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Aktionsplan von Madrid für Biosphärenreservate

Der Aktionsplan von Madrid ist das Abschlussdokument des 3. Weltkongresses der Biosphärenreservate, der im Februar 2008 in Madrid stattfand. Er definiert den Handlungsrahmen für UNESCO-Biosphärenreservate im Zeitraum 2008 bis 2013. Die vorliegende Übersetzung wurde am Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit angefertigt.

Hintergrund

Im Jahr 1995 begann mit einer internationalen Konferenz in Sevilla (Spanien) eine neue Ära für das World Network of Biosphere Reserves (WNBR). Die auf dieser Versammlung beschlossenen Maßnahmen wurden in die Strategie von Sevilla und das Statutory Framework of the World Network of Biosphere Reserves integriert, die beide durch die Generalkonferenz der UNESCO 1995 genehmigt wurden. Im Jahr 2000 fand in Pamplona, Spanien, zur Durchführung der strategischen Empfehlungen von Sevilla eine Versammlung namens Sevilla+5 statt, auf der verschiedene Maßnahmen beschlossen wurden.

Auf diesen Madrider Aktionsplan einigte man sich auf dem 3. Weltkongress der Biosphärenreservate, der im Februar 2008 in Madrid stattfand. Damit wird auf der Strategie von Sevilla aufgebaut sowie eine Ausnutzung der strategischen Vorteile der Instrumente von Sevilla und die Aufwertung von Biosphärenreservaten zu den hauptsächlichen international ausgewiesenen Gebieten für eine nachhaltige Entwicklung im 21. Jahrhundert angestrebt. Das Konzept der Biosphärenreservate (BR) hat seinen Wert auch über Schutzgebiete hinaus unter Beweis gestellt, weshalb es sich die Wissenschaft, Raumplanung und Politik sowie örtliche Bevölkerungsgruppen zunehmend zu eigen machen, damit eine breite Palette von Erkenntnissen, wissenschaftlichen Untersuchungen und Erfahrungen für eine Verknüpfung des Biodiversitätsschutzes mit der sozioökonomischen Entwicklung zum Wohle des Menschen genutzt wird. Somit liegt der Schwerpunkt auf der Entwicklung von Modellen für die globale, nationale und lokale Nachhaltigkeit, damit Biosphärenreservate als Lernstätten für Fachleute aus der Politik, Entscheidungsträger, die Forschung und Wissenschaft, Management-Praktiker und Interessengruppen dienen, die gemeinsam an der Überführung globaler Prinzipien der nachhaltigen Entwicklung in die örtlich relevante Praxis arbeiten. Dabei sind die individuellen Biosphärenreservate unverändert dem Recht der Staaten unterstellt, in denen sie sich befinden und welche die zur Verbesserung der Funktionsfähigkeit der einzelnen Gebiete von ihnen für notwendig erachteten Maßnahmen ergreifen.

A. Neue Herausforderungen und die potenzielle Rolle von Biosphärenreservaten bei der Bewältigung dieser Herausforderungen

In den 13 Jahren seit Beschließung der Strategie von Sevilla sind globale Fragen und Probleme neu entstanden oder haben sich intensiviert, weshalb eine Anpassung und Veränderung des MAB-Programms unumgänglich ist, um auf diese neuen Herausforderungen wirkungsvoll zu reagieren. Diese großen Herausforderungen verschärfen Armut und Ungleichheit in erheblichem Umfang weiter und umfassen Folgendes:

  • Beschleunigter Klimawandel mit Folgen für Gesellschaften und Ökosysteme,
  • beschleunigter Verlust von biologischer und kultureller Vielfalt mit unerwarteten Folgen, die sich auf die Fähigkeit von Ökosystemen zur weiteren Bereitstellung von Leistungen auswirken, welche für das menschliche Wohl von entscheidender Bedeutung sind,
  • rasche Urbanisierung als Motor von Umweltveränderungen.

Aus diesen Herausforderungen ergeben sich infolge einer stärkeren, auf allen Ebenen zu beobachtenden Sensibilität für die Notwendigkeit einer Erhaltung und Sicherung des Zugangs zu Ökosystemleistungen zum Wohle des Menschen und für dessen Gesundheit, Sicherheit und Gerechtigkeit/Chancengleichheit verschiedene Chancen für Veränderungen.

In Kenntnis der mit den wichtigsten Herausforderungen hervorgehobenen Problemfelder wird das MAB-Programm im Zeitraum 2008-2013 die betreffenden Millennium Development Goals (MDG) durch Folgendes angehen:

  • Zur Förderung der nachhaltigen Entwicklung von Biosphärenreservaten erfolgende Ausarbeitung von Mechanismen, die als Partnerschaft mit allen Sektoren der Gesellschaft eingerichtet werden (d.h. öffentliche und private Institutionen, NGOs, Interessengemeinschaften, Entscheidungsträger, Wissenschaftler, örtliche und indigene Gemeinschaften, Grundstücksbesitzer und Nutzer natürlicher Ressourcen, Forschungs- und Bildungszentren, Medien), um das Wohlergehen der Menschen und ihrer Umwelt sicherzustellen,
  • Erprobung und Anwendung politischer Konzepte zur Anpassung und Begrenzung des Klimawandels in Abstimmung mit anderen zwischenstaatlichen Programmen,
  • Nutzung der Erfahrungen des World Network, der thematischen MAB-Netze und interdisziplinärer Konzepte zur Entwicklung und Erprobung politischer Strategien und Praktiken zur Inangriffnahme der Probleme, von denen die Hauptökosystemtypen, nämlich Küstenzonen, Inseln, Ozeane, Gebirge, aride Zonen, tropische Wälder, Süßwasserökosysteme und Gebiete zunehmender Verstädterung beeinträchtigt werden,
  • Erarbeitung wissenschaftlicher Forschungsprogramme, die sich aus dem Millennium Ecosystem Assessment (MA) ergeben, um Konzepte festzulegen, mit denen Ökosystemleistungen auch in Zukunft gesichert werden.

Der Madrider Aktionsplan (nachstehend MAP) formuliert Maßnahmen, Ziele und Erfolgsindikatoren, Partnerschaften und andere Umsetzungsstrategien sowie einen Bewertungsrahmen für das WNBR für den Zeitraum 2008 bis 2013. Er berücksichtigt die Empfehlungen des Review Committee uneingeschränkt, welches das Natural Sciences Programme und das Social and Human Sciences Programme der UNESCO 2006-2007 bewertet hat, und wird zur Umsetzung dieser vom Generaldirektor der UNESCO vorgeschlagenen und von der 34. Sitzung der Generalkonferenz der UNESCO im Oktober/November 2007 genehmigten Empfehlungen konkrete Beiträge leisten.

Die Gesamtziele des MAP sind:

  1. Verankerung der Agenden für Forschung, Schulung, Kompetenzaufbau und Demonstration des MAB an der Schnittstelle zwischen den miteinander verknüpften Problemfeldern „Erhaltung und nachhaltigen Nutzung von Biodiversität“, „Begrenzungs- und Anpassungsmaßnahmen in Bezug auf den Klimawandel“ sowie „sozioökonomisches und kulturelles Wohlergehen von Bevölkerungsgruppen“,
  2. Ermöglichung der aktiven Nutzung von Orten im WNBR als Lernstätten für nachhaltige Entwicklung, d.h. Vorführung von Konzepten zur Verbesserung der Kooperation zwischen Wissenschaft, Politik, Praxis und Interessenvertretung zur Inangriffnahme und Lösungen kontextspezifischer Probleme, damit die ökologischen, ökonomischen und sozialen Bedingungen zum Wohle von Menschen und Ökosystemen verbessert werden,
  3. Erfassung, Zusammenstellung, Synthetisierung und Bekanntmachung der aus 30-jähriger Arbeit mit dem MAB-Programm und dem WNBR gewonnenen Erkenntnisse sowie der 2008-2013 diesbezüglich geplanten Maßnahmen zu Gunsten von internationalen, nationalen und lokalen Bemühungen um die Erreichung globaler Ziele, z.B. die MDG, eine wesentliche Reduzierung des derzeitigen Tempos des Biodiversitätsverlustes bis 2010 (auch bekannt als 2010-Ziel des CBD) und andere Zielsetzungen, die Bestandteil des UNFCCC- und des Kyoto-Prozesses für die Begrenzung des globalen Klimawandels und diesbezügliche Anpassungsmaßnahmen sind, und
  4. Beitrag zur Entstehung einer neuen Generation von Theoretikern und Praktikern, die als Botschafter und Verwalter/Koordinatoren für die Verknüpfung von globalen Umweltzielen mit nationalen und lokalen Entwicklungsambitionen dienen können.

Der MAP setzt auf Erfahrungen auf, die in der Vergangenheit im Netz und in individuellen Biosphärenreservaten gemacht wurden, und lädt alle Bereiche der Gesellschaft zur Schaffung einer neuen Partnerschaft zwischen Umwelt- und Entwicklungszielen ein. Für diese weit gefasste Zielgruppe sollen sich Biosphärenreservate zum einen als Prozess und Instrument für das Verständnis von Veränderungen und für diesbezügliche Anpassungen darstellen, zum anderen als Katalysator neuer Ideen und als Gebiete zur Erprobung innovativer Entwicklungskonzepte. Die Weiterentwicklung des MAB-Programms wird sich nicht nur nach denjenigen richten, die mit der Verwaltung von Biosphärenreservaten am stärksten befasst sind, sondern auch nach den weiter gefassten gesellschaftlichen Gruppen, für die das Konzept Inspiration und Experimentierfeld ist.

