Deutsche UNESCO Kommission e.V.

Mitglieder des Expertenkreises

In dem Expertenkreis wirken dreißig zentrale Akteure der inklusiven Bildung in Deutschland mit. Diese sind vom Vorstand der Deutschen UNESCO-Kommission berufen worden. Ein Sprecherrat übernimmt die Koordination des Expertenkreises. Der Expertenkreis kommt mindestens einmal im Jahr zusammen, um Expertise auszutauschen, gemeinsame Initiativen zu diskutieren und Aktivitäten zu planen.


© Erdsiek-Rave

Inklusive Bildung heißt, gemeinsam zu leben und zu lernen, ohne auszugrenzen und abzusondern. Inklusive Bildung ist für mich der Leitbegriff der Zukunft.“

Ute Erdsiek-Rave ist die Vorsitzende des Expertenkreises "Inklusive Bildung". Von 2005 bis 2009 war sie Ministerin für Bildung und Frauen sowie stellvertretende Ministerpräsidentin des Landes Schleswig-Holstein. Zuvor war sie Landtagspräsidentin, Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, Ministerin für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Kultur Schleswig-Holsteins und Beauftragte des Bundesrates im Bildungsministerrat der Europäischen Union. Nach ihrem Studium der Germanistik arbeitete sie zunächst in der Erwachsenenbildung an Volkshochschulen und am Goethe-Institut Stockholm, bevor sie den Lehrerberuf begann. Ute Erdsiek-Rave ist verheiratet und hat ein Kind.


© Deutsches Institut für Menschenrechte/Svea Pietschmann

„Inklusive Bildung ist ein Menschenrecht. Bildung im Sinne von lebenslangem Lernen kommt eine zentrale Bedeutung für die Verwirklichung anderer Menschenrechte zu.“

Dr. Valentin Aichele, Berater des Sprecherrats "Inklusive Bildung", ist seit Mai 2009 Leiter der Monitoring-Stelle zur UN-Behindertenrechtskonvention am Deutschen Institut für Menschenrechte. Der promovierte Jurist arbeitet seit 2005 am Deutschen Institut für Menschenrechte. Er ist Experte für den Bereich der wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Menschenrechte und für das Themenfeld Nationale Menschenrechtsinstitutionen.


© Aldejohann

„Jedem Kind soll es ermöglicht werden, zusammen mit anderen Kindern seiner Umgebung gemeinsam aufzuwachsen; dazu gehört auch die Möglichkeit, gemeinsam dieselbe Schule besuchen zu können. Dies zu erreichen ist eine große gesellschaftliche Herausforderung.“

Ministerialdirigent Reinhard Aldejohann vertritt die Kultusministerkonferenz im Sprecherrat "Inklusive Bildung" und ist Leiter der Schulabteilung im Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen. Zuvor war er Dezernent in der oberen Schulaufsicht für Gymnasien und Leiter der Schulabteilung in der oberen Schulaufsicht in Münster. Aldejohann war über elf Jahre für die Lehrerfortbildung NRW in den MINT-Fächern im Landesinstitut für Schule und Weiterbildung tätig. Er ist Gymnasiallehrer für Biologie und Chemie.


© VBE

„Das Ja Deutschlands zur Inklusion muss zur Folge haben, dass der Rechtsanspruch auf inklusive Bildung für den gesamten Bildungsbereich gesetzlich verankert und die notwendigen personellen, sächlichen und räumlichen Voraussetzungen in allen betroffenen Institutionen geschaffen werden.“

Udo Beckmann ist Bundesvorsitzender des Verbands Bildung und Erziehung (VBE) und in Nordrhein-Westfalen Landesvorsitzender. Er ist stellvertretender Vorsitzender des Hauptpersonalrates Hauptschule beim Schulministerium des Landes NRW. Beckmann studierte Lehramt an Grund- und Hauptschulen in den Fächern Physik, Mathematik und Biologie, unterrichtete an Hauptschulen, war von 1991 bis 1996 Konrektor einer Ganztagshauptschule in Hemer und leitete von 1996 bis 2005 eine Hauptschule in Dortmund. 


„Inklusive Bildung nimmt jeden Menschen - ob mit oder ohne Behinderung - in seiner Einzigartigkeit und seinen individuellen Bedürfnissen in den Blick."

