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Trainingskurse im Nahen Osten und Nordafrika

Die DUK organisierte zwischen Oktober und Dezember 2009 drei Trainingskurse für 65 Entscheidungsträger aus mehr als 30 Ministerien des Nahen Ostens und Nordafrikas. Die Ministerialbeamten werden ausgebildet in modernen Methoden der Politikgestaltung im Wassersektor. Finanziert wurden die Trainingskurse vom Auswärtigen Amt. Partner der Umsetzung der Trainingskurse waren das UN-Water Decade Programme for Capacity Development und das deutsche IHP/HWRP-Nationalkomitee. Die Workshops wurden an der DAAD-Außenstelle in Kairo abgehalten.

Die MENA-Region (Middle East/North Africa) leidet unter einer im weltweiten Vergleich beispiellosen Wasserknappheit. In den meisten MENA-Staaten wurden daher bereits umfassende Maßnahmen auf der Angebotsseite des Wassersektors getroffen; das Wasserangebot kann kaum weiter gesteigert werden, eher droht es wegen des Klimawandels zu sinken. Zugleich wächst die Bevölkerung in der MENA-Region dramatisch, bis 2030 wird sie um bis zu 90 Prozent zugenommen haben. Wegen der Notwendigkeit immer neuerer technischer Maßnahmen führt die Wasserversorgung bereits heute zu großen volkswirtschaftlichen Kosten (bis zu 3,5 Prozent des Bruttoninlandsprodukts).

Gleichzeitig ist die Wasserbewirtschaftung heute längst nicht mehr ökologisch nachhaltig; fallende Grundwasserspiegel und weitere Ausbreitung von Wüsten sind die Folge. Dies verursacht auch enorme volkswirtschaftliche Kosten: deutlich über 0,5 Prozent des Bruttoninlandsprodukts in der Region. Die MENA-Staaten bilden eine Schlüsselregion für die internationale Sicherheitspolitik. Obwohl seit dem Jahr 3.000 vor Christus viele politische Spannungen Wasser zum Thema hatten, ist bislang kein Krieg um Wasser per se geführt worden. Es muss davon ausgegangen werden, dass bei dramatisch steigender Nachfrage und konstantem Angebot Wasser immer mehr zum Gegenstand internationaler Auseinandersetzungen wird.

Ein rein angebotsorientierter Ansatz ist ökonomisch und gesellschaftlich nicht zukunftsfähig. Seit dem Gipfel von Rio 1992 hat sich weltweit ein politischer und methodischer Konsens gebildet, wie Wasserressourcen gerade unter Bedingungen der Knappheit angemessen zu bewirtschaften sind. „Integrated water resources management“ (IWRM) ist heute ein Methodenbaukasten, der darauf beruht, Angebot und Nachfrage zugleich in den Blick zu nehmen, und der zudem auf partizipative Politikgestaltung und fortlaufende Anpassung an veränderte Rahmenbedingungen abzielt. IWRM ist ein für die MENA-Region dringend notwendiger, neuer Politikansatz, der auch von den Millenniumsentwicklungszielen gefordert wird. Dies haben einzelne MENA-Staaten bereits erkannt; sie planen (Libyen, Algerien, Marokko) oder setzen nationale IWRM-Strategien um (Tunesien, Ägypten). Allen MENA-Staaten ist gemein, dass ihre institutionellen und menschlichen Kapazitäten bei weitem nicht ausreichen, um das anspruchsvolle IWRM-Konzept umzusetzen. Kapazitäten zur IWRM-Formulierung fehlen in vielen, für den Wassersektor zuständigen Ministerien.

Das Trainingsprogamm von DUK, UNW-DPC und dem IHP/HWRP-Nationalkomitee half, diesen Kapazitätenmangel zu mildern. Es führte Entscheidungsträger aus verschiedenen für Wasser zuständigen Ministerien (Landwirtschaft, Umwelt, Planung, Entwicklung) in IWRM-Ansätze und –Techniken ein.  Diese Entscheidungsträger sollen eine Neugestaltung der Wasserpolitik künftig besser mitgestalten können. Es ging in dem Trainingsprogramm nicht um die Entwicklung neuer Lösungsansätze, sondern um die Gewinnung von „Mitstreitern“ für die Umsetzung bereits formulierter Lösungsansätze, um Politikprozesse zu beschleunigen und dadurch internationale Zusammenarbeit, Sicherheit und Frieden in der MENA-Region zu fördern. Weitere Partner in dem Trainingsprogramm waren UNDP, die GTZ, UN ESCWA, das ägyptische Wasserforschungsinstitut und das UNESCO-Institut für Wasserbildung in Delft.

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