Mit sachlichen Erkenntnissen tragen zum Madrider Aktionsplan ein Konsultationsprozess zwischen den Mitgliedstaaten unter Einbeziehung von Lenkungsgremien wie dem MAB Bureau im Juni und September 2007 bei, das International Advisory Committee for Biosphere Reserves im Juni 2007, die Rundschreiben des MAB-Sekretariats im Juli und Dezember 2007 und die im Jahr 2007 in allen Regionen der Welt durchgeführten Netzwerkversammlungen. Der MAP setzt auch auf den Arbeitsdokumenten auf, die sich mit den fünf Themenbereichen befassen, welche von der 19. Sitzung des ICC im Jahr 2006 zur Vorbereitung des 3. Weltkongresses von Biosphärenreservaten und von der vom 4. bis 8. Februar 2008 in Madrid, Spanien, durchgeführten 20. Sitzung des International Co-ordinating Council des MAB-Programms (MAB-ICC) festgelegt wurden.

A.1 Klimawandel

Der Klimawandel stellt eine der schwerwiegendsten und weltweit bedeutendsten Herausforderungen dar, denen sich Gesellschaft und Ökosysteme weltweit heute gegenüber sehen. Nach Herausfilterung der natürlichen Ursachen des Klimawandels haben das UNFCCC und dessen wissenschaftlicher Beirat IPCC einmütig festgestellt, dass die beschleunigten Veränderungen an unserem Klima anthropogener Natur sind. Die Menge an CO2 und anderen Treibhausgasen, die in erster Linie in den Industrieländern ausgestoßen werden, wozu mittlerweile die Nachfrage aus weniger industrialisierten Teilen der Welt einschließlich neu entstehender Marktwirtschaften hinzukommt, bedeutet, dass sich die Probleme bei unterlassener Inangriffnahme vervielfachen werden. Darüber hinaus trägt das Tempo der Entwaldung in tropischen Gebieten ebenfalls zur Erhöhung des CO2-Anteils in der Atmosphäre sowie zum Verlust von Ökosystemfunktionen bei.

Der Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur wird zur Folge haben, dass Milliarden von Menschen überall auf der Welt mit Wasserknappheit und noch mehr Menschen als heute zu Millionen mit Malaria zu kämpfen haben werden. Wetterereignisse wie Dürren und Überschwemmungen werden extremer sein, woraus sich eine größere Bandbreite und Häufigkeit von Naturkatastrophen ergeben wird. Dies wird seinerseits dazu führen, dass Menschen aus nicht bewohnbaren Gebieten in günstigere Regionen ziehen werden. Die Veränderungen bei der Niederschlagsverteilung werden zudem Änderungen bei landwirtschaftlichen Systemen nach sich ziehen.

Die überwiegende Mehrzahl der Ökosystemleistungen wird entsprechenden Belastungen ausgesetzt. Beispielsweise werden 30% aller Arten von der Ausrottung bedroht sein, die Wüstenbildung wird zunehmen und Rückkopplungsmechanismen im Klima werden tropische Wälder weiter dezimieren. Der Meeresspiegelanstieg und die Erwärmung des Meerwassers werden sich auf die Belastbarkeit von Küstensystemen wie Mangroven und Salzwiesen auswirken, während sich das Vorkommen von Fischen verlagern wird, was die Empfindlichkeit von Küstenökosystemen erhöhen und deren Nutzung durch den Menschen verändern wird.

Gesellschaftlich wird auf den Klimawandel hauptsächlich mit Anpassung und Begrenzung reagiert, womit für die heutige und für künftige Generationen jeweils unterschiedliche Folgen verbunden sind. Anpassungen sind infolge der Veränderungen erforderlich, die wegen der bereits freigesetzten und bis zu ihrem natürlichen Zerfall aktiven Treibhausgase unvermeidlich sind. Die Anpassungsmaßnahmen können sich auf der Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse auf veränderte Flächennutzungen zur Sicherung von Ökosystemleistungen und Ökosystemfunktionen erstrecken, z.B. Neuausrichtung der Bewirtschaftung in Küstengebieten, oder auf Bewirtschaftungspläne für Flusseinzugsgebiete. Begrenzungsmaßnahmen sind von allen Staaten in unterschiedlichem Maße durchzuführen, damit das CO2-Äquivalent in der Luft nicht höher liegt als 450 ppm (parts per million). Diese werden sich auf Kohlenstoffsequestration, Emissionsreduzierungen, Energieeffizienz und die nachhaltige Erzeugung von erneuerbarer Energie in Kombination mit einer klimafreundlicheren Lebensweise erstrecken. Als Hemmnisse für deren Realisierung können sich das Fehlen der politischen Kenntnis von Lösungen und/oder der Bereitschaft zu deren Umsetzung, unzureichende oder fehlende fachliche Kompetenzen, wirtschaftliche Unsicherheiten sowie das Nichtvorhandensein eines integrierten Konzepts für die Entwicklungsplanung erweisen.

Mit dem MAB und dem WNBR kommt durch den integrierten Ansatz, der anderswo im Allgemeinen fehlt, ein Mehrwert hinzu. Die Rolle von Biosphärenreservaten ist von wesentlicher Bedeutung, damit Lösungen für die Probleme des Klimawandels rasch gesucht und erprobt werden und die Veränderungen im Rahmen eines globalen Netzwerkes überwacht werden. Für den Natural Sciences Sector sowie andere Programmsektoren der UNESCO können Biosphärenreservate als Gebiete zur Demonstration von Anpassungsmaßnahmen für natürliche und menschliche Systeme dienen, womit die Entwicklung von Strategien und praktischen Verfahren in Bezug auf die Belastbarkeit unterstützt wird. Pufferzonen und Übergangsbereiche von Biosphärenreservaten eignen sich u.U. ebenfalls zur Erprobung vielfältiger Taktiken und Strategien für Begrenzungsmaßnahmen. In zahlreichen Biosphärenreservaten ist eine Kohlenstoffsequestration möglich, z.B. in Wald- und Feuchtgebietssystemen. Dabei können überall anhand eines Mix aus technologie- und arbeitskräfteintensiven sozialen Unternehmen entsprechende Kompetenzen für CO2-arme Volkswirtschaften aufgebaut werden. Aus sozialwissenschaftlicher Sicht lassen sich dabei die politischen Dimensionen sich ändernder Lebensweisen erforschen. Die vielfältigen Biosphärenreservate und die Systeme, die sie repräsentieren, haben somit wertvolle Lehren für die übrige Welt zu bieten.

A.2 Bereitstellung von Ökosystemleistungen

Beim Millennium Ecosystem Assessment (MA) wurden Ökosystemleistungen in einer Weise formuliert und beschrieben, die bei Behörden und Privatunternehmen sowie Organisationen der Zivilgesellschaft breite Akzeptanz gefunden hat. Die neue MA-Typologie kennt vier verschiedene Kategorien von Leistungen: Unterstützungsleistungen (Nährstoffkreislauf, Humusbildung und Primärproduktion), Bereitstellungsleistungen (Nahrungsmittel, Süßwasser, Holz und Faserstoffe sowie Brennstoffe), Regulierungsleistungen (Klima-, Hochwasser- und Seuchenregulierung sowie Wasserreinigung) und kulturelle (ästhetische, spirituelle, bildungsbezogene und der Erholung dienende) Leistungen.

Ökosystemleistungen könnten einen zweckmäßigen konzeptionellen Rahmen bilden, der den zahlreichen, vom Schutz bis zur Produktion in Landschaften des Binnenlandes und der Küste reichenden Funktionen von Bioreservaten als Überbau dient. Das Wesentliche von Biosphärenreservaten als Gebiete der nachhaltigen Entwicklung könnte man in den Bemühungen um eine Konzeption und Entwicklung gebietsspezifischer Mischungen von unterstützungs-, bereitstellungs-, regulierungs- und kulturbezogenen Ökosystemleistungen sehen, die das ökologische, ökonomische und soziale Wohlergehen von Einheimischen und Betroffenen ermöglichen. Beispielsweise können die verschiedenen Zonen von Biosphärenreservaten als attraktive Orte für neue Investitionen in bis dahin vernachlässigte Leistungen dienen (Klimaregulierung, Wasserreinigung, Biodiversitätsschutz) sowie die ökologische und soziale Leistungsstärke von Bereitstellungsleistungen (Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Fischerei) und kulturellen Leistungen (Tourismus) verbessern, die bisher u.U. die Hauptnutznießer von Investitionen waren. Aktive und dauerhafte Konsultationen zwischen Wissenschaft und Forschung, Politik und Entscheidungsträgern, Ressourcenverantwortlichen und Einheimischen in einem Biosphärenreservat sind von entscheidender Bedeutung, um den optimalen Mix von Ökosystemleistungen zu finden, durch welche die Rolle von Biosphärenreservaten als Modelle für eine aus landschaftlicher Sicht nachhaltige Entwicklung auf nationaler, regionaler und globaler Ebene deutlich gemacht würde.