Bundesministerium für Arbeit und Soziales, vertreten durch Julia Schmidt. Julia Schmidt ist Juristin und seit 2007 als Referentin im Bundesministerium für Arbeit und Soziales tätig. Seit Ende 2011 arbeitet sie im Referat „Gleichstellung behinderter Menschen, Grundsatzfragen und Fragen der internationalen Behindertenpolitik“.


© Scharsich

„Inklusive Bildung bedeutet, jedem Kind die Möglichkeit zuzugestehen, einen eigenen Lernweg, einen eigenen Lebensentwurf zu suchen.“

Bundesministerium für Bildung und Forschung, vertreten durch K. Antje Scharsich. Die 1959 geborene Regionalwissenschaftlerin ist Referatsleiterin für frühe und allgemeine Bildung und seit 1998 im BMBF tätig. Nach ihrem Studium leitete sie das Museum Synagoge Gröbzig und arbeitete ab 1991 als Wissenschaftliche Mitarbeiterin für Mitglieder des Deutschen Bundestages.
 


„Meine Vision von inklusiver Bildung ist, dass jeder Mensch weltweit die Bildung bekommt, die seinen individuellen Bedarfen und Fähigkeiten entspricht, von höchster Qualität ist und lebenslanges Lernen ermöglicht.“

Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, vertreten durch Roland Lindenthal. Roland Lindenthal ist Leiter des Referats 311, Bildung, im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Er ist Diplom-Volkswirt und war vormals tätig bei der Internationalen Arbeitsorganisation der Vereinten Nationen (ILO), dem Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) und dem Büro für Projektdienste der Vereinten Nationen (UNOPS), zum Teil in Südafrika, Simbabwe und Indonesien. 


© B. Faber

„Inklusive Bildung, darunter verstehe ich, dass alle Kinder gemeinsam am gleichen Gegenstand oder zum gleichen Thema lernen; gleichberechtigt ohne Assimilierungserwartung. Es bedeutet, dass das deutsche Sonderschulwesen überwunden wird.“

Theresia Degener ist Professorin für Recht und Disability Studies an der Evangelischen Fachhochschule in Bochum und an der University of the Western Cape in Kapstadt, Südafrika. Sie ist Mitglied des Ausschusses für die Rechte behinderter Menschen in Genf, der über die UN-Behindertenrechtskonvention wacht.


© GEW

„Alle Kinder – mit und ohne Behinderung, mit einheimischen oder ausländischen Wurzeln – sind willkommen und gehören von Anfang an dazu. Sie haben ein gleiches Recht auf die allerbeste Bildung ohne Aussonderung und Kränkungen in einer gemeinsamen Schule für alle. Ich wünsche mir, dass Inklusion nicht länger als Problem, sondern als Gewinn betrachtet wird: für die Leistungsstarken wie die Schwachen, für die Pädagogik, für die pädagogischen Profis, für den sozialen Zusammenhalt und für unsere Demokratie.“

Marianne Demmer, 1947 geboren, ist von Beruf Lehrerin. Sie war bis 1997 aktiv im Schuldienst tätig und hat in Grund-, Haupt- und Sonderschulen für Lernbehinderte unterrichtet. Seit 1997 ist sie gewähltes Mitglied des Geschäftsführenden Bundesvorstands der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) und dort für den Bereich allgemein bildende Schulen zuständig. Seit 2005 ist Marianne Demmer auch stellvertretende GEW-Vorsitzende.


© Evers-Meyer

„Inklusion bildet und ist deshalb ein Gewinn für alle Kinder. Sie sollte zum Maßstab für ein modernes, chancenorientiertes und qualitativ hochwertiges Bildungswesen werden.“

Karin Evers-Meyer, geboren 1949 in Neuenburg, ist seit 2002 Mitglied des Deutschen Bundestages und hatte von 2005 bis 2009 das Amt der Beauftragten der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen inne. Zuvor war sie Kreistagsabgeordnete im Kreistag Friesland, ehrenamtliche Landrätin des Landkreises Friesland und Mitglied des Niedersächsischen Landtages. Karin Evers-Meyer ist Initiatorin des Jakob-Muth-Preises für inklusive Bildung gemeinsam mit der Deutschen UNESCO-Kommission und der Bertelsmann Stiftung.


