UNESCO-Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe
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Entlang der mittleren Elbe erstreckt sich eine naturnahe Stromlandschaft mit zahlreichen Flussauen von der Mittelelbniederung bis zur Norddeutschen Tiefebene. Fünf Bundesländer übergreifend, wird diese einzigartige, gewachsene Natur- und Kulturlandschaft durch das Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe zusammengefasst. Der Flusslauf mit Ufersäumen, natürlichen Überflutungsbereichen wird umrahmt von den größten zusammenhängenden Auenwäldern Mitteleuropas. Das Biosphärenreservat umfasst weite Überschwemmungsflächen, Sandufer, Binnendünen, Brackwasser. Der Elbe-Biber findet hier ebenso Lebensraum wie der Fischotter und wie viele Storche im Sommerquartier. Das Biosphärenreservat bewahrt die Schönheit der Elbauen und erhält die Lebensgrundlagen der vielfältigen Tier- und Pflanzenwelt. Teil des Biosphärenreservats ist das UNESCO-Welterbe Gartenreich Dessau-Wörlitz, so dass Besuchern neben der einzigartigen Landschaft auch ein umfangreiches ganzjähriges Kultur- und Freizeitprogramm geboten wird.
Die Niedersächsische Elbtalaue ist ein wichtiges Rast- und Überwinterungsgebiet für Schwäne und Gänse. Viele Landwirte sehen in den Vögeln eine Bedrohung ihres Ernteertrags. Die niedersächsische Biosphärenreservatsverwaltung hat ein „Gastvogelmanagement“ eingeführt, um Konflikte mit der Landwirtschaft zu minimieren und so den Wert der Elbaltaue als Vogelrastgebiet zu erhalten. Mit Vertragsnaturschutz werden störungsarme Rasträume gesichert, die extensive Bewirtschaftung gefördert und dort, wo es möglich ist, Stromleitungen in die Erde verlegt. Auf „Ablenkflächen“ wird reifes Getreide belassen und der erwartete Ernteausfall den Landwirten erstattet. Im Ergebnis zeigt dieses Kooperationsprogramm, dass Ertragsverluste trotz hoher Gänsezahlen in Grenzen gehalten werden können.
Ein Schwerpunkt der Arbeit des sachsen-anhaltischen Teils des Biosphärenreservats, der „Mittelelbe“, ist das Management von Feuchtgebieten. Eines der umfassendsten Projekte mit mehr als fünf Millionen Euro an Fördermitteln war die Sanierung des „Kühnauer Sees“, eines heute von der Elbe abgetrennten Altwassers. Durch übermäßigen Nährstoffeintrag drohte er zu verlanden, einige Arten waren verschwunden. Der See wurde vollständig entschlammt, ein Damm wurde entfernt, so dass sich heute wieder viele Arten an und im See angesiedelt haben. Der Elbebiber war bis in die 50er Jahre dem Aussterben nahe, im Biosphärenreservat fand er sein letztes Rückzugsgebiet. Der Bestand konnte sich inzwischen auf etwa 1.200 Tiere erholen.
- Jahr der Anerkennung durch die UNESCO: 1997 (länderübergreifend), 1979 (Mittelelbe)
- Fläche: 3.428 km2
- Repräsentierter Landschaftsraum: Mittelelbniederung und Norddeutsche Tiefebene
- Repräsentative Lebensräume:
Flusslauf, Auengrünland, Altwässer, angrenzende Laub- und Mischwälder - Beispiele für Biosphärenreservatsfunktionen:
Schutz und Entwicklung der Elbaue mit ihrer Natur- und Kulturlandschaft; Projekte zur nachhaltigen Landwirtschaft und zur Auenregeneration, diverse Projekte innerhalb von EU-Förderprogrammen, Einrichtung von Naturlehrpfaden, Auenpfaden und Natur-Erlebnisrouten, Zusammenarbeit mit Schulen - Internationale Partnerschaften:
Mitglied im EUROSITE-Netzwerk, Sachsen-Anhalt: Biosphärenreservat Untere Lobau (Österreich) und Biosphärenreservat "Great Volzhsko-Kamsky" (Russische Föderation) - Bundesländer:
Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Brandenburg und Sachsen-Anhalt - Landkreise:
Herzogtum Lauenburg, Lüchow-Dannenberg, Lüneburg, Ludwigslust, Prignitz, Anhalt-Bitterfeld, Salzlandkreis, Jerichower Land, Bördekreis, Stendal, Wittenberg, kreisfreie Städte Magdeburg, Dessau-Roßlau - Zuständige Ministerien:
Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein
Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz des Landes Mecklenburg-Vorpommern
Niedersächsisches Umweltministerium
Ministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg
Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt des Landes Sachsen-Anhalt - Verwaltung:
Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe
Verwaltung Teilgebiet Schleswig-Holstein
Landesamt für Natur und Umwelt
Hamburger Chaussee 25
24220 Flintbek
Telefon: (04347) 7040
Biosphärenreservat Niedersächsische Elbtalaue
Am Markt 1
29456 Hitzacker
Telefon: (05862) 96730
Amt für das Biosphärenreservat Schaalsee
Dezernat Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe-MV
Am Elbberg 8-9
19258 Boizenburg
Telefon: (038847) 624840
Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe - Brandenburg
Neuhausstr. 9
19322 Rühstädt
Telefon: (038791) 9800
Biosphärenreservat Mittelelbe [Sachsen-Anhalt]
Kapenmühle PF 13 82
06813 Dessau
Telefon: (034904) 4210 - Informationszentren:
Biosphärium Elbtalaue
Schlossstr. 10
21354 Bleckede
Telefon: (05852) 95140
Besucherzentrum Rühstädt
Neuhausstr. 9
19322 Rühstädt
Telefon: (038791) 98022
Besucherzentrum Burg Lenzen
Burgstr. 3
19309 Lenzen
Telefon: (038792) 1221
Informationszentrum Auenhaus
Am Kapenschlösschen 3
06785 Oranienbaum
Telefon: (034904) 40631
Informationsstelle Beguinenhaus
Am Salzmarkt 1
39539 Havelberg
Telefon: (039387) 20625 - Internet-Link zur Darstellung der UNESCO:
www2.unesco.org/mab/br/ - Internet-Links zu den Biosphärenreservatsverwaltungen:
www.elbtalaue.niedersachsen.de
www.elbetal-mv.de
www.grossschutzgebiete.brandenburg.de
www.mittelelbe.com - Internet-Links zu Fördervereinen:
www.elbtalaue.com/ - Seiten der Nationalen Naturlandschaften:
Niedersächsische Elbtalaue
Mecklenburgisches Elbetal
Flusslandschaft Elbe - Brandenburg
Mittelelbe










