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Geschichte der UNESCO - eine Chronik

Eröffnung der ersten UNESCO- Generalkonferenz in der Pariser Sorbonne 1946.  © UNESCO

1945

UNESCO-Gründung. Am 16. November unterzeichnen in London 37 Staaten die Verfassung der UNESCO (Institute of Civil Engineers, Great Hall).

1946  

Erste Nationale UNESCO-Kommissionen. Brasilien bildet am 13. Juni als erster Staat eine Nationale UNESCO-Kommission. Bis April 1947 kommen weitere fünf hinzu: in Frankreich, Großbritannien, Norwegen, Polen und den USA.

Umzug nach Paris. Die Vorbereitende Kommission zieht von London nach Paris, Hotel Majestic, Avenue Kléber, um (16.9.). Das Londoner UNESCO-Büro wird im April 1947 geschlossen.

Offizieller Gründungstag der UNESCO am 4. November 1946. Mit der Hinterlegung der 20. Ratifizierungsurkunde durch Griechenland tritt die Verfassung der UNESCO in Kraft.

Erste Generalkonferenz in Paris. Die erste Generalkonferenz (19.11.-10.12.) findet mit Delegationen und Beobachtern aus 28 Staaten in Paris statt. Die feierliche Eröffnung erfolgt in der Sorbonne unter Leitung von Léon Blum. Die Arbeitssitzungen werden im UNESCO-Haus in der Avenue Kléber durchgeführt. (Bis 1952 werden die Generalkonferenzen jährlich, später alle zwei Jahre durchgeführt.) Die Konferenz wählt den ersten Exekutivrat, der zunächst aus 18 unabhängigen Persönlichkeiten, zehn aus westlichen Industrieländern und sechs aus den Staaten Afrikas, Asiens und Lateinamerikas, besteht. Julian Huxley (Großbritannien) wird zum 1. UNESCO-Generaldirektor gewählt.

1947

Erste UNESCO-Freundeskreise. In Japan und den USA entstehen die ersten Vereine zur Unterstützung der Ziele der UNESCO. Heute bestehen weit über 5000 UNESCO-Clubs in mehr als 120 Staaten. In Deutschland gibt es 12 UNESCO-Clubs.

1948

Tätigkeit der UNESCO in Deutschland. Der Alliierte Kontrollrat lehnt mit Schreiben vom 23.1. zunächst eine Tätigkeit der UNESCO in Deutschland ab. Nach weiteren Verhandlungen geben die Oberbefehlshaber der westlichen Besatzungszonen ihr grundsätzliches Einverständnis. Am 4.4. entscheidet sich der Exekutivrat zunächst für folgende Gebiete der UNESCO-Tätigkeit in Deutschland: Verbreitung der UNESCO-Veröffentlichungen, Buchaustausch mit anderen Staaten, Personenaustausch, Untersuchung der deutschen Lehrbücher und Teilnahme deutscher Beobachter an Fachtagungen der UNESCO. Außerdem werden UNESCO-Verbindungsstellen in den drei westlichen Besatzungszonen (Stuttgart, Mainz, Düsseldorf) beschlossen. Diese werden bald darauf zu einem UNESCO-Büro in Wiesbaden zusammengefasst, das bis 1951 besteht.

1950

Deutscher Ausschuss für UNESCO-Arbeit. Nach einer vorbereitenden Sitzung (19.- 21.1.) in Bad Soden (Taunus) findet am 12. Mai im Senatssaal der Universität Frankfurt/Main die konstituierende Versammlung des Deutschen Ausschusses für UNESCO-Arbeit unter Vorsitz von Walter Hallstein statt. Die erste Sitzung des Ausschusses am 7.11. bestimmt Köln als Sitz. Nach dem Beitritt der Bundesrepublik Deutschland zur UNESCO erfolgt am 3. November 1951 die Umbenennung des Ausschusses in Deutsche UNESCO-Kommission e.V. gemäß Artikel VII der UNESCO-Verfassung. Es wird die Gründung von Ausschüssen für Schulbücher, Volksbüchereiwesen und europäisches Liedgut beschlossen.

1951

Aufnahme Deutschlands und Japans. Am 1. Dezember 1950 beantragt die Bundesregierung, vermittelt durch die Alliierte Hohe Kommission, die Aufnahme der Bundesrepublik Deutschland. Am 11.7. 1951 beschließt die 6. Generalkonferenz in Paris (18.6.-11.7.) die Aufnahme als 64. Mitgliedstaat. Am 2. 7. war bereits Japan, gleichermaßen ehemaliger Feindstaat laut VN-Charta, aufgenommen worden. Die Aufnahme trägt entscheidend dazu bei, den Fachverbänden der deutschen Wissenschaft, Bildung, Kultur und Publizistik Möglichkeiten zur Mitarbeit in den entsprechenden Weltverbänden zu eröffnen.