© Frank

„Inklusion bedeutet aus protestantischer Sicht die konsequente Umsetzung der Überzeugung von der Gottebenbildlichkeit eines jeden Menschen. Die darauf sich gründende wechselseitige und bedingungslose Annahme bestimmt den Alltag von Erziehen und Lernen. Niemand soll die Erfahrung machen, ausgegrenzt zu sein. Darum ist theoretisch und praktisch Inklusion die Leitidee für das Miteinander in Kindertagesstätten, Horten und Schulen. Die Akzeptanz von Heterogenität in all ihrer Vielfalt, also nicht nur bezogen auf Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderung, und die entsprechende Gestaltung von Unterricht und Schulleben unterstreicht, dass Unterschiedlichkeit als Ausdruck der gottgewollten Einzigartigkeit jedes Menschen nicht nur akzeptiert, sondern als Chance und Bereicherung bejaht wird.“

Dr. Jürgen Frank lehrt und berät in unterschiedlichen Funktionen und auf verschiedenen Feldern im Bildungsbereich. Bis 2011 war er Leiter der Abteilung Bildung im Kirchenamt der Evangelischen Kirche und Vorsitzender der EKD-Schulstiftung. Zuvor war er Direktor des Pädagogisch Theologischen Instituts in Kassel und Lehrbeauftragter für die Didaktik des Religionsunterrichts an der Universität Gesamthochschule Kassel sowie Vorsitzender der Liturgischen Kammer der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck. Als studierter Theologe war er ebenfalls tätig als Pfarrer der Gemeinde Fuldatal bei Kassel und Studienleiter für die Vikarsausbildung am Predigerseminar in Hofgeismar. 


© Aktion Mensch

„Bildung richtet sich nach den individuellen Bedürfnissen und Besonderheiten der Schüler/innen aus - Vielfalt ist normal, jede/r ist dabei.“

Martin Georgi ist seit 2009 Vorstand der Aktion Mensch. Zuvor war der Historiker und Romanist unter anderem als Fachbereichsdirektor in der Christoffel-Blindenmission Bensheim, als Geschäftsführer bei amnesty international Bonn sowie als Geschäftsführer des Jugendforums der Europäischen Union in Brüssel und als Generalsekretär des internationalen christlichen Friedensdienstes tätig.


© Robert Bosch Stiftung

„Inklusive Bildung heißt für mich, dass Schüler und Schülerinnen mit den unterschiedlichsten Eigenschaften und Eigenheiten, Herkünften, Talenten und Begabungen in einer gemeinsamen Schule zusammen lernen; dies betrifft insbesondere Schüler mit Behinderungen. Dieser Vielfalt in der Schülerschaft entspricht die Schule mit individualisierten Formen des Lehrens und Lernens.“

Günter Gerstberger, geboren 1950, ist Mitglied des Sprecherrats. Bis 2011 leitete er den Bereich "Bildung und Gesellschaft" der Robert Bosch Stiftung mit Programmen zur Demographie, Frühpädagogik und Schulentwicklung ("Der Deutsche Schulpreis"). Gerstberger ist Vorsitzender des DUK-Fachausschusses Bildung. Von 1979 bis 1984 war er als DAAD-Lektor für deutsche Sprache und Literatur an der Universität Valladolid, Spanien, tätig. Günter Gerstberger ist Sprachkünstler, 2010 erschien im Frieling-Verlag Berlin sein Gedichtband "Sonette an Kalypso".


© Hausmanns

„Inklusive Bildung ist einem demokratischen, auf Menschenrechte gegründeten Gemeinwesen angemessen. Sie ist Form der Zukunft und wir beginnen jetzt.“

Sibylle Blömer-Hausmanns ist seit über 20 Jahren auf verschiedenen Ebenen mit Bildungsfragen befasst: als bildungspolitisch engagierte Mutter, als Beraterin und Mitarbeiterin eines familienentlastenden Dienstes (1993-2003), im Vorstand der Landesarbeitsgemeinschaft "Gemeinsam leben - gemeinsam lernen" Hessen (seit 1989) und seit 2004 als Leiterin des Projektbüros der Bundesarbeitsgemeinschaft "Gemeinsam leben - gemeinsam lernen".


