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Inklusive Bildung in Deutschland

Seit 2009 ist die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen auch für Deutschland rechtlich bindend. Artikel 24 der Konvention enthält das Recht auf inklusive Bildung und fordert dazu auf, Menschen mit Behinderungen den Besuch einer Regelschule zu ermöglichen. Beim Deutschen Institut für Menschenrechte in Berlin ist eine Monitoring-Stelle für die Umsetzung der Konvention in Deutschland angesiedelt.

Schulische Bildung

In der gesamten Bundesrepublik weisen insgesamt 494.744 Schülerinnen und Schüler einen sonderpädagogischen Förderbedarf auf (Zahlen für das Schuljahr 2012/2013). Das entspricht 6,6 Prozent der Gesamtschülerzahl. Für die einzelnen Bundesländer sind die Zahlen jedoch durchaus verschieden: Während in Niedersachsen 5,0 Prozent aller schulpflichtigen Schülerinnen und Schüler als förderbedürftig eingestuft werden, sind es in Mecklenburg-Vorpommern 10,1 Prozent.

Im bundesweiten Durchschnitt zählen neben Kindern mit Behinderungen vor allem Kinder mit Migrationshintergrund zu der Gruppe mit sonderpädagogischem Förderbedarf. Insgesamt werden in Deutschland rund 72 Prozent der Kinder mit ausgewiesenem Förderbedarf in separaten Förderschulen unterrichtet. Nur etwa 25 Prozent von ihnen besuchen eine allgemeine Regelschule (2008/2009: 18,4 Prozent; 2011/2012: über 25 Prozent). Zwischen den einzelnen Bundesländern bestehen jedoch erhebliche Unterschiede: Während in  Bremen 63,1 Prozent und in Schleswig-Holstein beispielsweise besuchen 57,5 der Schülerinnen und Schüler mit Förderbedarf eine Regelschule besuchen, sind es in Niedersachsen nur 14,7 Prozent. Siehe hierzu: Update Inklusion - Datenreport zu den aktuellen Entwicklungen, Bertelsmann Stiftung (2014)

Förderschulen erweisen sich häufig als Sackgasse für die weitere Entwicklung der Kinder – fast drei Viertel aller Förderschüler erreichen keinen Hauptschulabschluss.

Frühkindliche Förderung

Für Kindertagesstätten besteht über den Grundsatz der uneingeschränkten Teilhabe (§ 4 Absatz 3, § 19 Absatz 3 SGB IX) hinaus ein integrativer Förderauftrag (§ 22a Absatz 4 Sozialgesetzbuch VIII). Demnach sollen Kinder mit und ohne Behinderung grundsätzlich in Gruppen gemeinsam gefördert werden.

Dennoch gestaltet sich auch die Situation inklusiver frühkindlicher Förderung bundesweit sehr unterschiedlich. In Berlin und Brandenburg besuchen über 95 Prozent alle Kinder mit besonderem Förderbedarf integrative Kindertageseinrichtungen. Auch in Bremen, Sachsen-Anhalt und Hamburg werden weniger als 10 Prozent der Kinder mit besonderem Förderbedarf in Sondereinrichtungen betreut. In Baden-Württemberg und Bayern hingegen besuchen über 50 Prozent der Kinder mit besonderem Förderbedarf eine gesonderte Einrichtung. Siehe hierzu: Inklusion in Deutschland – eine bildungsstatistische Analyse, Bertelsmann Stiftung (2013).

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