A.3 Urbanisierung als Hauptfaktor ökosystemweiter Belastungen

Bei der Urbanisierung handelt es sich um einen weltweiten, multidimensionalen Prozess, der durch schnelle Veränderungen und räumliche Verlagerungen bei der Bevölkerungsdichte, insbesondere Migrationsbewegungen von ländlichen in städtische Gebiete, bei der Bodenbedeckung und der Ressourcennutzung sowie eine breite Palette damit verknüpfter kultureller Praktiken gekennzeichnet ist. Die Hälfte der Weltbevölkerung lebt heute in Stadtlandschaften, wobei Prognosen zufolge dieser Anteil in den nächsten 50 Jahren auf 66-67% ansteigen soll. Größtenteils wird dieses Wachstum in Ländern stattfinden, welche die weniger industrialisierten und im Übergang befindlichen Volkswirtschaften der Welt bilden. Schätzungen gehen davon aus, dass bis 2030 mehr als zwei Milliarden Menschen in städtischen Slums mit begrenztem Zugang zu Grundversorgungsleistungen und extremer Anfälligkeit gegenüber Naturkatastrophen leben werden. Die rasche Zunahme großer Städte und die anhaltende Transformation von Stadtlandschaften stellen für die Sicherstellung eines grundlegenden menschlichen Wohlergehens und einer lebenswerten Umwelt eine große Herausforderung dar.

Stadtlandschaften dürften von allen Landschaften bei Bodenbedeckung und Nutzungsvielfalt das komplexeste Mosaik aufweisen. Urbanisierung und Stadtlandschaften wurden unlängst vom MA als prioritäre Bereiche benannt, in denen große Wissenslücken bestehen. Stadtlandschaften ermöglichen wichtige, umfangreiche Erfahrungen hinsichtlich der Auswirkungen globaler Veränderungen auf Ökosysteme; ein wesentlicher Temperaturanstieg und ein erhöhter Stickstoffeintrag sind schon jetzt nachgewiesen und stellen extreme, auffällige und messbare Beispiele für die Dominanz natürlicher Ökosystemprozesse durch den Menschen dar. Städte werden jedoch ebenfalls als Orte wahrgenommen, die als wichtige Drehscheiben von Wissen, Kapital und Innovationen auch Lösungen für Mensch und Umwelt bereitstellen.

Zahlreiche städtische Gebietskörperschaften ziehen in ihrem Zuständigkeitsbereich die Biosphärenreservat-Prinzipien entweder in Erwägung oder wenden diese bereits an, womit beabsichtigt wird, das Konzept als Instrument für die Planung und Steuerung einer nachhaltigen städtischen Entwicklung einzusetzen.

B. Vision für das World Network of Biosphere Reserves (WNBR) im Rahmen des Programms Man and the Biosphere (MAB)

Das World Network of Biosphere Reserves (WNBR) des Programms Man and the Biosphere (MAB) besteht aus einem dynamischen und interaktiven Netz von überragenden Gebieten. Es fördert die harmonische Integration von Mensch und Natur zu Gunsten einer nachhaltigen Entwicklung, und zwar durch partizipatorischen Dialog, Wissensvermittlung, Armutsbekämpfung und Verbesserung des menschlichen Wohlergehens, Achtung kultureller Werte und die Fähigkeit der Gesellschaft zur Bewältigung von Veränderungen, womit ein Beitrag zu den MDG geleistet wird. Dementsprechend stellt das World Network of Biosphere Reserves eines der wichtigsten internationalen Instrumente zur Weiterentwicklung und Umsetzung von Konzepten zur nachhaltigen Entwicklung in vielfältigen Zusammenhängen dar.

C. Auftrag für das World Network of Biosphere Reserves (WNBR) im Rahmen des Programms Man and the Biosphere (MAB)

Gewährleistung ökologischer, wirtschaftlicher, sozialer (einschließlich kultureller und spiritueller) Nachhaltigkeit durch

  • Entwicklung und Koordinierung eines weltweiten Netzes von Orten, die als Demonstrations- und Lehrgebiete dienen, mit dem Ziel der Erhaltung und Weiterentwicklung der ökologischen und kulturellen Vielfalt und der Sicherung von Ökosystemleistungen zum Wohle des Menschen,
  • Erarbeitung und Einbeziehung von Wissen einschließlich wissenschaftlicher Erkenntnisse zur Förderung unseres Verständnisses der Interaktion zwischen dem Menschen und der übrigen Natur,
  • Aufbau globaler Kompetenzen für das Management komplexer sozioökologischer Systeme, insbesondere durch die Förderung eines intensiveren Dialogs an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Politik, durch Ökobildungsmaßnahmen und durch Multimedia-Öffentlichkeitsarbeit.

D. Fortschritte seit Sevilla

Mit der 1995 erfolgten Zustimmung der UNESCO zur Strategie von Sevilla und zum Statutory Framework wurde das Biosphärenreservat als auf der Ebene von Landschaften im Binnenland und an der Küste vorgesehene Schutzgebietsbezeichnung eindeutig verankert, die im Rahmen des MAB-Programms der UNESCO für Orte in natürlichen Ökosystemen sowie wesentlich vom Menschen veränderte Gebiete vergeben wird. Seit 1995 haben sich die Essenz und Identität von Biosphärenreservaten entlang folgender Achsen vertieft: (a) Multifunktionalität und Integration bei den Schutz-, Entwicklungs- und Logistik- oder Wissensfunktionen, mit denen kontextspezifische Optionen für die lokale und regionale Nachhaltigkeit demonstriert werden, (b) das Dreizonensystem als Grundlage für die Planung auf landschaftlicher Ebene und für den Ausgleich der Interessen Betroffener (Stakeholder) in Bezug auf die unterschiedlichen Funktionen, (c) Vorhandensein menschlicher Siedlungen von Einheimischen und Migranten innerhalb des Biosphärenreservats, und (d) Verpflichtung, die Funktionsabläufe im Biosphärenreservat und das Maß an Integration zwischen den drei Funktionen mindestens alle 10 Jahre zu überprüfen, nachdem das Gebiet in das WNBR aufgenommen wurde.

98% der seit 1995 als Biosphärenreservate ausgewiesenen Orte haben das Dreizonensystem übernommen. Bei den vor 1995 in das WNBR einbezogenen Orten belief sich dieser Prozentsatz bei Gebieten, die zwischen 1976 und 1984 ausgewiesen wurden, auf 23% bzw. auf 65% bei den 1985-1995 ausgewiesenen Gebieten. Die periodische Überprüfung von Biosphärenreservaten des WNBR hat dazu geführt, dass zahlreiche Biosphärenreservate aus der Zeit vor 1995 in Bezug auf ihre Zonierung und andere wesentliche Merkmale überarbeitet wurden, die für die sich auf Biosphärenreservate beziehende Vision von Sevilla für die Zeit nach 1995 bestimmend sind.

Während die Strategie von Sevilla und der Statutory Framework von 1995 die Klärung und Vertiefung der Nische der Biosphärenreservate ermöglichten, sollen mit dem MAP die Rolle von Biosphärenreservaten als Lernstätten für lokale und regionale Praktiken zur nachhaltigen Entwicklung sowie die Bedeutung des MAB und des WNBR als regionale und globale Drehscheiben für den Austausch von Informationen, Ideen, Erfahrungen, Kenntnissen und vorbildlichen Verfahren in den Nachhaltigkeitswissenschaften demonstriert und hervorgehoben werden. Die Erfahrungen, die mit der Anwendung einiger der Hauptinstrumente des Statutory Framework von 1995 gemacht wurden, z.B. der Prozess periodischer Überprüfungen, werden einer Beurteilung unterzogen, wobei dieser Prozess für eine Anwendung beim Nachhalten von Veränderungen der Leistungsstärke von Biosphärenreservaten in Bezug auf Beiträge zu den Resultaten einer nachhaltigen Entwicklung weiter verfeinert werden soll, was sich auch auf lokal und regional sachgerechte Ausprägungen von MDG, das CBD-Ziel für 2010, EFA, die United Nations Decade of Education for Sustainable Development (UNDESD) und andere globale Verpflichtungen von UNESCO-Mitgliedstaaten erstreckt.

E. Die Maßnahmen von Madrid – Das World Network of Biosphere Reserves

Als Versuch eines Orientierungsrahmens für die MAB- und WNBR-Aktivitäten im Zeitraum 2008-2013 angesichts neuer Herausforderungen in einer sich ständig wandelnden Welt definiert der MAP vier Hauptaktionsbereiche mit 31 Zielen und 65 Aktionen, die für die Realisierung der Vision und des Auftrags des MAB-Programmes von entscheidender Bedeutung sind. Dabei tragen gezielte Maßnahmen zu dessen Umsetzung auf der entsprechenden – örtlichen, nationalen oder internationalen – Ebene innerhalb des festgesetzten Zeitrahmens (2008-2013) bei.

Die Maßnahmen sollen auf örtlicher Ebene (den einzelnen Biosphärenreservaten), der nationalen Ebene (MAB National Committees/National Commissions for UNESCO) und der internationalen Ebene (regionale und subregionale Netze sowie ökosystembasierte thematische Netze, MAB-Sekretariat der UNESCO) ergriffen werden. Auf allen Ebenen wird die Anwendung des Ausdrucks Biosphärenreservat empfohlen, wobei jedoch auch der Wunsch einzelner MAB National Committees und/oder für Biosphärenreservate zuständiger Behörden nach Verwendung entsprechender alternativer Termini wie Biosphärenregionen, Biosphärengebiete, Biosphärenterritorien usw. respektiert wird.

