Deutsche UNESCO Kommission e.V.

Der Guillermo Cano-Preis der UNESCO für Pressefreiheit

Seit 1997 verleiht die UNESCO jedes Jahr am Welttag der Pressefreiheit den Guillermo Cano-Preis. Der nach dem 1986 in Bogotá ermordeten kolumbianischen Journalisten Guillermo Cano Isaza benannte Preis wird für besondere Verdienste um die Pressefreiheit vergeben.

In mehrfachen Fällen hat der UNESCO-Preis Wirkung gezeigt: Die Preisträgerinnen der Jahre 1997 und 1998, die chinesische Journalistin Gao Yu und die Nigerianerin Christina Anyanwu, die sich zur Zeit der Preisverleihung im Gefängnis befanden, wurden nach der Verleihung aus der Haft entlassen.
 

© IWMF

Der UNESCO-Preis für Pressefreiheit 2013 geht an die inhaftierte Journalistin Reeyot Alemu aus Äthiopien. Die 30-jährige Journalistin hat vor ihrer Inhaftierung über politische und soziale Themen geschrieben und sich besonders für die Geschlechtergleichheit und die Armutsbekämpfung eingesetzt. Im Juni 2011 wurde Reeyot Alemu verhaftet, derzeit sitzt sie eine fünfjährige Haftstrafe im Kaliti-Gefängnis in Äthiopien ab. mehr...

Eynulla Fatullayev © Agence Turan

Der UNESCO-Preis für Pressefreiheit 2012 ging an den aserbaidschanischen Journalisten und Menschenrechtsaktivitsten Eynulla Fatullayev. Fatullayev hat sich immer wieder beharrlich für die Presse- und die Meinungsfreiheit eingesetzt. Nach seiner Festnahme im Jahr 2007 wurde er 2011 begnadigt und gründete die Public Union for Human Rights, eine Nichtregierungsorganisation für die Durchsetzung der Menschenrechte. mehr...

Ahmad Zeidabadi © NetNative

2011 wurde der UNESCO-Preis für Pressefreiheit an den iranischen Journalisten Ahmad Zeidabadi verliehen. Er wurde für seinen Mut und sein Engagement für Presse- und Meinungsfreiheit, Demokratie und Menschenrechte ausgezeichnet. Ahmad Zeidabadi sitzt seit den iranischen Präsidentschaftswahlen 2009 in Haft. mehr...

Mónica González Mujica © UNESCO/Carolina Jerez

2010 ging der UNESCO-Preis für Pressefreiheit an die chilenische Journalistin Mónica González Mujica. Trotz Bedrohungen und Einschüchterungen berichtete die 1949 geborene Journalistin über die Menschenrechtsverletzungen während der Pinochet-Diktatur. Für ihre Recherchen kam die Journalistin in den 1980er Jahren mehrfach ins Gefängnis. mehr...

Lasantha Wickrematunge © Reporters sans Frontiers

2009 wurde der Guillermo Cano-Preis posthum an den srilankischen Journalisten Lasantha Wickrematunge vergeben. Wickrematunge war seit 1994 Chefredakteur der regierungskritischen Zeitung "Sunday Leader" auf Sri Lanka. Er kritisierte die Korruption in der srilankischen Regierung und den Krieg gegen die tamilischen Rebellen – trotz häufiger Todesdrohungen und im Bewusstsein über die Gefahren, denen er ausgesetzt war. Im Januar 2009 wurde er in Colombo auf offener Straße erschossen. mehr...

Lydia Cacho Ribeiro © José Gallardo/Random House Mondadori

2008 ging der Preis an die Journalistin Lydia Cacho Ribeiro aus Cancun, Mexiko, die trotz Todesdrohungen, eines Mordversuchs und Rechtsstreitigkeiten weiterhin über politische Korruption, organisiertes Verbrechen und häusliche Gewalt berichtet. Lydia Cacho arbeitet für die Tageszeitung La Voz del Caribe. Sie enthüllte durch investigativen Journalismus die Beteiligung von Geschäftsleuten, Politikern und Drogenhändlern an Prostitution und Kinderpornographie. mehr...

Anna Politkovskaya © UNESCO

2007 erhielt die ermordete russische Journalistin Anna Politkovskaya den UNESCO-Preis für Pressefreiheit, der damit erstmals postum verliehen wurde. Anna Politkovskaya wurde durch ihre Berichterstattung aus Tschetschenien und ihren Kampf für die Menschenrechte weltweit bekannt. Am 7. Oktober 2006 wurde sie in ihrem Hauseingang in Moskau erschossen. mehr...

 
Weitere Informationen zu den bisherigen Preisträgern auf der
Website der UNESCO