Deutsche UNESCO Kommission e.V.

Zwischenstaatliche Ozeanographische Kommission

Die "Intergovernmental Oceanographic Commission" (IOC) wurde 1960 gegründet. Sie erlaubte, dass sich trotz des Kalten Krieges die Staaten der NATO und des Warschauer Pakts eng zur Ozeanforschung abstimmten. Heute koordiniert die IOC den Aufbau ehrgeiziger Forschungsprogramme im Kontext des globalen Wandels und Beobachtungsprogramme zur Katastrophenvorsorge.

Logo der IOC

Die IOC unterstützt den internationalen Erfahrungsaustausch und den Technologietransfer. Ein Schwerpunkt ist die Aus- und Fortbildung von Wissenschaftlern und Fachpersonal aus Entwicklungsländern. Beim Aufbau wissenschaftlicher Kapazitäten verfolgt die IOC eine übergreifende Strategie zur Stärkung von Kompentenzen, technischer und administrativer Infrastruktur.  

Die aktuellen Schwerpunkte der IOC-Aktivitäten sind:

  • wissenschaftliche Unsicherheiten beim Management der Meeresumwelt und bei der Bewältigung des Klimawandels zu reduzieren,
  • dauerhafte Beobachtungsdienste für das Management und die nachhaltige Entwicklung des offenen und des küstennahen Ozeans zu schaffen und
  • die Infrastruktur der Küstenforschung und -beobachtung in den IOC-Staaten zu stärken.

Genauer adressiert die IOC folgende Punkte mit hoher Priorität:

  • Abwendung bzw. Minderung der Auswirkungen von Naturgefahren,
  • Anpassung an Klimaänderungen und Minderung ihrer Auswirkungen,
  • Bewahrung der Gesundheit der ozeanischen Ökosysteme und
  • Managementempfehlungen für einen nachhaltigen Umgang mit der Umwelt und den Ressourcen des Ozeans und der Küsten.

Die IOC ist eine Unterorganisation der UNESCO, die an die UNESCO-Generalkonferenz berichtet, ansonsten aber funktionale Autonomie genießt. Die IOC hat 147 Mitgliedstaaten (Stand: März 2014), die alle zwei Jahre in der Versammlung (Assembly) über das Programm abstimmen, das die UNESCO-Generalkonferenz bestätigt. Der Exekutivrat der IOC tagt jährlich. Die Tagesgeschäfte erledigt das Sekretariat der IOC in der Zentrale der UNESCO in Paris. Das Sekretariat wird von der Kanadierin Wendy Watson-Wright geleitet, die gleichzeitig Beigeordnete Generaldirektorin (ADG) der UNESCO ist. Die IOC besitzt sechs regionale Unterorganisationen

Die IOC ist die wichtigste UN-Organisation zum Thema Ozeane, was sich auch daran zeigt, dass sie im übergreifenden Abstimmungsgremium UN-Oceans die Führungsrolle hat. Die IOC leistet einen wichtigen Beitrag zu GEOSS, dem geplanten weltumspannenden Beobachtungssystem für den Planet Erde, da sie GOOS koordiniert, das derzeit aufgebaute globale Ozeanbeobachtungssystem.

Die IOC hat keine eigenen Forschungsschiffe oder Bojen. In den IOC-Gremien definieren die IOC-Mitgliedstaaten internationale Forschungsprogramme, zu denen sie Beiträge leisten, z.B. durch die Bereitstellung der nationalen Schiffe. Koordination ist auf den vielfältigsten Ebenen nötig: Daten müssen gemäß einheitlicher Standards erhoben, zusammengeführt und gespeichert werden; Forschungsprogramme müssen veränderten Prioritäten angepasst, neue Technologien müssen angemessen eingesetzt werden. Bei der Beobachtung kommen verschiedene moderne Technologien wie frei treibende Messbojen, Satelliten, automatisch registrierende Messstationen auf der gesamten Welt sowie Forschungsschiffe zum Einsatz. Viele Beobachtungsstationen wurden in den letzten Jahren aufgerüstet, um Daten in Echtzeit zu liefern. Dies ist insbesondere für die Vorhersage von Stürmen und Überflutungen nötig, für die Tsunami-Frühwarnung ist es unerlässlich.

Website der IOC der UNESCO