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Genossenschaften in Deutschland im Porträt

Wiese eG und Hamburger Engelsaal eG

Die "Idee und Praxis der Organisation gemeinsamer Interessen in Genossenschaften" ist als erste Kulturform aus Deutschland für die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit vorgeschlagen worden. Eine Entscheidung über die Aufnahme fällt Ende November 2016 auf der Sitzung des Zwischenstaatlichen Ausschusses in Addis Abeba, Äthiopien.

Im zehnten Teil der Artikelserie stellen wir zwei Genossenschaften vor, die beide im Bereich Theaterkultur in Hamburg wirken:

Wiese eG
© Tobias Gloger

WIESE eG – Zentrum der Freien Theater- und Musikszene

Gründungsjahr: 2011
Sitz: Hamburg
Zweck: Raumbeschaffung für darstellende Kunst und Musik
http://wiese-eg.de

In Metropolen wie Hamburg ist bezahlbarer Proben- und Produktionsraum für Künstler Mangelware. Die Genossenschaft Wiese eG tritt dem Problem seit 2011 mit kreativen Lösungen entgegen. In einer ehemaligen Maschinenfabrik im Stadtteil Barmbek entsteht auf mehr als 2.400 Quadratmetern Raum zur Umsetzung innovativer Ideen der freien Theater- und Musikszene der Region. Der Komplex wird mit seinen zum Teil säulenfreien Probenräumen, Lagern, Werkstätten und einer ansprechenden Gastronomie den Bedürfnissen seiner Nutzer gerecht werden. Die etwa 50 Mitglieder der Wiese eG können die Räume kostengünstig mieten oder pachten. Externe Nutzer tragen dazu bei, dass mögliche Gewinne in die Genossenschaft und damit an die Genossenschaftler zurück fließen. Somit sorgt das Konzept Genossenschaft dafür, dass das Projekt langfristig finanzierbar bleibt und der Mietkomfort dauerhaft gesichert wird.

Hamburger Engelsaal eG
© Hamburger Engelsaal eG

Hamburger Engelsaal eG        

Gründungsjahr: 2013
Sitz: Hamburg         
Zweck: Wiederbelebung des Hamburger Volkstheaters
http://www.engelsaal.de

Mit dem Kauf von Genossenschaftsanteilen können seit 2013 Freunde des Theaters selbst zu Förderern eines Hamburger Bühnenbetriebs werden und sich damit auch aktiv bei der Gestaltung des Bühnenprogramms mit Ideen einbringen. Im Hamburger Engelsaal widmet man sich der Widerbelebung des Volkstheaters und der traditionellen hamburgischen Unterhaltung – einer vielfältigen Mischung aus Spiel und Gesang sowie eigenem Repertoire-Programm. Mitglieder dürfen ihre Stimme bei der Auswahl des Programmes einbringen, nehmen an Bühnenproben teil und können auf Vergünstigungen im Kartenerwerb zurückgreifen. Ziel ist es, künftig die Attraktivität des Bühnenprogrammes im Engelsaal zu steigern und mit den finanziellen Einnahmen nicht nur das Gastspielgeschäft zu erweitern, sondern das Hamburger Volkstheater in Form eines Sprechtheaters wieder aufleben zu lassen.

Hintergrund

Die UNESCO fördert mit dem Übereinkommen zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes das Bewusstsein für den Wert lebendiger Traditionen: Kulturformen, die unmittelbar von menschlichem Wissen und Können getragen und von Generation zu Generation weitergegeben werden. Deutschland erstellt als Vertragsstaat des Übereinkommens seit 2013 ein Bundesweites Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes. Derzeit umfasst das Verzeichnis 34 Einträge. Zudem sind zwei Projekte als Gute Praxisbeispiele der Erhaltung immateriellen Kulturerbes anerkannt worden. Aus dem Bundesweiten Verzeichnis können einzelne Elemente auch für eine der UNESCO-Listen nominiert werden.

Die Genossenschaftsidee und -praxis ist ein für alle Bevölkerungsschichten offenes Modell zur Selbsthilfe, Selbstverwaltung und Selbstorganisation. Sie beruht auf ideellen Grundkonzepten wie Solidarität, Ehrlichkeit, Verantwortung und Demokratie. Diese Prinzipien des kulturellen Selbstverständnisses menschlicher Gemeinschaften und das in der Genossenschaftsidee und -praxis zum Ausdruck kommende bürgerschaftliche Engagement im sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Bereich waren bei der Nominierung für das Expertenkomitee Immaterielles Kulturerbe der DUK ausschlaggebend.

In dieser Artikelserie werden einzelne Genossenschaften porträtiert. Die Serie soll insgesamt ein vielfältiges Bild der deutschen "Genossenschaftslandschaft" ergeben.

Weitere Informationen:
Porträtserie Genossenschaften in Deutschland

(Artikel erstellt am 18. November 2016)

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