Auch wenn das Biosphärenreservat-Projekt zeitlich nicht begrenzt ist, sondern eine langfristige Perspektive aufweist, wurden bestimmte Ziele gesetzt, die innerhalb eines entsprechenden Zeitrahmens zwischen 2008 und 2013 angegangen werden müssen, wobei die Fortschritte bei der Erreichung dieser Ziele überwacht und bewertet sowie die Ergebnisse dieser Bewertung an Dritte weitergegeben werden, die zur Arbeit des MAB-Programms und des WNBR einen Beitrag leisten. Die Verpflichtung zu innovativen, termingebundenen sozioökologischen und politischen Maßnahmen zur Integration der drei Funktionen von Biosphärenreservaten und die Bereitschaft zur Weitergabe von Daten, Informationen, Erfahrungen und Kenntnissen gelten für die Rolle von Biosphärenreservaten als wesentlich, damit diese während der UNDESD (2005-2014) als Lehrstätten wirken können.

E.1. Kooperation, Management und Kommunikation

Biosphärenreservate sind das hauptsächliche Mittel zur Erreichung der Ziele des MAB-Programms und das sichtbare Instrument, mit dem die UNESCO als Ganzes ihr Bekenntnis zur Nachhaltigkeit durch politikrelevante, gebietsbezogene Forschungsarbeiten, Kompetenzverbesserungen und Demonstrationen belegen könnte. Damit auf neue und im Entstehen begriffene ökologische und ökonomische Herausforderungen jeden Maßstabs reagiert werden kann, ist eine Überarbeitung des Managements des Programms und der Koordinierung der Arbeiten des WNBR vor dem Hintergrund der mit der Umsetzung der Strategie von Sevilla und des Statutory Framework in 13 Jahren gemachten Erfahrungen erforderlich. Dabei sind notwendige Anpassungen an den operativen und kommunikativen Dimensionen des WNBR vorzunehmen, damit Biosphärenreservate als Lehrstätten für nachhaltige Entwicklung auf globaler, originaler, nationaler und lokaler Ebene effektiv dienen können.

 

ZIEL

MASSNAHMEN

ZEIT

ERFOLGS-INDIKATOR

ZUSTÄNDIGKEIT FÜR DIE MASSNAHME

PARTNER

1. Effektive Umsetzung der Strategie von Sevilla

1.1 Beurteilung der Zielerreichung der Strategie von Sevilla

2010

Beurteilungsdokument der Strategie von Sevilla

MAB-Sekretariat

MAB Nationalkomitees. MAB Bureau, MAB Networks, BR, IUCN, UNDP und TNC

1.2 Zusammenstellung und Synthetisierung von Informationen aus erster Hand zu Funktionsabläufen in BR, die anschließend regionsübergreifend und global weitergegeben werden sollen.

2013

Zusammengestellte Informationen

MAB-Sekretariat, MAB-Regionalnetze und thematische Netze

World Network of Biosphere Reserves

 

1.3 Schaffung und Umsetzung eines Systems zur Erkennung der Zielerreichung der Strategie von Sevilla

2010

System zur Erkennung der Zielerreichung geprüft, vom MAB-ICC beschlossen, umgesetzt und bekannt gemacht

Sekretariat in Zusammenarbeit mit regionalen Netzen

MAB Bureau, MAB Networks, BR, IUCN, UNDP und TNC

 

1.4 Aktualisierung der Nominierungsformulare für BR und deren periodische Überprüfung

2010

Aktualisierte Formulare verfügbar

MAB-Sekretariat

MAB Bureau

2. Verstärkte Kooperation und Koordinierung von Biosphärenreservaten mit bestehenden internationalen Programmen und Initiativen

2.1 Nutzung von BR in zwischenstaatlichen wissenschaftlichen Programmen der UNESCO zusätzlich zum MAB]

2013

Anzahl der BR, die mit UNESCO-Programmen (IHP, DESD, IOC, IGCP, MOST, IBSP usw.) zusammenarbeiten.

MAB-Sekretariat, MAB Nationalkomitees, UNESCO-Nationalkommissionen

MAB Bureau, UNESCO-Programme (IHP, IOC, IGCP, MOST, IBSP usw.)

 

2.2 Enge Zusammenarbeit mit den für die Umsetzung einschlägiger multilateraler Abkommen zu Biodiversität und Umweltfragen zuständigen Behörden, damit die Koordinierung zwischen international ausgewiesenen Gebiete auf nationaler Ebene sichergestellt ist.

2010

Anzahl der BR, die mit internationalen Initiativen (CBD, CMS, UNCCD, UNFCCC, IGBP, MA-Folgemaßnahmen usw.) zusammenarbeiten

und

Anzahl der Aktivitäten bei der UNESCO mit BR als Instrument zur Verknüpfung des WH-Gebietsschutzes mit nachhaltiger Entwicklung der allgemeineren Region, Umfang der Sach- und Personalmittel für die Entwicklung und Umsetzung gemeinsamer Projekte zur Verknüpfung von Welterbestätten, Ramsar-Gebieten und BR.

MAB Nationalkomitees, UNESCO-Nationalkommissionen

Internationale Initiativen (CBD, CMS, ISDR, UNCCD, UNFCCC, IGBP, etc.),

 

UNESCO Science Sector, Welterbezentrum und Ramsar-Übereinkommen,  UNESCO-Exekutivrat

 

Alle intersektoralen UNESCO-Programme wie Un-Dekade BNE, EFA, UNESCO Lehrstühle, Projektschulnetzwerk, TWAS, Executive Board der UNESCO

3. Integrierte Informations- und Kommunikationsstrategie

3.1 Schaffung eines wertbasierten Informations-Clearinghouse und Informationszentrums zum Austausch und zur Weitergabe von Chancen, Ergebnissen und Erfahrungen in den Bereichen Technologie, Forschung, Schulung, Bildung und Kooperation sowie als Beitrag zur Lösung von Problemen auf lokaler, regionaler und internationaler Ebene.

2013

Funktionsfähiges Informations-Clearinghouse. Anzahl und Vielfalt der Publikationen (Printmedien, Internet usw.) und Mitteilungen in UN-Sprachen sowie anderen regional und national wichtigen Sprachen. Angepasste derzeitige Vorlage der WNBR-Landkarte, damit regions- und ökosystemspezifische Karten bei Bedarf erstellt werden können.

MAB-Sekretariat

Regionale, subregionale, landesspezifische und thematische Netze in Zusammenarbeit mit den MAB Nationalkomitees bzw. BR-Verwaltungen sowie PALNet‑ IUCN/WCPA und anderen relevanten Informationsnetzen.

 

3.2 Erstellung regionaler, subregionaler, landes- und ökosystemspezifischer Publikationen zu Biosphärenreservaten, MAB und damit zusammenhängenden Themen.

2009 & 2013

Anzahl der Publikationen

MAB-Sekretariat, MAB Nationalkomitees, individuelle Biosphärenreservate

Regionale und thematische Netze

 

3.3 Ausarbeitung einer Karte, in der das WNBR nach Ökosystemtypen einschließlich vom Menschen beeinflusster Ökosysteme wie landwirtschaftliche und städtische Flächen dargestellt ist.

2009

Weltkarte

MAB-Sekretariat

Private/staatliche Organisationen

 

3.4 Schaffung einer journalistischen Auszeichnung für die Massenmedien zur Anerkennung ihrer Rolle bei der Förderung der Bedeutung von BR.

2010

Anzahl der verliehenen Auszeichnungen

UNESCO-Mitgliedstaaten

UNESCO-Mitgliedstaaten

 

3.5 Erarbeitung einer integrierten internationalen Werbe- und Kommunikationsstrategie, die sich an die Allgemeinheit richtet.

2010

Anzahl der Publikationen

MAB-Sekretariat

Individuelle BR, UNESCO Communication and Information Sector, Regionalstellen der UNESCO

4. Partizipatorische regionale Netze, die in einer Weise verwaltet werden, bei der die angemessene Vertretung von Biosphärenreservats-Verantwortlichen/-Koordinatoren sichergestellt ist

4.1 Erarbeitung eines Struktur-, Strategie- und Aktionsplans für alle regionalen Netze, damit sie ihre Aufgaben im Rahmen des MAB-Programms erfüllen und regelmäßig an die MAB Nationalkomitees und individuellen BR berichten.

 

2009

Anzahl der Regionen, die Struktur-, Strategie- und Aktionsplan erstellen und umsetzen.

Anzahl individueller BR, die an Aktivitäten regionaler Netze teilnehmen.

 

Regionale Netze

UNESCO Field Offices, UNESCO-Nationalkommissionen, MAB Nationalkomitees und individuelle BR.

 

4.2 Sicherstellung von mitgliedschaftsbasierten Partnerschaften und langfristigen Finanzierungsmechanismen bei allen Netzen zur Gewährleistung der Nachhaltigkeit von Betriebsabläufen und Aktivitäten.