1953

UNESCO-Projektschulen. Vertreter von 33 Schulen aus 15 Staaten, darunter auch aus der Bundesrepublik Deutschland, starten auf einer Tagung in Paris (22.-27.11.) das ein Jahr zuvor von der Generalkonferenz beschlossene UNESCO-Schulprojekt (Associated Schools Project). Heute bestehen weltweit etwa 7500 Schulen in fast allen 191 Mitgliedstaaten, in Deutschland gibt es ein Netzwerk von etwa 160 UNESCO-Projektschulen.

1954

Beitritt der Sowjetunion. Die UdSSR wird 70. Mitgliedstaat (21.4.). Ihr folgen die Ukraine und Weißrussland (12.5.). Russisch wird Konferenzsprache.

Haager Übereinkommen. Eine von der UNESCO nach Den Haag einberufene Staatenkonferenz beschließt am 14.5. das Übereinkommen zum Schutz von Kulturgut bei bewaffneten Konflikten. Es tritt am 7.8.1956 in Kraft. Zahlreiche Staaten, wie etwa die USA und Großbritannien, haben das Übereinkommen bisher noch nicht ratifiziert.

Tempel offiziell UNESCO-Emblem. Die Generalkonferenz genehmigt das Tempelmotiv als Emblem und offizielles Siegel (10.12.). Auf dem Giebeldreieck des Parthenon basierend, war es bereits 1947 entworfen und in UNESCO-Veröffentlichungen verwendet worden.

Bundesrepublik Deutschland im Exekutivrat. Maria Schlüter-Hermkes vertritt die Bundesrepublik Deutschland erstmals in diesem aus 24 Mitgliedern bestehenden Gremium (bis 1960).

1955

Regelmäßige Besprechung der Deutschen UNESCO-Kommission. Die erste derartige Besprechung mit Bundesressorts und Ländervertretern auf Arbeitsebene zur gegenseitigen Abstimmung zu allen fachlichen und personellen Fragen findet statt (2.5.). Bis Oktober 2005 werden 332 Beratungen durchgeführt.

DDR gründet Nationale UNESCO-Kommission. In der DDR wird eine Kommission für UNESCO-Arbeit gegründet (August). Unter Leitung des Rektors der Humboldt-Universität Berlin, Albrecht Neye, nimmt sie Kontakte zu UNESCO-Kommissionen osteuropäischer, afrikanischer und arabischer Länder und zu internationalen NGOs auf. Bemühungen um Kontaktaufnahmen mit dem UNESCO-Sekretariat in Paris schlagen fehl.

1958

UNESCO-Exekutivrat tagt in Köln. Die 51. Sitzung des Exekutivrats findet auf Einladung der Bundesregierung in Köln statt (15.-26.9.).

Neubau fertiggestellt. Am 3.11. wird das UNESCO-Gebäude an der Place de Fontenoy mit Werken von Picasso, Miró, Moore und Calder in Paris eingeweiht. Architekten sind Marcel Breuer (USA), Pier-Luigi Nervi (Italien) und Bernard Zehrfuss (Frankreich).

1960

Beitritte afrikanischer Staaten. 17 unabhängig gewordene afrikanische Staaten werden Mitglied. 1962 kommen sechs und 1964 drei weitere afrikanische Staaten hinzu.

Beginn der Nubienkampagne. Der Generaldirektor ruft zur ersten großen Hilfsaktion für Kulturdenkmäler auf: Zur Rettung der durch den neuen Assuan-Staudamm vor Überflutung bedrohten 22 Denkmäler von Nubien (Abu Simbel und Philae) im Tal des Nils (8.3.). Die Kampagne dauert 20 Jahre. Über 40 Millionen US-Dollar (bei 70 Millionen Gesamtkosten) werden durch Spenden erbracht.

Zwischenstaatliche Ozeanographische Kommission (IOC). Die UNESCO koordiniert nunmehr die Erforschung der Meere über die als Ergebnis einer Konferenz in Kopenhagen (11.-16.7.) gegründete IOC. Vierzig Forschungsschiffe aus vierzehn Staaten beginnen mit der ersten umfassenden Untersuchung des Indischen Ozeans (bis 1965).

Deutscher im Exekutivrat. Otto von Simson, Ständiger Vertreter der Bundesrepublik Deutschland bei der UNESCO, wird zum Mitglied des Exekutivrats gewählt (bis 1964).

