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November 2011

Welterbe erhalten und erleben

Nachhaltiger Tourismus in UNESCO-Welterbestätten

Touristische Angebote bieten einerseits die Chance, den Besuchern das Welterbe lebendig zu vermitteln. Andererseits stellt der Tourismus eine wesentliche Einnahmequelle dar. Ein nachhaltiger und denkmalverträglicher Tourismus leistet somit einen wesentlichen Beitrag zur Erhaltung des Kultur- und Naturerbes.

Natur erleben in Westheversand
© Martin Stock/Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein

Deutschland ist als Reiseland gefragter denn je. Nach Angaben der Deutschen Zentrale für Tourismus (DZT) wurde im Jahr 2010 erstmals die historische Marke von 60 Millionen Übernachtungen ausländischer Gäste durchbrochen. Die touristische Vielfalt Deutschlands ist im Ausland bekannt. Laut European Travel Monitor rangiert Deutschland als Kulturreiseziel bei den Europäern auf Platz zwei hinter Frankreich und noch vor Italien, Großbritannien und Spanien. Ein wesentlicher Faktor ist dabei das kulturelle Erbe.

2000 Jahre europäische Kulturgeschichte haben in Deutschland ihre Spuren hinterlassen. Das wissen inzwischen Reisende in aller Welt. In kaum einem anderen Land finden sie so viele einzigartige Natur- und Kulturstätten in solcher Dichte. 36 von ihnen hat die UNESCO als Welterbe von "außergewöhnlichem universellen Wert" für die Menschheit unter den Schutz der internationalen Konvention gestellt. Die deutschen Welterbestätten spiegeln die Vielfalt des kulturellen Erbes, angefangen vom Dom in Aachen über die Museumsinsel in Berlin bis zur industriellen Kulturlandschaft Zeche Zollverein in Essen.

Publikumsmagnet UNESCO-Welterbe

Prunktreppenhaus im Schloss Augustusburg
© Horst Gummersbach

Wie der Qualitätsmonitor Deutschland-Tourismus ermittelt hat, ist der Titel "UNESCO-Welterbe" für 34 Prozent aller ausländischen Besucher ein Reiseanlass. "Die DZT hat die UNESCO-Welterbestätten kontinuierlich in ihre weltweiten Kommunikations- und Vertriebsmaßnahmen eingebunden", erklärt Petra Hedorfer, Vorstandsvorsitzende der Deutschen Zentrale für Tourismus. Ein qualifizierter Tourismus solle dabei einen Beitrag zum Erhalt der Welterbestätten leisten und nachhaltig wirken. "Die DZT möchte die deutschen Welterbestätten nicht nur bekannter machen, sondern auch einen nachhaltigen Tourismus an Welterbestätten im denkmalverträglichen Ausmaß fördern", sagt Petra Hedorfer.

So finden beispielsweise in den Schlössern Augustusburg und Falkenlust, die seit 1984 zum UNESCO-Welterbe zählen, vielfältige Programme statt: Die Schlossverwaltung bietet verschiedenste thematische Führungen an, die das höfische Leben des 18. Jahrhunderts facettenreich schildern. Jeden Sommer laden die Brühler Schlosskonzerte zu einem internationalen Klassikfestival im berühmten Prunktreppenhaus ein. Vor allem, wenn die Besucher die Welterbestätten erleben können, entwickeln sie ein Verständnis für die Erhaltung der Kulturgüter.

Naturerlebnis Wattenmeer

"Der Titel 'UNESCO-Weltnaturerbe' ist auch eine Verpflichtung zum nachhaltigen Schutz dieses wertvollen Ökosystems", so Jens Enemark, Leiter des Wattenmeersekretariats in Wilhelmshaven. Seit 2010 werde in den Wattenmeer-Nationalparks erfolgreich eine Strategie für umweltverträglichen Tourismus umgesetzt.

Im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer arbeiten mehr als 100 touristische Betriebe eng mit der Nationalparkverwaltung zusammen. Sie bieten qualitativ hochwertige Dienstleistungen und regionale, saisonale, fair und umweltverträglich erzeugte Produkte an. Für den Gast bedeutet dies ein besonderes Angebot, das den Zielen des Weltnaturerbes gerecht wird.

Im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer spielt nachhaltige Mobilität eine wichtige Rolle. In Kooperation mit der Deutschen Bahn wird unter dem Motto "Fahrtziel Natur" die Anreise mit dem Zug intensiv beworben. Seit 2009 befördert der "Urlauberbus für 'nen Euro" Gäste der Region Ostfriesland überall hin – ein Angebot, das den Umstieg auf Bus und Bahn leicht macht.

Qualitätsvoller Tourismus in der Welterbestadt Bamberg

Besuchergruppe vor dem Fürstenportal des Bamberger Kaiserdoms
© Archiv des Bamberg Tourismus & Kongress Service

Die Stadt Bamberg kann auf ein Denkmalförderprogramm – das "Bamberger Modell" – aufbauen, das schon seit 1954 nachhaltig zur Bewahrung der Altstadt beiträgt. Mit der Ernennung zum UNESCO-Weltkulturerbe 1993 wurde die Tourismusstrategie neu formuliert. Ziel ist die Fortentwicklung und Sicherung eines qualitätvollen Tourismus für die Welterbestadt. Die konsequente Umsetzung der Imagebotschaft "Bamberg – Faszination Weltkulturerbe" führte zu einem kräftigen Besucherzuwachs. Seit Mai 2010 präsentiert sich Bamberg mit einem Welterbe-Besucherzentrum. Zur Qualitätssicherung führt der "Bamberg Tourismus & Kongress Service" fundierte Gästeführer-Ausbildungen durch, um die Welterbebotschaft noch tiefgründiger zu vermitteln.

Das Modellprojekt "Urbaner Gartenbau" soll die über Jahrhunderte innerstädtisch gewachsene Bamberger Gärtnerkultur nachhaltig in die Zukunft führen. Mit diesem innovativen Denkmalpflegeprojekt soll nicht nur das materielle Kulturgut, sondern auch das immaterielle Kulturerbe der Gärtner erhalten werden.

Auch in der Klosterlandschaft St. Michael gehen die denkmalpflegerische Sanierung und touristische Erschließung Hand in Hand. Die Entwicklung eines nachhaltigen Tourismus ist in der Welterbestadt Bamberg ein wichtiger Baustein für die kontinuierliche Pflege des kulturellen Erbes.

Der Artikel basiert auf dem Beitrag "Culture is Here to Stay" von Petra Hedorfer in UNESCO today 3/2011: Germany's Commitment to UNESCO's World Heritage.

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