© Deutscher Städtetag

„Inklusive Bildung ist darauf gerichtet, Menschen mit Behinderungen das Recht auf Bildung ohne Diskriminierung und auf der Grundlage der Chancengleichheit zu sichern. Hierzu bedarf es einer grundlegend neuen Sicht auf die Schule, die den gemeinsamen Unterricht von Nichtbehinderten und Behinderten von der Ausnahme zur Regel macht. Inklusion ist ein Prozess des Bewusstseinswandels und der Beseitigung von Barrieren – im Kopf wie in den Schulen vor Ort.“

Klaus Hebborn, 1956 geboren, ist seit 2006 Beigeordneter des Deutschen Städtetages und Leiter des Dezernates Bildung, Kultur und Sport. Als Assessor des Lehramtes war er vormals Hauptreferent beim Deutschen Städtetag in den Bereichen Schule, Weiterbildung und Sport. Er ist unter anderem im Vorstand des Deutschen Volkshochschul-Verbandes, im Hauptausschuss des Bundesinstituts für Berufsbildung sowie im Stiftungsbeirat der Kulturstiftungen des Bundes und der Länder. Von 2002 bis 2008 war er Mitglied im Beirat des Modellprojekts „Selbständige Schule“ in NRW.


© Hinz

„Inklusive Bildung bedeutet für mich, dass Institutionen – hier die des Bildungsbereiches – sich so verändern müssen, dass sie der gesellschaftlich unterschiedlich bewerteten Heterogenität ihres Umfeldes im weitesten Sinne immer besser entsprechen können – ob es um Behinderung, Geschlechterrollen, ethnische Hintergründe, Erstsprachen, sexuelle und weltanschauliche Orientierung, soziale Milieus oder was auch immer geht. Das bedeutet in jedem kulturellen Kontext andere Gewichtungen von Heterogenitätsaspekten und hat eine gemeinsame Basis in den Menschenrechten.“

Andreas Hinz ist seit 1999 Professor für Integrationspädagogik in Halle, seit den 1980er Jahren Mitglied in wissenschaftlichen Begleitungen integrativer Grundschulversuche in Hamburg und Mitgründer des integrativen Stadthaus-Hotels in Hamburg. Er ist mit Ines Boban Herausgeber der deutschsprachigen Version des Index für Inklusion. Seit Mitte der 1990er Jahre arbeitet er zur inklusiven Bildung. Hinz ist beteiligt an internationalen Netzwerken zu inklusiver Bildung und hat zahlreiche Beiträge in internationalen Sammelbänden veröffentlicht.


© Hüppe

„Kinder mit und ohne Behinderung lernen durch inklusive Bildung von Anfang an zusammen. Sie lernen ihre jeweiligen Stärken und Schwächen kennen und werden nach ihren individuellen Begabungen und Herausforderungen gefördert.“

Hubert Hüppe, 1956 geboren, Mitglied des Sprecherrats, ist Beauftragter der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen. Von 1991 bis 2009 war er Mitglied des Deutschen Bundestages. Er ist unter anderem Kooptiertes Mitglied im Bundesvorstand der Bundesvereinigung Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung, in der Arbeitsgemeinschaft Spina bifida und Hydrocephalus, in der Bundesarbeitsgemeinschaft Gemeinsam Leben - Gemeinsam Lernen sowie dem Fachbeirat der BAG Integrationsfirmen. Hubert Hüppe ist verheiratet und hat drei Kinder.


© Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft

„Je unterschiedlicher und vielfältiger die Menschen einer Gruppe sind, desto mehr kann die Gemeinschaft und jeder Einzelne in ihr profitieren. Ich verstehe Inklusion mehr und mehr als Prozess, der von unterschiedlichsten Standorten aus gestartet und durch seine ihm innewohnende Potential- und Ressourcenentfaltung mit der Anerkennung und Wertschätzung des Beitrags jedes Einzelnen zum Ganzen systemprägend wirken kann.“

Dr. Karl-Heinz Imhäuser ist Vorstand der Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft. Er promovierte an der Heilpädagogischen Fakultät Köln und führt Lehraufträge zur Didaktik inklusiver Bildung und Erziehung und zur Diagnostik an den Universitäten Köln und Berlin durch. Imhäuser arbeitet an pädagogischen Fort- und Weiterbildungsinstituten in Berlin mit. Neben einer Ausbildung zum Feldenkraislehrer hat er eine Ausbildung zum Trainer für "Selbstorganisiertes Lernen" absolviert. Zwanzig Jahre lang war er als Lehrer an Förder-, Haupt- und Realschulen tätig.


