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Oktober 2012

Zwei-plus-Vier-Vertrag ist UNESCO-Dokumentenerbe

Festakt 20 Jahre "Memory of the World"

Der Zwei-plus-Vier-Vertrag von 1990 und 14 weitere historische Dokumente zum Bau und Fall der Berliner Mauer gehören zum UNESCO-Dokumentenerbe. Bundesaußenminister Dr. Guido Westerwelle, die UNESCO-Generaldirektorin Irina Bokova und der Präsident der Deutschen UNESCO-Kommission Walter Hirche überreichten am 10. Oktober 2012 in Berlin die UNESCO-Urkunden an die Vertreter von neun Archiven und Institutionen. Die Verleihung war der Höhepunkt des Festakts zum 20-jährigen Bestehen des UNESCO-Programms "Memory of the World" im Auswärtigen Amt.

'Sprung in die Freiheit'
© Staatsarchiv Hamburg

Im Jahr 2011 hat die UNESCO die Dokumente in das Weltregister "Memory of the World" aufgenommen. Der Zwei-plus-Vier-Vertrag legte den Grundstein für die Wiedervereinigung Deutschlands und eröffnete ein neues Kapitel für das friedliche Zusammenleben in Europa. Unterzeichnet wurde der Vertrag am 12. September 1990 zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der DDR und den vier Siegermächten des Zweiten Weltkriegs. 14 weitere Dokumente erinnern an die Zeit vom Bau bis zum Fall der Berliner Mauer, unter anderem das Bild "Sprung in die Freiheit" des flüchtenden Grenzpolizisten Conrad Schumann aus dem Jahr 1961, die berühmte Berliner Rede des US-Präsidenten John F. Kennedy aus dem Jahr 1963 sowie die Aufnahmen der internationalen Pressekonferenz, in der Günter Schabowski am 9. November 1989 die Reisefreiheit für DDR-Bürger verkündete.

Ein Meisterwerk der Diplomatie

Zu Beginn des Festakts im Auswärtigen Amt berichtete die UNESCO-Generaldirektorin Irina Bokova von ihren eigenen, lebhaften Erinnerungen an den 9. November 1989. Der Fall der Berliner Mauer, so Bokova, sei Teil unseres kollektiven Gedächtnisses und unserer ganz persönlichen Lebensgeschichten.

Außenminister Westerwelle betonte, die Wiedervereinigung sei die schönste politische Stunde Deutschlands in den vergangenen Jahrzehnten, die es für die kommende Generation zu bewahren gelte. Die Aufnahme der Dokumente in das "Gedächtnis der Welt" sei mehr als nur ein notarieller Akt – es sei ein Moment der Freude und Dankbarkeit. Westerwelle richtete den Blick auch in die Zukunft: Das Geschenk der Wiedervereinigung sei auch Verpflichtung. Es gelte, das Versprechen umzusetzen, ein geeintes Deutschland in einem geeinten Europa zu verankern und sich gerade in Krisenzeiten gegen den kalten Wind der Renationalisierung in Europa zu stellen.

Übergabe der UNESCO-Urkunde
© DUK

"Der Fall der Berliner Mauer ist bis heute ein Meilenstein für Demokratie und Freiheit. Der Wandel hat das Leben von Millionen von Europäern grundlegend verändert. Mit dem Zwei-plus-Vier-Vertrag, einem Meisterwerk der Diplomatie, erlangte Deutschland Einheit und Souveränität. In Europa wurde die Grundlage für eine neue Friedensordnung geschaffen. Die nun eingetragenen Zeitdokumente stehen für das kollektive Gedächtnis der Menschheit", sagte Minister a.D. Walter Hirche, Präsident der Deutschen UNESCO-Kommission.

An dem Festakt nahmen auch der langjährige deutsche Außenminister Hans-Dietrich Genscher und Lothar de Maizière, letzter Ministerpräsident der DDR, teil. Sie waren dabei, als der Zwei-plus-Vier-Vertrag zustande kam. Als Zeitzeugen berichteten sie von der aufregenden Zeit des politischen Umbruchs. Der damalige Verhandlungsführer für das Auswärtige Amt, Staatssekretär a.D. Dieter Kastrup, schilderte die Entstehung des Vertrags. Der Zwei-plus-Vier-Vertrag wird im Politischen Archiv des Auswärtigen Amts aufbewahrt.

Memory of the World

Der Festakt im Auswärtigen Amt markierte auch das 20-jährige Bestehen des Programms "Memory of the World". Seit 1992 fördert das UNESCO-Programm den Erhalt und den Zugang zu Dokumenten der Kultur- und Geistesgeschichte der Menschheit: wertvolle Buchbestände, Handschriften, Partituren, Unikate, Bild-, Ton- und Filmdokumente. Das Register umfasst derzeit 245 Zeugnisse aus 96 Ländern. Aus Deutschland sind bisher 13 Beiträge verzeichnet, darunter die Gutenberg-Bibel, Goethes literarischer Nachlass, der Film "Metropolis" und das Benz-Patent.

Weitere Informationen:

Dokumente zum Bau und Fall der Berliner Mauer und der Zwei-Plus-Vier-Vertrag 

UNESCO-Programm "Memory of the World"

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