2010

Anzahl finanzierter Netze

Regionale und thematische Netze, MAB-Sekretariat, MAB Nationalkomitees, UNESCO-Nationalkommissionen

Staatliche Institutionen, nationale und internationale NGOs, Privatwirtschaft

5. Verbesserte Kooperation zwischen Experten und Praktikern bei zentralen Fragen

5.1 Schaffung und Stärkung vorhandener regionaler und regionsübergreifender thematischer Netze, die auf der Basis von Haupt-Ökosystemen gebildet wurden, z.B. Gebirge, Süßgewässer, Ozeane, Trockengebiete, Wälder, städtische Gebiete, kleine Inseln.

2010

Anzahl der Netze und Umfang der regionalen und thematischen Abdeckung.

MAB-Sekretariat, regionale und thematische Netze, individuelle BR, sonstige Institutionen

Diverse Stakeholder in unterschiedlichen Größenordnungen

6. National und international integrierte Kommunikationsstrategien für jedes Biosphärenreservat

6.1 Umsetzung einer sich an einzelstaatliche Regierungen, politisch Verantwortliche, Journalisten, örtliche Gemeinschaften und andere Zielgruppen richtende Kommunikationsstrategie zur ökologischen, wirtschaftlichen, sozialen, geistigen, kulturellen und politischen Bedeutung von BR und dem WNBR und den sich hieraus ergebenden Vorteilen

2010

Anzahl der BR, die eine Kommunikationsstrategie entwickelt und gestartet haben. Anzahl geschaffener Anreize

Regionale und thematische Netze, individuelle BR, MAB Nationalkomitees,  UNESCO-Nationalkommissionen

UNESCO Communication and Information Sector, Bureau of Public Information, UNESCO Field Offices, MAB-Programm, private und staatliche Einrichtungen

 

6.2 Schaffung eines Anreizprogramms zur Anerkennung der Bemühungen von Gemeinschaften, Einzelpersonen, Institutionen, Netzwerken und Staaten bei der Schaffung, Verwaltung und Förderung von BR.

2010

 

UNESCO-Nationalkommissionen

 

7. Funktionsfähige MAB Nationalkomitees in jedem Land, die in einer Weise verwaltet werden, bei der die angemessene Vertretung von Biosphärenreservats-Verantwortlichen/-Koordinatoren sichergestellt ist

7.1 Schaffung bzw. Umstrukturierung von MAB Nationalkomitees.

2008

Anzahl funktionsfähiger MAB Nationalkomitees

Mitgliedstaaten, UNESCO-Nationalkommissionen, MAB Nationalkomitees, MAB Focal Points und sonstige einzelstaatliche Behörden mit BR-Zuständigkeiten

Diverse Stakeholder in unterschiedlichen Größenordnungen

 

7.2 Erarbeitung eines Struktur-, Strategie- und Aktionsplans für alle MAB Nationalkomitees, damit sie die BR bei der Erfüllung von deren Aufgaben im Rahmen des MAB-Programms sowie die Planungsphase für neue Nominierungen unterstützen.

2013

Anzahl der mit Strategien und Aktionsplänen umstrukturierten MAB Nationalkomitees, mit Strategien und Aktionsplänen

MAB Nationalkomitees, UNESCO-Nationalkommissionen

Staatliche Institutionen, Gremien der Zivilgesellschaft

8. Verstärkte Verknüpfungen zwischen Aktivitäten für Biosphärenreservateund Initiativen zur nachhaltigen Entwicklung in unterschiedlichen Größenordnungen

8.1 Anregung und Befähigung individueller BR zur Kooperation mit Politiken, Strategien und Aktionsplänen unter UN-Federführung zur nachhaltigen Entwicklung sowie mit anderen Initiativen außerhalb des UN-Systems.

2010

&

2013

Anzahl der BR, die zu landesinternen UN- und sonstigen Initiativen zur nachhaltigen Entwicklung beitragen

MAB Nationalkomitees, individuelle BR

Regionale Netze, MAB-Sekretariat

9. Alle Biosphärenreservate führen zur Aktualisierung von Zonierungs-, Management- und anderen Änderungen periodische Überprüfungen durch, damit die Anforderungen und Empfehlungen von Sevilla und dem  MAP erfüllt werden

9.1 Prüfung neuer BR-Vorschläge sowie Konzeption von Plänen zur Unterstützung periodischer Überprüfungsprozesse vor dem Hintergrund der Weiterentwicklung der im Madrider Aktionsplan enthaltenen Mission und Vision, insbesondere durch Vor-Ort-Besuche von Teams regionaler und nationaler Experten, ggf. in Kooperation mit den Regional-, Cluster- und Landesstellen der UNESCO.

2010

&

2013

Anzahl der BR, welche die notwendigen Schritte zur Aktualisierung ihrer Vision seit Sevilla und MAP unternommen haben

MAB Nationalkomitees mit Unterstützung durch regionale und thematische Netze

Regionale Netze, IUCN

10. Offene und partizipatorische Verfahren und Prozesse bei der Ausweisung, Planung und Realisierung von Biosphärenreservaten

10.1 Jedes BR sollte einen partizipatorischen Planungsprozess wie die Local Agenda 21 durchführen, damit ein Orientierungsrahmen für die Realisierung von BR mit Gewährleistung eines „partizipatorischen Managements“ insbesondere für traditionelle, örtliche und indigene Gemeinschaften vorhanden ist.

2012

Anzahl der BR mit fest verankerten partizipatorischen Konzepten

individuelle Biosphärenreservate

Thematische Netze

 

10.2 Jedes BR sollte einen Managementausschuss mit Vertretern unterschiedlicher Tätigkeitsbereiche aller drei Zonen einrichten.

2013

Anzahl funktionsfähiger BR-Managementausschüsse

Individuelle BR

Staatliche und private Institutionen mit Einbeziehung der Zivilgesellschaft

11. Ggf. verbesserte rechtliche Anerkennung von Biosphärenreservaten

11.1 Anregung von Staaten zur Aufnahme von BR in ihr eigenes Recht.

2013

Anzahl der Länder, die BR in ihr Recht aufgenommen haben.

MAB-Sekretariat und MAB Nationalkomitees

UNESCO Field Offices


 

E.2. Zonierung – Verknüpfung zwischen Funktionen und Flächen

Dem Statutory Framework zufolge sollen Biosphärenreservate zur Erfüllung ihrer vielfältigen Funktionen eine oder mehrere Kernzonen, Pufferzonen sowie eine Übergangszone aufweisen.

Angesichts neuer Herausforderungen ist eine Umstellung auf eine stärker integrierte Zonierung erforderlich. Damit kommen auch für die Übergangszone zusätzlich zu deren Entwicklungsfunktion verschiedene Schutz-/Umweltziele und -elemente in Betracht. Ebenso trägt auch die Kernzone neben ihrer Schutzfunktion zu einer Reihe von Ökosystemleistungen bei, die sich hinsichtlich der Entwicklungsfunktionen ökonomisch kalkulieren lassen (z.B. Kohlenstoffsequestration, Humusstabilisierung, Bereitstellung von sauberem Wasser und sauberer Luft usw.). Durch Beschäftigungsmöglichkeiten können Schutzziele ebenfalls ergänzt werden (Ökoinformationsmaßnahmen, Forschung, Renaturierungs- und Schutzmaßnahmen, Erholung und Ökotourismus). Zwar gelten Bildung, Forschung, Überwachung und Kompetenzaufbau als Bestandteile der Logistik- bzw. Erkenntnisgewinnungsfunktionen von Biosphärenreservaten, sie sind jedoch auch mit Schutz- und Entwicklungsfunktionen untrennbar verbunden.

Besondere Aufmerksamkeit ist den Pufferzonen zu widmen. Ihre Aufgabe besteht darin, negative und externe Auswirkungen menschlicher Tätigkeiten auf die Kernzonen zu minimieren. Neben der Pufferungsfunktion in Bezug auf die Kernzonen können Pufferzonen auch eigene, inhärente und für sich stehende Funktionen zur Erhaltung der anthropogenen, biologischen und kulturellen Vielfalt aufweisen. Darüber hinaus können Pufferzonen auch eine wichtige Verknüpfungsfunktion in einem größeren räumlichen Kontext erfüllen, da sie Biodiversitätskomponenten in Kernzonen mit denen in Übergangs-/ Kooperationszonen verbinden können.

In Übergangszonen dürfen Menschen leben und ihrem Lebensunterhalt nachgehen, weshalb sie durch vielfältige Flächennutzungsarten gekennzeichnet sind. Daher haben Übergangszonen in Bezug auf die sozioökonomische Entwicklung eine zentrale Funktion. In der Vergangenheit war ein Nachteil der Übergangszonen, dass ihre äußere Begrenzung nicht festgelegt oder räumlich definiert sein musste. Die Festlegung von Kooperationsplänen und Kooperationskonzepten, die Durchführung von Kooperationsprojekten und die Förderung des Engagements der Bürger machen jedoch klare Grenzen notwendig, deren Akzeptanz und Kenntnis unproblematisch ist. Des Weiteren muss die Gesamtfläche eines Biosphärenreservats bei der Aufnahme in das WNBR eindeutig festgelegt sein; daher müssen Grenzen von Übergangszonen trotz ihrer willkürlichen oder verwischten Natur angegeben werden. Eine Kooperation kann sich jedoch über diese Grenzen hinaus erstrecken, z.B. bei der Weitergabe vorbildlicher Verfahren, Lösungen und Konzepte an die umgebende Region, womit die Rolle von Biosphärenreservaten als Lernstätten für eine regionale nachhaltige Entwicklung erfüllt wird.

