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Frühkindliche Bildung inklusiv gestalten: Chancengleichheit und Qualität sichern

Resolution der 69. Hauptversammlung der Deutschen UNESCO-Kommission, Brühl, 26. Juni 2009

Jedes Kind ist einzigartig. Es hat ein Recht auf Achtung, Wohlergehen, Entfaltung seiner Persönlichkeit und auf vielfältige Entwicklungschancen, so niedergelegt im UN-Übereinkommen über die Rechte des Kindes. Dass alle Menschen weltweit Zugang zu qualitativ hochwertiger Bildung erhalten und ihre Potenziale entfalten können, ist eines der wichtigsten Ziele der UNESCO.

Die große Bedeutung der frühkindlichen Bildung für Leben und Lernen wird, so zeigt der UNESCO-Weltbildungsbericht 2009, nach wie vor unterschätzt. In dieser Phase können auch frühe Benachteiligungen ausgeglichen werden. Der Ausbau und die Verbesserung frühkindlicher Förderung und Erziehung, insbesondere für benachteiligte Kinder, ist eines der sechs fundamentalen Bildungsziele des weltweiten Aktionsplans "Bildung für alle".

Neben der Bildung und Erziehung in der Familie und der Familienbildung spielen Kindertageseinrichtungen eine besondere Rolle in der Gestaltung früher Lern- und Lebenswelten und für die Teilhabechancen aller Kinder. Als öffentliche Bildungsinstitutionen haben sie den gesetzlichen Auftrag zur Bildung, Betreuung und Erziehung von Kindern, deren soziale, emotionale, körperliche und geistige Entwicklung sie fördern sollen. Barrieren im frühkindlichen Bildungssystem müssen abgebaut werden, um jedem Kind die Teilhabe an qualitativ hochwertiger Bildung zu ermöglichen.

I.

Die Deutsche UNESCO-Kommission bekräftigt die Forderung der 48. UNESCO-Weltkonferenz der Bildungsminister im November 2008 in Genf, Bildungssysteme inklusiv zu gestalten. Unabhängig von Geschlecht, Religion, ethnischer Zugehörigkeit, besonderen Lernbedürfnissen, sozialen und ökonomischen Voraussetzungen etc. müssen allen Menschen die gleichen Möglichkeiten offen stehen, an qualitativ hochwertiger Bildung teilzuhaben und ihre Potenziale zu entwickeln.

Die Deutsche UNESCO-Kommission begrüßt das Konzept der Inklusion, das die unterschiedlichen Bedürfnisse aller Lernenden in den Mittelpunkt rückt und Vielfalt als Chance für Lern- und Bildungsprozesse begreift. Inklusive Bildung erfordert flexible Bildungsangebote und dementsprechende strukturelle und inhaltliche Anpassungen in allen Bereichen des Bildungssystems unter Einschluss der frühkindlichen Bildung.

Die Deutsche UNESCO-Kommission bekräftigt das Recht jedes Kindes auf individuelle Förderung und unterstreicht in dieser Perspektive die entscheidende Bedeutung der frühkindlichen Bildung für Leben und Lernen.

Die Deutsche UNESCO-Kommission ist überzeugt, dass Inklusion Leitidee der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung sein muss.

Die Deutsche UNESCO-Kommission betont, dass zur Umsetzung dieser Leitidee die Qualität in der frühkindlichen Bildung gesteigert und die Chancengleichheit verstärkt werden muss.

II.

Die Deutsche UNESCO-Kommission appelliert daher an Bund und Länder,

  • Inklusion als verbindliches Ziel der frühkindlichen Bildung zu definieren,
  • die Qualität frühkindlicher Bildung strukturell und inhaltlich zu sichern und Standards zu entwickeln, um damit unter anderem die Umsetzung des Ziels der Inklusion zu unterstützen,
  • zu diesem Zweck Zuständigkeiten besser aufeinander abzustimmen, um vergleichbare Entwicklungsbedingungen und gerechte Bildungschancen für alle Kinder zu gewährleisten,
  • frühkindliche Bildungs- und Betreuungsangebote auszubauen,
  • grundlegende Konzepte wie Bildung für nachhaltige Entwicklung, Menschenrechtsbildung und kulturelle Bildung auch in der frühkindlichen Bildung altersgemäß zu verankern,
  • die Frühpädagogik als wissenschaftliche Disziplin in Forschung und Lehre zu stärken,
  • verbindliche Qualitätsstandards für die Aus- und Fortbildung des in der frühkindlichen Bildung tätigen Personals zu entwickeln, den Anteil von Fachpersonal mit Hochschulabschluss zu erhöhen und interdisziplinäre Aus- und Fortbildung zu fördern,
  • ein besonderes Augenmerk auf den Ausgleich früher Benachteiligungen zu legen und Ressourcen für Kindertageseinrichtungen entsprechend bereit zu stellen,
  • Eltern umfassend über die Chancen frühkindlicher Bildungsangebote zu informieren und für diese zu werben sowie den frühen Zugang zu Kindertageseinrichtungen zu erleichtern, darüber hinaus die Rolle der Eltern als Erziehungspartner von Kindertageseinrichtungen zu stärken und sie entsprechend einzubinden,
  • gemeinsam mit Kommunen, Trägern und Institutionen die Rahmenbedingungen in Kindertageseinrichtungen zu verbessern, unter anderem durch Ausweitung der Möglichkeiten zur Ganztagsbetreuung, adäquate Personalschlüssel, Gruppengrößen und Öffnungszeiten und durch Raumstandards.

III.

Die Deutsche UNESCO-Kommission appelliert an Kommunen, Träger und Institutionen, diese Maßnahmen zu unterstützen und die Partizipation von Kindern und Eltern in Kindertageseinrichtungen zu fördern.

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