellen in der Wüste. In den 18 Seen von Ounianga leben Fische und andere Wassertiere, eine üppige Vegetation prägt die Ufer.

Die wertvollste Klimadatenbank Afrikas

Die Seenlandschaft ist ein Relikt aus der letzten Feuchtzeit der Sahara, die von etwa 10.000 bis 1.500 vor Christus dauerte. Die Seen bilden ein weltweit einzigartiges hydrologisches System inmitten einer der größten Wüsten der Erde. Obwohl in dem heißen Klima mächtige Wassermengen unablässig aus den Seen verdunsten, gleicht ein riesiger Wasserspeicher im Untergrund die Verdunstung kontinuierlich aus. Die Ounianga-Seen sind die wertvollste Klimadatenbank Afrikas. Die Ablagerungen auf dem Grund der Seen ermöglichen präzise Rückschlüsse auf die Umwelt- und Lebensbedingungen der letzten Jahrtausende. Diese wohl "unerforschteste Region der Erde" ist nach Angaben des Geologen Stefan Kröpelin "eine der letzten Wissenschaftsfronten, die man als Geograf oder als Geologe auf der Erdoberfläche noch haben kann".

Seen von Ounianga, Teli-See
© Stefan Kröpelin

Veranstaltung zum UNESCO-Weltnaturerbe Ounianga-Seen
Die öffentliche Veranstaltung findet am 30. April 2013 im Zoologischen Forschungsmuseum Alexander Koenig (Adenauerallee 160, 53113 Bonn) statt. Beginn: 19.00 Uhr.

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