Zwar kann jedes Land in Bezug auf die Festlegung von Zonen auf nationaler Ebene weiterhin flexibel bleiben, im Interesse einer stärkeren Effektivität von Biosphärenreservaten bei der Kombination von Schutz, nachhaltiger Nutzung von Ressourcen und Erkenntnisgewinn durch integrierte Zonierung und kooperatives Management sollen jedoch folgende Maßnahmen ergriffen werden:  

 

ZIEL

MASSNAHMEN

ZEIT

ERFOLGS-INDIKATOR

ZUSTÄNDIGKEIT FÜR DIE MASSNAHME

PARTNER

12. Analyse der Zonierung aller Biosphärenreservate

12.1 Durchführung einer Erhebung zum gegenwärtigen Zonierungssystem des WNBR (einschließlich der Proportionen der unterschiedlichen Zonen) und Untersuchung der Frage, wie gut die drei Funktionen in jeder Zone erfüllt werden

2010

Resultat der Analyse an das ICC übermittelt sowie Ergebnisse und ICC-Empfehlungen veröffentlicht.

MAB-Sekretariat sowie regionale und thematische Netze

BR Focal Points/ Managers, MAB Nationalkomitees

13. Funktionale Zonierung in allen eingerichteten Biosphärenreservaten, insbesondere in Bezug auf die Übergangszone und die Entwicklungsfunktion

13.1 Entwicklung und Anwendung praktischer Instrumente und Richtlinien zur Zonierung auf nationaler Ebene

2013

100% aller Gebiete weisen eine funktionale BR-Zonierung auf.

MAB Nationalkomitees, regionale und thematische Netze und individuelle BR

MAB-Sekretariat, IUCN, nationale und internationale NGOs, akademische Institutionen

 

13.2 Nutzung von BR für das Management von großen Biomen als BR-System und für ausgedehnte Land- und Meeresgebiete als Serie von Einheiten, die relativ kleine geschützte Kernzonen mit wesentlich größeren Pufferzonen und Übergangszonen verknüpfen.

2013

Anzahl der räumlich erweiterten BR.

Individuelle BR, MAB Nationalkomitees

Regionale Netze, IUCN

 

13.3 Bestimmung der geeignetsten Zonierungsmuster und Festlegung von Leistungsstandards für jede Zone. Sicherstellung einer ausreichenden Größe jeder Zone für die BR-Funktionen und Ermittlung des Beitrags jeder Zone zum gesamten BR.

2013

Geeignetes Zonierungsmuster für jedes BR festgelegt.

Individuelle BR, MAB Nationalkomitees

Regionale Netze, IUCN

 

13.4 Durch Stakeholder-Konsultationen bei der Bestimmung der Übergangszonen eindeutige Festlegung der Außengrenze des BR (für das BR sind bei der Festlegung von dessen Abgrenzung natürliche Grenzen, z.B. von Einzugsgebieten, Ökosystemen usw., sowie politische und administrative Grenzen zu berücksichtigen und die Begründung für diese Festlegung in den Formularen zur Nominierung/periodischen Überprüfung eindeutig darzulegen).

2013

Jedes BR weist eine eindeutig festgelegte Außengrenze auf.

Individuelle BR, MAB Nationalkomitees

Regionale Netze

 

13.5 Anregung der einzelstaatlichen Anerkennung von BR-Zonierungssystemen als wichtiges Planungsinstrument für Programme im Zusammenhang mit Schutzgebieten in Produktionslandschaften.

2013

Anzahl der Länder, die das BR-Zonierungssystem anerkennen

Individuelle BR, MAB Nationalkomitees

Regionale Netze

14. Kooperative Schutz- und Entwicklungsstrategien für Biosphärenreservate

14.1 Anwendung geeigneter Instrumente, z.B. Ökosystem-Ansatz, Lückenanalysen, das Konzept von Korridoren, ökologische Netze usw. für (a) einen besseren Zusammenhalt ökologisch wichtiger Gebiete und Elemente in der Landschaft, (b) eine bessere Verknüpfung von Bereichen/Zonen und verbesserte Pufferung, sowie (c) höhere Einheitlichkeit in der Planung.

2013

Die BR verfügen über gut konzipierte Pläne mit Bedingungen, die zur Gewährleistung der finanziellen und operativen Nachhaltigkeit ausreichen.

Individuelle Biosphärenreservate

Thematische Netze

 

E.3. Wissenschafts- und Kompetenzausbau

Ökosysteme stellen Güter und Leistungen für die gesamte Menschheit bereit, die nachhaltige Nutzung dieser Vorteile ist angesichts rascher klimatischer, ökologischer, sozialer und politischer Veränderungen jedoch schwierig. Um diese Veränderungen bewältigen zu können, spielen Biosphärenreservate bei der Gewinnung von Erkenntnissen zur Frage, wie natürliche Systeme ablaufen und wie Ökosystemleistungen und belastbare Ökosysteme erhalten werden sollen, während diese Systeme gleichzeitig zur Schaffung von Einkommens- und Beschäftigungsmöglichkeiten sowie Wohlstand genutzt werden sollen, eine entscheidende Rolle. Innerhalb der Biosphärenreservate ist eine breite Mitarbeit von Institutionen und Stakeholdern erforderlich, um die Kommunikation zwischen Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und anderen zu fördern. Um dies zu erreichen, müssen sowohl die wissenschaftlichen Erkenntnisse als auch die Kompetenzen im WNBR wesentlich gestärkt werden, auch im Hinblick auf die Anwendung wissenschaftlicher Erfahrungen auf das globale Management und den weltweiten Schutz der Biodiversität.

Für die Anpassung an Veränderungen und die Bildung von Belastbarkeit sind sowohl wissenschaftliche als auch traditionelle Kenntnisse der örtlichen und indigenen Bevölkerung erforderlich.

Seit 2004 regt der MAB-ICC alle Länder zur Unterstützung der UNDESD (2005-2014) an, bei der die UNESCO die Federführung übernommen hat. Die Biosphärenreservate bieten eine ausgezeichnete Chance, um eine aktive Rolle als Lernstätten für die nachhaltige Entwicklung zu spielen, damit nationale Politiken und Strategien zu den MDGs, der WSSD-Plan und die Strategien für die DESD umgesetzt werden. Hierzu sollten die entsprechenden nationalen, regionalen und globalen Stellen angeregt werden, Fragen und Probleme des Managements von Biosphärenreservaten für Forschungsaufträge an multidisziplinäre Institute der Hochschulbildung zu nutzen.

 

ZIEL

MASSNAHMEN

ZEIT

ERFOLGS-INDIKATOR

ZUSTÄNDIGKEIT FÜR DIE MASSNAHME

PARTNER

15. Kommunikation von Biosphärenreservat-Erfahrungen zum Management und zur Stakeholder-Beteiligung an Ökosystemleistungen gegenüber relevanten Politikverantwortlichen in den UN-Gremien, regionalen Entwicklungsbanken, nationalen Regierungen und anderen

15.1 Durchführung einer kritischen Analyse und Synthese vorliegender Daten auf der Basis von Erfahrungen mit der Umsetzung der Managementpläne/ Kooperationspläne von BR überall in der Welt, einschließlich deren Zusammenhänge mit Ökosystemleistungen.

2013

Anzahl der BR,die an internationalen Programmen teilnehmen. Analysedokument zur Umsetzung von BR-Managementplänen.

UNESCO-Nationalkommissionen, MAB Nationalkomitees, World Network of Biosphere Reserves

Regionale und thematische Netze, CBD, CSD, UNCCD, UNFCCC und andere

15.2 Förderung der globalen Netzwerkfunktion des MAB-Programms durch systematische Erfassung politikrelevanter Fallbeispiele und Sicherstellung von deren Verfügbarkeit und Bekanntmachung.

2013

Dokument mit Fallbeispielen

Individuelle BR, MAB Nationalkomitees, UNESCO-Nationalkommissionen, MAB-Sekretariat

CBD, IUCN

15.3 Entwicklung von Maßnahmen zur Erhöhung von Synergien zwischen internationalen, regionalen und nationalen Programmen, die derzeit parallel entwickelt und durchgeführt werden, z.B. CBD, Agenda 21 und Aktivitäten im Rahmen von One-UN.

2013

Anzahl der BR, die an verschiedenen internationalen, regionalen und nationalen Programmen beteiligt sind.

Individuelle BR, regionale und thematische Netze

CBD, Agenda 21, One-UN- Projekte.

16. Gebietsbezogene politikrelevante Forschungsprogramme

16.1 Abstimmung mit den Intergovernmental Science Programmes (ISPs) der UNESCO und sonstigen zuständigen internationalen, regionalen und nationalen Stellen zur Förderung von politikrelevanten Forschungsprogrammen.

2012

Anzahl wissenschaftlicher Artikel und Bücher zur Nachhaltigkeit mit Bezugnahme auf BR oder Verwendung des Konzepts. Anzahl der Hochschulabschlüsse und Doktortitel zu BR oder verwandten Themen.

MAB-Sekretariat, World Network of Biosphere Reserves, regionale und thematische Netze

Universitäten und Forschungszentren mit Verbindungen zu BR. Zusammenarbeit mit ISPs, UNU IUCN einschließlich WCPA und anderen

 

16.2 Verbesserung des Zugangs zu Informationen und neue Möglichkeiten zur Kommunikation von Erkenntnissen an eine breite Palette nicht wissenschaftlicher Zielgruppen.

