Deutsche UNESCO Kommission e.V.

Ingenieurwissenschaften

Im November 2011 hat die UNESCO-Generalkonferenz eine von Deutschland eingebrachte und von 16 Staaten mit getragene Resolution zur „UNESCO Engineering Initiative“ im Konsens verabschiedet. Zentrale Ziele dieser Initiative sind die Ingenieurausbildung weltweit zu modernisieren, auf Nachhaltigkeit auszurichten und dabei verstärkt Frauen als Ingenieure zu gewinnen.

Ragesh Vasudevan (Flickr CC)

Diese Initiative ruft die einzelnen Staaten, ihre Hochschulen und Ingenieurverbände zur internationalen Zusammenarbeit mit Schwellen- und Entwicklungsländern auf. Das Pariser Sekretariat der UNESCO hat in vielen Veranstaltungen weltweit für nationale Beiträge geworben. Gespräche fanden auch statt mit der Deutschen UNESCO-Kommission e.V. (DUK) und dem Verein Deutscher Ingenieure e.V. (VDI), die sich dazu auf eine enge Zusammenarbeit verständigt haben.

VDI und DUK haben zur Ausgestaltung eines deutschen Beitrags global agierende deutsche Unternehmen (Bayer AG, Robert Bosch GmbH, E.ON SE, TÜV Rheinland AG, Volkswagen AG) sowie die TU9 für eine Kooperation gewinnen können. Der Kreis kann jederzeit um weitere Kooperationspartner erweitert werden. Im Laufe des Jahres 2013 sollen unter Einbindung weiterer Partner, z.B. aus der deutschen Entwicklungszusammenarbeit, noch mehr Beiträge aus Deutschland entwickelt werden. Diese Beiträge sollen die internationale Ausrichtung der UNESCO-Initiative auf Qualität und Nachhaltigkeit, welche traditionell Merkmale des deutschen Ingenieurwesens sind, durch gezielte Kooperation mit ausgewählten Entwicklungs- und Schwellenländern unterstützen und Kapazitäten im Bereich des Ingenieurwesens stärken. Die Partner werden nach internationaler Abstimmung und Synergien der Aktivitäten streben, insbesondere in Kontakt mit dem Pariser UNESCO-Sekretariat, und um auf die Zusammenarbeit der Länder des Südens untereinander einzuwirken.

Bis 2011 umfasste das ingenieurwissenschaftliche Programm der UNESCO verschiedene Initiativen, zum Beispiel "Technology for Poverty Eradication", zur Entwicklung kleiner innovativer Firmen. UNISPAR stand für "University-Industry-Science Partnership"; Dieses förderte seit 1993 die Mitwirkung von Universitäten an der Industrialisierung (mehr dazu). Der Mondialogo Engineering Award (der bis Ende 2009 existierte) förderte innovative Projekte von Studenten.

Zudem trat die UNESCO schon vor 2011 für die Rolle von Frauen in den Ingenieurwissenschaften ein, entwickelt Statistiken, Indikatoren, Bildungsstandards und Akkreditierungsrichtlinien. Außerdem organisiert sie Veranstaltungen wie 2007 die Konferenz “Innovation for Development” (dort wurde eine Erklärung verabschiedet). Die UNESCO ist auch Partner der Welt-Ingenieurskonferenzen, zuletzt 2011 in Genf, und stellt das Sekretariat für die Weltföderation der Vereinigungen von Ingenieuren (WFEO). Hinzu kommen die über 30 UNESCO-Lehrstühle in Ingenieurwissenschaften und Technologie (vgl. Übersicht).