© Jerg

„Inklusive Bildung bedeutet Vielfalt als Chance zu entdecken und die Fähigkeiten jeden einzelnen Kindes wertzuschätzen. Alle Kinder (ohne Ausnahme) besuchen die allgemeinen Bildungseinrichtungen oder mit anderen Worten: Jedes Kind ist willkommen.“

Jo Jerg hat seit 2007 eine Professur für Inklusive Soziale Arbeit, Praxisforschung und Pädagogik der frühen Kindheit an der Evangelischen Hochschule Ludwigsburg inne. Dem ging eine Vertretungsprofessur voraus. Zuvor arbeitete er als pädagogischer Mitarbeiter in der Jugendhilfe und als wissenschaftlicher Mitarbeiter in Forschungsprojekten. Seine Arbeitsschwerpunkte der letzten 15 Jahren sind Praxisforschungsprojekte in der Integration und Inklusion in der frühkindlichen Bildung, im Wohn- und Arbeitsbereich der Behindertenhilfe sowie zu Jungen mit Behinderung.


© Klemm

„Inklusive Bildung ist ein wichtiger Schritt hin zu einer Gesellschaft, in der niemand auf Grund individueller Eigenschaften benachteiligt oder bevorzugt wird.“

Klaus Klemm, geboren 1942, lehrte von 1977 bis 2007 als Professor für Erziehungswissenschaft (empirische Bildungsforschung) an der Universität Duisburg-Essen. Seine Arbeitsschwerpunkte waren Bildungsplanung, Bildungsökonomie und Qualitätsentwicklung. Bis 2008 arbeitete er an der nationalen Bildungsberichterstattung mit. Bis 2006 war er Mitglied im PISA-Beirat, von 1988 bis 1990 in der Enquête Kommission „Zukünftige Bildungspolitik“ des Deutschen Bundestages.


© Bertelsmann Stiftung

Inklusion ist der Treiber für eine neue Lernkultur in unseren Schulen, in der alle Kinder in ihrer Unterschiedlichkeit respektiert werden und ihre Begabungen und Potenziale entfalten können.

Ulrich Kober ist Leiter des Programms „Integration und Bildung“ in der Bertelsmann Stiftung. Seit Ende 2000 verantwortet er in der Stiftung Projekte zu Demokratie- und Integrationsförderung sowie zu Schulentwicklung. Vorher engagierte er sich als Mitglied des internationalen Jesuitenordens im schulischen und außerschulischen Bildungsbereich, u.a. in Berlin und Medellín/Kolumbien.


© Körner

„Inklusive Bildung ist ein Menschenrecht. Inklusive Bildung bedeutet für mich die Herstellung von Chancengleichheit für alle und die Heterogenität einer Klasse/Gruppe als Reichtum für alle nutzbar zu machen.“

Ingrid Körner ist seit Juli 2011 Senatskoordinatorin für die Gleichstellung behinderter Menschen der Freien und Hansestadt Hamburg. Seit 2009 ist sie Mitglied im geschäftsführenden Vorstand des Europäischen Behindertenforums. Von 2006 bis 2010 war sie Präsidentin der gemeinnützigen Organisation Inclusion Europe, in der sie seit 1990 als Vorstandsmitglied tätig ist. Sie ist Mitglied im Vorstand der Bundesvereinigung Lebenshilfe und Mitbegründerin der ‚Eltern für Integration e.V.’ Hamburg sowie der Hamburger Arbeitsassistenz. Körner ist Lehrerin, hat 4 Kinder und lebt in Hamburg. Ihr 2. Kind hat das Down-Syndrom und ist jetzt 35 Jahre alt.