2011

Anzahl der an die Allgemeinheit gerichteten Publikationen einschließlich Internet-basierter Informationsmaterialien.

MAB-Sekretariat, individuelle BR, MAB Nationalkomitees, UNESCO-Nationalkommissionen

Universitäten, Presse und andere Massenmedien.

 

16.3 Stärkung der Rolle der Wissenschaft bei der Entscheidungsfindung durch problemorientierte, angewandte Forschung, damit die Verfügbarkeit von Finanzmitteln für Wissenschaft und Management erhöht und ein wissenschaftlich fundiertes, partizipatorisches und kooperatives Management sichergestellt ist.

2013

Forschungsprojekte in allen BR eingerichtet.

Individuelle BR, MAB Nationalkomitees, UNESCO-Nationalkommissionen

Universitäten, Forschungseinrichtungen, Finanzierungsstellen

17. Geschulte Biosphärenreservats-Manager und sonstige relevante Stakeholder

17.1 Durchführung von Schulungen für BR-Manager über die Interaktion zwischen Wissenschaft, Politik und Praxis sowie über ein partizipatorisches Management für die Wissenschaft und andere relevante Bereiche

2010

Anzahl absolvierter oder im Gang befindlicher Kurse in den Regionen

MAB-Sekretariat, regionale und thematische Netze

Forschungsinstitute, Hochschulzentren, internationale und nationale NGOs

 

17.2 Förderung von Kompetenzaufbauprogrammen für BR-Verwalter und -Manager, z.B. zu adaptivem Management einschließlich Konfliktbeilegung und Verhandlungsfähigkeit.

2011

Laufende Schulungen für BR-Manager

MAB Nationalkomitees

Universitäten, Forschungseinrichtungen

18. Nutzung von BR durch UNESCO-Mitgliedstaaten für deren Zusammenarbeit mit anderen ISP, einschließlich IOC und MOST

18.1 Zusammenarbeit mit anderen ISP zur Einbeziehung von BR als Forschungs- und Demonstrationsgebiete in ihre Programme.

 

2010

Anzahl der Aktivitäten und Initiativen von ISP der UNESCO mit Schwerpunkt auf BR

 

Regionale Netze MAB Nationalkomitees und MAB-Sekretariat

 

IOC, IHP, IGCP IHP, IOC, IGCP, MOST

 

18.2 Ausweitung einer verbreiteten Nutzung von BR durch IHP, IOC, IGCP und MOST für die Forschung, die Gewinnung von Erkenntnissen und die politische Beratung

2013

Anzahl der BR, die in andere Aktivitäten und Initiativen von ISP der UNESCO in Bezug auf die Forschung, die Gewinnung von Erkenntnissen und die politische Beratung einbezogen sind

ISP der UNESCO (MAB, IHP, IOC, IGCP, MOST), individuelle BR

 

19. Biosphärenreservate verfügen über Forschungsprogramme in Bezug auf Analysen von Ökosystemleistungen und deren Management durch Stakeholder-Einbeziehung

19.1 Mobilisierung wissenschaftlicher und nicht wissenschaftlicher Akteure, bei denen alle Erkenntnissysteme vereint sind, um die wissenschaftlichen Funktionen von BR zu stärken.

2012

Anzahl der BR mit Forschungsprogrammen

BR und MAB Nationalkomitees, regionale und thematische Netze

GEF, UNDP, EU, internationale NGOs usw.

20. Biosphärenreservate verfügen über Forschungsprogramme in Bezug auf die Erarbeitung des Managementplans und die Zonierung

20.1 Sicherstellung der Stakeholder-Einbeziehung in die Erstellung einer Forschungs-Agenda, die in den Managementplan für das gesamte BR aufgenommen werden soll.

 

20.2 Nutzung von BR als Gebiete für die angewandte, problemorientierte Forschung für nachhaltige Entwicklung in Zusammenhang mit der Zonierung und dem Managementplan.

2013

 

 

 

 

 

2012

Anzahl der BR mit festgelegten und funktionsfähigen Forschungsprogrammen

Anzahl der BR mit Forschungs-Agenden in Bezug auf die nachhaltige

Individuelle Biosphärenreservate

 

 

 

 

Individuelle Biosphärenreservate

Universitäten, Forschungseinrichtungen, Finanzierungsstellen

 

 

 

Universitäten, Forschungseinrichtungen, Finanzierungsstellen

 

Einbeziehung der Ergebnisse angewandter ökologischer und sozioökonomischer Forschungen in das Ökosystem-Management aller Gebiete und Verknüpfung von Bildungsmaßnahmen mit den verschiedenen Funktionen in allen Zonen von BR.

 

Entwicklung

 

 

21. Programme im Rahmen der Decade of Education for Sustainable Development (DESD) mit Bildungs- und Forschungseinrichtungen

21.1 Förderung des BR als überragende Lehrstätte für nachhaltige Entwicklung zur Demonstration von Kompromissen und Ausgleichsmaßnahmen bei Ökosystemleistungen, Mensch-/Umwelt-Wechselwirkung und -Wohlergehen im Rahmen der DESD.

2010

Anzahl der Schulen mit Bezug zu BR durch gemeinsamen Unterricht, Zeltlager, gemeinsame Erarbeitung von Lehrplänen

Individuelle Biosphärenreservate

Associated Schools Project Network, UNESCO Education Sector

22. Austausch von Bildungs-Ressourcen zur verbreiteten Anpassung und Anwendung

22.1 Verbesserung der Kompetenzen des WNBR mit dem Ziel eines Aufbaus von starken Lehrorganisationen und Bündnissen mit Befähigung aller Stakeholder bei jedem BR.

 

22.2 Bereitstellung geeigneter Kräfte und Finanzmittel, (a) damit BR-Manager/-Koordinatoren aktiv zum WNBR beitragen können, d.h. Übersetzung von Berichten über vorbildliche Verfahren in örtliche Sprachen, und (b) Einstellung dieser Informationen in die Website des UNESCO‑MAB.

2010 & 2013

 

 

 

 

 

 

2012

Anzahl der Bildungsprogramme; Anzahl und Bandbreite erstellter Sensibilisierungs- und Informationsmaterialien.

 

 

Anzahl der in örtliche Sprachen übersetzten Berichte über vorbildliche Verfahren.

NGOs, akademische Einrichtungen, Forschungszentren

Nationale Behörden, nationale und internationale NGOs, Finanzierungsstellen

23. Mechanismus, damit sich Biosphärenreservate mit Problemfeldern der Urbanisierung in einem regionalen Kontext befassen

23.1 Erleichterung der Integration städtischer Gebiete in BR.

2010 & 2013

Anzahl der BR mit Wechselwirkung mit städtischen Gebieten

MAB Urban Group, regionale Netze

Kommunalbehörden, ICLEI, professionelle Planungsinstitutionen, Universitäten und Forschungszentren mit Verbindungen zu BR.

24. Nutzung von Biosphärenreservaten als Lehrstätten für Forschungs-, Anpassungs- und Begrenzungsmaßnahmen in Bezug auf den Klimawandel

24.1 Nutzung von Gebirgs-BRs als Feldobservatorien von Auswirkungen globaler Veränderungen auf die Umwelt, Wirtschaft und das menschliche Wohl auf der Basis der GLOCHAMORE Research Strategy.

2012

Anzahl der Gebirgs-BR mit aktiven Forschungs- und Kompetenzaufbauprogrammen

Individuelle BR, MAB Nationalkomitees, regionale und thematische Netze

MRI, mit dem Klimawandel befasste Organisationen, Forschungseinrichtungen, akademische Institutionen und Einrichtungen für Öffentlichkeitsarbeit

 

24.2 Nutzung von Forschungsergebnissen zur Unterstützung von Ländern bei der Ausarbeitung und Umsetzung politischer Maßnahmen zur nachhaltigen Entwicklung von Gebirgsregionen.

2013

Anzahl der Länder mit politischen Maßnahmen zur nachhaltigen Entwicklung von Gebirgsregionen.

Individuelle BR, MAB Nationalkomitees, UNESCO-Nationalkommissionen, regionale Netze

MRI, IUCN

 

24.4 Durchführung von Schulungen zum Klimawandel für unterschiedliche Ökosystemtypen, insbesondere anhand des regionalen ERAIFT-Flaggschiffprojekts für tropische Wälder und zertifizierte Forstwirtschaft als Konzept zur Begrenzung der Folgen des Klimawandels.

2011

Anzahl durchgeführter Schulungen

Individuelle BR, MAB Nationalkomitees, UNESCO-Nationalkommissionen, regionale und thematische Netze

UNFCCC, CBD, UNCCD

 


E.4. Partnerschaften

Man sollte stets auf die Stärken und Chancen von Partnerschaften zurückgreifen, um die Funktionen eines Biosphärenreservats kooperativ zu entwickeln. Dabei müssen die Bemühungen auf den Aufbau und Ausbau bestehender Partnerschaften und Bündnisse mit Übernahme einer Vorreiterrolle für neue Initiativen und auf die Schaffung neuer Partnerschaften und Projekte mit Einbeziehung einer Vielzahl von Stakeholder-Gruppen konzentriert werden. Die betreffenden kooperativen Maßnahmen reichen vom Biodiversitätsschutz über das Ökosystem-Management bis hin zur nachhaltigen Nutzung von Gütern und Leistungen der Umwelt.

