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Die Reichenauer Handschriften

Die Buchmalerei des im Bodensee auf einer Insel gelegenen Klosters Reichenau aus dem 10. und 11. Jahrhundert repräsentiert in herausragender Weise die ottonische Buchmalerei Deutschlands. Nach dem Niedergang des karolingischen Reiches war unter den sächsischen Kaisern seit Otto dem Großen mit der politischen Konsolidierung, der Erneuerung des Reichsgedankens und mit der Reformierung der Kirche auch eine kulturelle Blüte eingeleitet worden. Auf dem Gebiet der Kunst führte sie erstmals zu einer Vorrangstellung der deutschen (ottonischen) Buchmalerei in Europa.

Eines der bedeutendsten Werke der Reichenauer Buchmalerei ist das Perikopenbuch Heinrichs II.
© UNESCO

Die Kaiser und die mächtigen Reichsbischöfe traten als Mäzene auf, um die großen Kirchen des Reichs mit kostbarem Gerät und erlesenen Handschriften zu schmücken. Das geistig-kulturelle und religiöse Klima hatte sein Pendant in künstlerischen Hochleistungen. Daran hatte die Reichenau durch hohe bischöfliche und kaiserliche Aufträge einen wesentlichen Anteil. Kaum eine Malschule prägte die Vorstellung von der ottonischen Kunst so stark wie die Miniaturen der Reichenau. In ihnen spiegelt sich die Spiritualität der Zeit. Der hohe Anspruch wird an den spätantiken, karolingischen und byzantinischen Vorbildern deutlich.

Eine der großen Leistungen der Reichenauer Buchmalerei sind die ausführlichen Miniaturzyklen zum Leben Christi, welche die Malerei der folgenden Jahrhunderte beeinflussten. Als Kunstwerke und als Geschichtsquellen ersten Ranges gelten insbesondere die Kaiserbilder, die den liturgischen Handschriften eingefügt sind. Sie bringen die Auffassung des von Gott eingesetzten Herrschers zum Ausdruck, der zugleich zum Schutz der Kirche berufen ist. Mit der Aufnahme des Herrscherbildes in das Buch wird gleichzeitig der Beistand der Kirche und der Einschluss des Herrschers in das Gebet sinnfällig gemacht.

Die ins Weltdokumentenerbe der UNESCO aufgenommenen Manuskripte der Reichenauer Buchmalerei befinden sich in der Bayerischen Staatsbibliothek München, in der Staatsbibliothek Bamberg, in der Hessischen Landesbibliothek zu Darmstadt, der Stadtbibliothek Trier und im Aachener Domschatz, in der Bibliothèque Nationale de France, Paris, und im Museo Archeologico Nazionale di Cividale del Friuli.

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