© Pfister

„Inklusive Bildung ermöglicht allen Menschen  - unabhängig von ihren wirtschaftlichen Voraussetzungen, ihrer sozialen und ethnischen Zugehörigkeit, ihrem Geschlecht, ihrem Lebensalter, ihrer Religion, ihrer sexuellen Orientierung oder ihrer Behinderungen - den uneingeschränkten Zugang zu qualitativ hochwertiger Bildung und eine umfassende Teilhabe an dieser Bildung in einem Klima der Wertschätzung von Vielfalt und Toleranz.“

Dr. Jürgen Pfister hat seit 1989 leitende Funktionen im Personal- und Organisationsmanagement in internationalen Unternehmen inne. Von 2003 bis 2010 leitete er den Konzernbereich "Personal & Soziales" der METRO Group. Gründung der Firma „Sustainable Human Solutions“ und Tätigkeit als selbständiger Personal- und Organisationsberater von September 2010 – März 2012. Seit April 2012 Konzernpersonalleitung bei der Drägerwerk AG & Co-KgaA in Lübeck. 2008 wurde ihm das Bundesverdienstkreuz für Verdienste um die betriebliche Ausbildung behinderter Jugendlicher und die Beschäftigung älterer Arbeitnehmer verliehen. Pfister studierte Soziologie, Politik und Sport für Lehramt an Gymnasien und war in der Forschung mit Schwerpunkten in der Bildungs- und Organisationsforschung tätig.


© Preuss-Lausitz

„Inklusive Bildung ist die bildungspolitische und pädagogische Antwort auf physische, psychische und soziale Erschwernisse im Aufwachsen und beim lebenslangen Lernen. Zu ihr gehört unabdingbar das gemeinsame Lernen in einer Pädagogik der Vielfalt in der Gemeinsamkeit des sozialen Lebens in Schule und Lebensumwelt, um Chancengleichheit und Teilhabe durch distributive Gerechtigkeit zu erreichen.“

Ulf Preuss-Lausitz, Mitglied des Sprecherrats, ist emeritierter Professor für Erziehungswissenschaft/Schulpädagogik an der Technischen Universität Berlin. Er ist Sprecher des Arbeitskreises Gemeinsame Erziehung behinderter und nichtbehinderter Kinder und Jugendlicher Berlin und Mitglied im wissenschaftlichen Beirat des Instituts für Schulqualität in Berlin und Brandenburg, im Beirat Pilotphase Gemeinschaftsschule Berlin und im Beirat Humane Schule. Seine Forschungsschwerpunkte sind Wandel und Probleme in Kindheit und Jugend, Geschlechterforschung, innere und äußere Schulreform, Integration/Inklusion von Kindern mit Behinderungen in das allgemeine Schulwesen, Gewaltprävention und Umgang mit Verhaltensauffälligkeiten. 


© Sir Peter Ustinov Stiftung

„Inklusive Bildung bedeutet mehr Chancengleichheit im Bildungsbereich und maximale Potenzialentfaltung durch Vielfalt!“

Dr. Peter Sicking ist Projektleiter für „Bildung, Schule und Erziehung“ der Sir Peter Ustinov Stiftung. Er war Projektmanager und Berater für Business Communication und Development sowie Projektleiter und Koordinator im Rahmen der Europäischen Gemeinschaftsinitiative EQUAL und weiterer bildungs- und beschäftigungspolitischer EU-Projekte. Sicking ist Mitglied in der Deutschen Gesellschaft für Publizistik und der Community of Practice des UNESCO-Bildungsinstituts in Genf. Er studierte Publizistik, Germanistik und Soziologie in Münster.


© Steinert

„Die Herausforderung, inklusive Bildung zu verwirklichen, wird zu einem Motor der Schulentwicklung. Alle Schülerinnen und Schüler werden davon profitieren, wenn für die allgemeine Pädagogik die individuellen Lernzugänge der Sonderpädagogik selbstverständlich sowie die Ressourcen und Stärken jedes einzelnen Kindes wahrgenommen werden.“

Wilfried W. Steinert, geboren 1950, Mitglied im Sprecherrat, war von 2002 bis 2010 Schulleiter der „Waldhofschule – Eine Schule für alle“. Die Schule wurde unter anderem mit dem „Deutschen Schulpreis 2010“ ausgezeichnet. Vormals war Steinert Vorstand des Bundeselternrat. Er leitet das Hoffbauer-Netzwerk „Bildung für alle in Templin“, dessen KiTas mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet wurden. Steinert ist verheiratet und Vater von zwölf Kindern und Pflegekindern.