Der „Mehrwert“ von Partnerschaften besteht in einer verbesserten Effektivität von Managementstrategien, einer veränderten Haltung der Stakeholder, einem besseren gegenseitigen Verständnis, fundierteren Entscheidungen, höherer Sensibilität sowie einer fachlichen und finanziellen Unterstützung des Managements des Biosphärenreservats.

Die langfristige Funktionsfähigkeit eines Biosphärenreservats erfordert eine ebenso langfristige Finanzierung sowohl für die Planung als auch die Realisierung. Die Erschließung von Finanzierungsquellen fällt in erster Linie in die Zuständigkeit individueller Biosphärenreservats-Manager/Koordinatoren mit bedarfsweise angeforderter Unterstützung und Hilfestellung seitens der MAB National Committees, der regionalen Netze und des MAB-Sekretariats der UNESCO.

Auch mit Wirtschaftstätigkeiten können für Biosphärenreservate potenzielle Vorteile bereitgestellt werden, Beispiele:

  • Beiträge zur wirtschaftlichen Entwicklung durch eine Stärkung der Rolle des Privatsektors, Umsatzerwirtschaftung für die Erhaltung natürlicher Gebiete, z.B. durch Tourismus
  • Mit Systemen führender multinationaler sowie nationaler und regionaler Unternehmen für Corporate Social Responsibility (CSR) werden Mittel zur Weiterentwicklung oder Pflege nachhaltiger Praktiken bereitgestellt.

Dies sind bereits sehr gute Beispiele für wirtschaftliche Vorteile von Biosphärenreservaten und die Durchführbarkeit integrierter Schutz- und Entwicklungsmaßnahmen in Biosphärenreservaten und in deren Umgebung. Die damit erzielten Ergebnisse auf operativer Ebene werden durchaus noch verbessert, wenn ausreichend und gut geschulte Kräfte, technische Einrichtungen, Projekthaushaltsmittel und Kapazitäten zur Verfügung stehen, um alle drei Funktionen in sämtlichen Zonen zu erfüllen.                  

 

ZIEL

MASSNAHMEN

ZEIT

ERFOLGS-INDIKATOR

ZUSTÄNDIGKEIT FÜR DIE MASSNAHME

PARTNER

25. Verbesserte finanzielle Mechanismen für Biosphärenreservate und regionale Netze

25.1 Abschluss von Partnerschaftsverträgen mit den entsprechenden Institutionen/Organisationen über die Durchführung von Projekten für Payment for Ecosystem Services (PES).

2013

Anzahl der Regionen mit PES-Projekten.  Anzahl einbezogener BR.

MAB-ICC, regionale und thematische Netze

GEF, UNDP, EU, internationale NGOs, Universitäten, Forschungszentren

 

25.2 Abschluss von Partnerschaftsverträgen, z.B. über Wasser-, Wald- und Kohlenstoff-Fonds.

2013

Anzahl der BR mit Partnerschaftsverträgen

MAB Nationalkomitees, regionale und thematische Netze

Nationale und internationale Geberstellen, GEF, UNDP, internationale NGOs

 

25.3 Suche nach nationaler und internationaler Unterstützung für BR und regionale Netze mit den Organisationen, die für Projekte zum Biodiversitätsschutz, für internationale Gewässer, den Klimawandel, die Armutsbekämpfung usw. zuständig sind

2013

Anzahl der BR und regionalen Netze mit nationaler und internationaler Unterstützung

MAB-Sekretariat, MAB Nationalkomitees, regionale und thematische Netze

Nationale und internationale Geberstellen, GEF, UNDP, internationale NGOs

26. Verbesserte Erwirtschaftung von Gewinnen und Möglichkeiten zum Lebensunterhalt in Biosphärenreservaten durch nachhaltige Produktion, Erntetechnik, Verarbeitung und Vermarktung von Produkten aus Biosphärenreservaten

26.1 Auswahl von mindestens einem BR je regionalem Netz für die Durchführung einer Bewertung des wirtschaftlichen Beitrags von BR zur örtlichen Wirtschaft unter aktiver Einbeziehung örtlicher Gemeinschaften.

2013

Anzahl der BR, die je Region entsprechende Bewertungen entwickeln

Regionale und thematische Netze

Privatwirtschaft, Forschungseinrichtungen, akademische und für Öffentlichkeitsarbeit zuständige Einrichtungen

 

26.2 Weiterführung der Arbeiten der Task Force on Quality Economies durch Schaffung oder Stärkung von Partnerschaften mit Unternehmen zur Ermittlung, Entwicklung und Förderung von Märkten und fairem Handel für Waren, die das BR-Markenzeichen verwenden

2010

Anzahl der BR, die an den Arbeiten der Task Force on Quality Economies beteiligt sind

MAB-Sekretariat, individuelle BR, MAB Nationalkomitees, thematische Netze

Privatwirtschaft

 

26.3 Schaffung nachhaltiger und alternativer Erwerbsmöglichkeiten, wobei in erster Linie anfällige Bevölkerungsgruppen innerhalb von BR, z.B. örtliche Gemeinschaften, Minderheiten oder indigene und ethnische Gruppen, ins Visier genommen werden.

2013

Anzahl der BR, die nachhaltige alternative Erwerbsmöglichkeiten zur Linderung der Armut durchführen

UNESCO-Mitgliedstaaten, individuelle BR

Nationale und internationale Finanzierungsstellen, GEF, UNDP usw.

27. Stärkere Beteiligung, Unterstützung und Akzeptanz durch die Privatwirtschaft

27.1 Schaffung oder Stärkung von Partnerschaften mit Unternehmen zur Ermittlung, Entwicklung und Förderung von Märkten und fairem Handel für Güter und Dienstleistungen in BR und zur Unterstützung von Management- und Kommunikationsmaßnahmen in Bezug auf BR

2013

Anzahl der Unternehmen, die sich aktiv an der Verwirklichung der BR-Idee/ am BR-Management beteiligen. Anzahl der Unternehmen, die sich aktiv an der indirekten Unterstützung von Maßnahmen in BR beteiligen.

BR und MAB Nationalkomitees

Privatwirtschaft

 

27.2 Förderung von Anreizen für die Produktkennzeichnung in BR.

2012

Vorliegende Studie zu lokalen BR-Produkten

MAB-Sekretariat, individuelle BR

Privatwirtschaft

28. Austausch zwischen Biosphärenreservaten

28.1 Unterstützung von Studienfahrten/ Gebietsbesuchen durch Stakeholder-Gruppen in BRs.

2010 & 2013

Anzahl der Austauschmaßnahmen

Regionale und interregionale Netze, thematische Netze, individuelle Biosphärenreservate

Staatliche Stellen

 

28.2 Förderung und Ermöglichung von Partnerschaftsprogrammen zwischen BR zu bestimmten Themenbereichen.

2013

Anzahl der Partnerschaftsprogramme zwischen BR.

Regionale und interregionale Netze, thematische Netze, individuelle Biosphärenreservate

Staatliche Stellen

 

28.3 Förderung der Süd-Süd-Kooperation und der Dreieckskooperation Süd-Nord-Süd.

2013

Anzahl der Kooperationsverträge zwischen BR.

Regionale und interregionale Netze, thematische Netze, individuelle Biosphärenreservate

Staatliche Stellen

29. Förderung von Partnerschaften

29.1 Einrichtung von Kooperationsplänen mit Einbeziehung aller gesellschaftlichen Bereiche zur Propagierung von Kooperationsmaßnahmen, die von Bildung und Forschung bis zur nachhaltigen Nutzung ökologischer Waren und Dienstleistungen reichen.

2010

Anzahl eingerichteter Partnerschaften. Anzahl der an Partnerschaften beteiligten BR.

Individuelle BR

Staatliche Stellen, Privatwirtschaft

 

29.2 Aufbau von Partnerschaften mit regionalen Wirtschafts- und Finanzinstitutionen.

2010

Anzahl eingerichteter Kooperationspläne

Individuelle BR

Kanada

30. Grenzübergreifende Biosphärenreservate

30.1 Unterstützung der Entwicklung neuer grenzübergreifender BR und Stärkung bestehender grenzübergreifender BR sowie sonstiger Formen der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit.

2013

Anzahl eingerichteter grenzübergreifender BR.

MAB Nationalkomitees, regionale Netze

MAB Nationalkomitees, UNESCO National Commissions

 

30.2 Aktualisierung der Nominierung und periodischen Überprüfung der Formen von grenzüberschreitenden BR

2013

Anzahl neuer und bestehender grenzübergreifender BR mit aktiver grenzüberschreitender Kooperation; Nutzung aktualisierter Formen

BR und MAB Nationalkomitees, regionale Netze, MAB-Sekretariat, World Network of Biosphere Reserves

 

31. Biosphärenreservate für Frieden, Sicherheit und Konfliktmanagement

31.1 Förderung und Nutzung von BR als Mechanismen für Frieden und Sicherheit.

2013

Anzahl der BR mit Programmen, die Frieden und Sicherheit fördern

MAB-Sekretariat, World Network of Biosphere Reserves, regionale und thematische Netze

Akademische Institutionen, nationale und internationale NGOs

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