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Die Goldene Bulle

Auf gemeinsamen Vorschlag Österreichs und Deutschlands wurden die sieben Originale der Goldenen Bulle und die persönliche Prunkhandschrift des böhmischen Königs Wenzel im Juni 2013 in das UNESCO-Register "Memory of the World" aufgenommen.

Goldene Bulle
Quelle: Wikimedia Commons

Die Goldene Bulle war von 1356 an das wichtigste Verfassungsdokument des Heiligen Römischen Reiches bis zu dessen Ende 1806 zu Zeiten Napoleons. Es legte in lateinischer Sprache das Verfahren der deutschen Königswahl fest und war auf  Initiative des römisch-deutschen Kaisers Karl IV. entstanden. Der Name bezieht sich auf das goldene Siegel der Urkunde und wurde ab dem 15. Jahrhundert gebräuchlich.

Der Erlass der Goldenen Bulle ist ein bedeutender Akt aus einer Zeit der europäischen Geschichte, in der viele verschiedene Kulturen und Völker in Europa im Heiligen Römischen Reich zusammengefasst waren. Nachdem es immer wieder zu Streitigkeiten und Kriegen um die Königsthronfolge gekommen war, schuf Kaiser Karl IV. mit der Goldenen Bulle eine gesetzliche Vorgabe für die Krönung eines neuen Königs. Das Verfassungsdokument sollte so das Heilige Römische Reich stabilisieren und künftig Konflikte in dem großen, heterogenen Reich vermeiden.

Wahlberechtigt sind die sieben Kurfürsten, die Mitglieder des Hochadels waren. Die Wahl musste nicht mehr einstimmig erfolgen, sondern nur mit Mehrheit. Ein Mitspracherecht des Papstes bei der deutschen Königswahl war nicht vorgesehen. Die ersten 23 Kapitel des Gesetzeswerkes wurden Anfang 1356 in Nürnberg erlassen, die Kapitel 24 bis 31 Ende des Jahres in Metz.

Bis heute sind alle sieben Originale der Goldenen Bulle erhalten geblieben. Teil des Eintrags in das Register "Memory of the World" ist auch die persönliche Prunkhandschrift des Königs Wenzel IV., des ältesten Sohns von Kaiser Karl IV. Seine verzierte Kopie der Goldenen Bulle wurde zum Vorbild für viele spätere Ausgaben. Alle Originale liegen in verschiedenen Archiven und Bibliotheken in Deutschland und Österreich.

UNESCO: Memory of the World Register

Standorte:

Böhmisches Exemplar: Österreichisches Staatsarchiv

Frankfurter Exemplar: Institut für Stadtgeschichte, Frankfurt am Main

Kölner Exemplar: Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt

Mainzer Exemplar: Österreichisches Staatsarchiv

Nürnberger Exemplar: Staatsarchiv Nürnberg

Pfälzisches Exemplar: Bayerisches Hauptstaatsarchiv

Trierer Exemplar: Landesarchiv Baden-Württemberg (Hauptstaatsarchiv Stuttgart)

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