© Thies

„Für inklusive Bildung müssen wir unsere Schulen so entwickeln, dass sie nicht nur prinzipiell jedes Kind willkommen heißen, sondern im Schulalltag dann auch konsequent dafür sorgen, dass jede/r Schüler/in eingebettet in den für alle geltenden sozialen Rahmen individuell passende Lernangebote erhält. Schule muss sich dafür deutlich verändern, sowohl formal als auch in ihrer inneren Verfasstheit. Ein in Kindheit und Jugend erfahrener wertschätzender Umgang mit Unterschiedlichkeit kann helfen, als Erwachsener eine egalitäre Haltung zu vertreten. So könnte durch inklusive Bildung ein wichtiger Schritt gegen soziale Ausgrenzung in unserer Gesellschaft gelingen.“

Wiltrud Thies war von 2009 bis 2011 Schulleiterin der Sophie-Scholl-Schule in Gießen. 2009 wurde die Grund- und Gesamtschule in Trägerschaft der Lebenshilfe Gießen mit dem Jakob Muth-Preis ausgezeichnet. Frau Thies hat zahlreiche Fortbildungstätigkeiten im In- und Ausland durchgeführt. Zuvor war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin in der universitären Lehrerausbildung, hat die Reformschule in Kassel wissenschaftlich begleitet und war pädagogische Mitarbeiterin in den Programmen „Praktisches Lernen und Schule“ sowie „Gesunde Schule“ der Robert-Bosch-Stiftung. Im Jahr 2013 wurde ihr der Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland für soziales Engagement verliehen.


© Sozialverband Deutschland

„Die inklusive Bildung ist ein Menschenrecht und bedeutet eine große Chance für unser Bildungssystem. Kinder sollten schon in der Schule lernen und erleben dürfen: Es ist normal, verschieden zu sein.“

Claudia Tietz ist Referentin beim Sozialverband Deutschland (SoVD). Dabei bildet die inklusive Bildung einen ihrer Arbeitsschwerpunkte, denn das Thema inklusive Bildung liegt nicht nur ihr, sondern dem SoVD insgesamt sehr am Herzen. Sie ist ausgebildete Juristin, hat zwei Kinder und lebt mit ihrer Partnerin in Berlin.


© Wocken

„Eine inklusive Schule ist eine demokratische Schule der Vielfalt, und zwar der Kinder, des Unterrichts und  der Pädagogen. Inklusive Bildung bedeutet, dass 1. alle Kinder („Vielfalt der Kinder“) sich 2. allgemeine Bildung durch gemeinsame und individuelle Lernsituationen („Vielfalt des Unterrichts“) 3. mit aktiver  pädagogischer Unterstützung („Vielfalt der Pädagogen“) aneignen können.“

Hans Wocken war von 1980 bis 2008 Professor für Behinderten- und Integrationspädagogik an der Universität Hamburg. Er hat die Hamburger Schulversuche „Integrationsklassen“ und „Integrative Regelklassen“ wissenschaftlich begleitet.


© Wulf

„Inklusive Bildung bedeutet, dass alle Kinder die Möglichkeit bekommen, an einem gemeinsamen Schulleben teilzuhaben: Dafür müssen sie aktiv am Unterricht teilnehmen können und in die Lage versetzt werden, sich ihren Fähigkeiten entsprechend zu entfalten. Erst, wenn Bildungssysteme so gestaltet werden, dass sie sich den verschiedenen Bedürfnissen von Kindern flexibel anpassen können, besteht die Möglichkeit, ihre Bildungsgerechtigkeit zu verbessern.“

Christoph Wulf, Mitglied des Sprecherrats, ist Professor für Erziehungswissenschaft und Psychologie an der Freien Universität Berlin. Er ist Mitglied des Vorstands der Kommission für pädagogische Anthropologie der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft. Seit 1988 ist Christoph Wulf Mitglied der Deutschen UNESCO-Kommission und seit Juni 2008 deren Vizepräsident.