Deutsche UNESCO Kommission e.V.

Kaleidoskop der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen

Beispiele zur Umsetzung der UNESCO-Konvention zur Vielfalt kultureller Ausdrucksformen

Im April 2012 hat die Bundesrepublik Deutschland – zeitgleich mit weiteren 94 Vertragsparteien – erstmalig einen Umsetzungsbericht zum UNESCO-Übereinkommen über den Schutz und die Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen erstellt.

Als Fachbeitrag der Zivilgesellschaft ist dazu ein Kaleidoskop aus Projekten, Initiativen und Maßnahmen entstanden, das die Vielfalt kultureller Ausdrucksformen und die Umsetzung der Konvention in und durch Deutschland spiegelt: Welche Chancen eröffnet die Konvention in Deutschland? Wie wurde sie bisher in und durch Deutschland umgesetzt? Mit welchen Ergebnissen? Welche Herausforderungen und Schwachstellen zeigen sich? Welche Lösungswege sind möglich?

Monitoring beginnen – aus Erfahrungen lernen

Zivilgesellschaftliche Akteure, Verbände und Gruppen, öffentlich finanzierte Organisationen und Institutionen sowie politisch Verantwortliche haben Beispiele eingereicht, die im Sinne der UNESCO-Konvention zur Vielfalt kultureller Ausdrucksformen wirken, überzeugen, inspirieren und zur Nachahmung anregen. Es geht darum, das bisherige Engagement in Deutschland in Bezug auf das Übereinkommen zur Vielfalt kultureller Ausdrucksformen aufzuzeigen.

Das Kaleidoskop der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen soll das bunte Spektrum an Initiativen, Maßnahmen und Projekten widerspiegeln – erfolgreiche wie auch weniger erfolgreiche bis nicht-funktionierende Praxis; fehlende, hinderliche bis förderliche Strukturen und Rahmenbedingungen.

Kriterien

Willkommen ist eine vielfältige Bandbreite von Beispielen der Zivilgesellschaft, den Institutionen und Organisationen aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft, Kunst und Kultur, Bildung und Forschung, aus dem Bereich Medien und Kommunikation sowie der internationalen und Entwicklungszusammenarbeit. Im Sinne der UNESCO-Konvention gelten als Beispiele:

  • kultur- und medienpolitische, künstlerische oder Bildungs-Initiativen;
  • politische Maßnahmen, Strukturen und Rahmenbedingungen, die die Vielfalt kultureller Ausdrucksformen bedingen (z.B. auch fiskale und/oder wirtschaftliche Politiken);
  • Projekte und Programme, die den internationalen Austausch, Künstlermobilität, kulturelle Ausdrucksformen, Professionalisierung von Künstlern, Koproduktionen, Nord-Süd-Kooperationen, den Zugang zu Kultur und die Bewusstseinsbildung für kulturelle Vielfalt fördern.

Die Beispiele betreffen folgende Bereiche:

  • Politische Maßnahmen, Programme und Strukturen in den Feldern Kultur, Handel, Medien, Informations- und Kommunikationstechnologien und weitere relevante Politikfelder; zu den Beispielen
  • Kulturelle Ausdrucksformen fördern und schützen: visuelle, darstellende Künste, kulturelle Bildung, Kulturjournalismus, Zugang zu Kunst und Kultur; zu den Beispielen 
  • Internationale Zusammenarbeit: Mobilität von Künstlern, Zusammenarbeit mit Kunst- und Kulturschaffenden aus Entwicklungsländern, Capacity Building im Bereich Management und Technologietransfer, Unterstützung der unabhängigen Kultur- und Kreativwirtschaft, technische und finanzielle Entwicklungshilfe, Koproduktionen und -vertrieb; zu den Beispielen 
  • Capacity Building: Professionalisierung von Kunst- und Kulturschaffenden, Vernetzung, Informations- und Wissenstransfer; zu den Beispielen
  • Kultur und Entwicklung: Integration von Kultur in Entwicklungspolitik und -projekte; zu den Beispielen 
  • Informationsaustausch und -analyse: Sammlung und Verbreitung von Daten und Informationen über Rahmenbedingungen und die Situation der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen, Unterstützung von Transparenz und Nachvollziehbarkeit auf Verwaltungsebene, Forschung; zu den Beispielen 
  • Orte kultureller Vielfalt; zu den Beispielen
  • Umfeld; zu den Beispielen 

Die eingereichten Beispiele wurden anhand der genannten Kriterien geprüft. So ist Schritt für Schritt ein virtuelles Kaleidoskop der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen entstanden, das Ergebnisse und Herausforderungen der Umsetzung dieser UNESCO-Konvention in und durch Deutschland veranschaulicht.

Beispiele konnten bis zum 31. Dezember 2011 eingereicht werden.

Diese Sammlung ist als ein Fachbeitrag zum ersten Umsetzungsbericht 2012 angelegt. Gemäß Artikel 9 der Konvention müssen die Vertragsparteien alle vier Jahre die UNESCO über die auf nationaler und internationaler Ebene ergriffenen Maßnahmen zum Schutz und zur Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen informieren. Die in dem Bericht zusammengestellten Daten und Informationen sollen den Austausch von Erfahrungen und Beispielen erleichtern und so zur Umsetzung der Konvention beitragen.

Mit diesem Projekt greift die Deutsche UNESCO-Kommission Vorschläge der Bundesweiten Koalition Kulturelle Vielfalt auf:

Das Kaleidoskop spiegelt den Stand der Projekte, Programme und Maßnahmen zum Zeitpunkt der Einreichungen wider (November 2011 bis Januar 2012).