1961

Bundespräsident Lübke bei der UNESCO. Bundespräsident Heinrich Lübke stattet dem Sekretariat der UNESCO in Paris einen offiziellen Besuch ab und wird vom Stellvertretenden Generaldirektor, René Maheu, empfangen (22.6.).

1964

Bundesrepublik Deutschland im Exekutivrat. Im Oktober wird Hans-Joachim von Merkatz für die Bundesrepublik Deutschland (bis 1968) in den Exekutivrat gewählt.

1967

Alphabetisierungsprojekte. Vier Pilotprojekte für Algerien, Ekuador, Iran und Mali werden gemeinsam mit UNDP begonnen. Vier weitere Pilotprojekte betreffen Äthiopien, Guinea, Madagaskar und Tansania (1968). Drei weitere folgen für Venezuela (1968), Sudan (1969) und Sambia (1971). Am 8.9.1967 wird zum ersten Mal der Welttag für Alphabetisierung begangen. Seither vergibt die UNESCO zu diesem Anlass jährlich Alphabetisierungspreise.

1968

Außenminister Willy Brandt hält als Delegationsleiter auf der 15. Generalkonferenz (Paris, 15.10.-20.11.) eine viel beachtete Rede.

Programm "Der Mensch und die Biosphäre" (MAB). In Paris findet die erste zwischenstaatliche Konferenz über die wissenschaftlichen Grundlagen der rationalen Nutzung und Erhaltung der Biosphäre statt (4.-13.9.). An ihr nehmen 238 Wissenschaftler aus 63 Staaten teil. Damit wird der Grundstein für das MAB-Programm gelegt.

Nubien-Tempel gerettet. Am 22.9. werden die beiden Tempel von Abu Simbel, die 64 Meter oberhalb ihres ursprünglichen Standorts an den Ufern des Nils wiedererrichtet wurden, in einer Feierstunde der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

1970

Bundesrepublik Deutschland im Exekutivrat. Die Generalkonferenz wählt den deutschen Botschafter a.D., Herbert Blankenhorn (bis 1976, 1974-1976 stellvertretender Vorsitzender), in den Exekutivrat.

Konvention gegen illegalen Handel mit Kulturgut. Die UNESCO verabschiedet das bisher weitreichendste internationale Instrument gegen den illegalen Handel mit Kulturgut, das "Übereinkommen über Maßnahmen zum Verbot und zur Verhütung der unzulässigen Einfuhr, Ausfuhr und Übereignung von Kulturgut".

1971

"Der Mensch und die Biosphäre" (MAB). Der Koordinationsrat des MAB-Programms zur Erhaltung und vernünftigen Bewirtschaftung natürlicher Ressourcen tagt erstmals. Am Programm beteiligen sich mehr als 10000 Forscher aus 110 Staaten.

Austritt Portugals. Am 18.7. kündigt Portugal seinen Austritt zum 31.12. an. Als Begründung wird politische Einmischung genannt. Portugal war erst 1965 der UNESCO beigetreten. Seither fordern Exekutivrat und Generalkonferenz eine unabhängige Untersuchung der Situation des Bildungswesens in den damaligen portugiesischen Kolonien in Afrika, der sich Portugal widersetzt. Nach der Demokratisierung des Landes und der Aufgabe seiner afrikanischen Kolonien erneuert Portugal 1974 seine Mitgliedschaft.

1972

Deutsch-Polnische Schulbuchgespräche. Mit der ersten Schulbuchkonferenz in Warschau (22.-26.2.) wird eine über 30 Jahre währende Zusammenarbeit eingeleitet.

Welterbekonvention. Die 17. Generalkonferenz (17.10.-21.11.) verabschiedet das "Übereinkommen zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt" (Welterbekonvention), das 1975 in Kraft tritt. Heute haben 180 Vertragsstaaten das Übereinkommen ratifiziert.

Beitritt der DDR. Am 21.11. billigt die um einen Tag verlängerte Generalkonferenz den dritten Beitrittsantrag der Deutschen Demokratischen Republik. Mit der Hinterlegung der Beitrittserklärung am 24.11. wird die DDR 130. Mitgliedstaat. Die UNESCO ist die erste VN-Sonderorganisation, der die DDR angehört. Am 4.12. wird eine Ständige Vertretung eröffnet.

1973

UNESCO-Kommission der DDR. Auf Beschluss des Präsidiums des DDR-Ministerrats wird die UNESCO-Kommission der DDR gebildet (31.1.). Sie ist dem Außenministerium zugeordnet und als koordinierendes und beratendes Gremium aller UNESCO-Fachbereiche tätig.

Internationales Geologisches Korrelationsprogramm (IGCP). Das Leitungsgremium des 1972 ins Leben gerufenen Programms tagt zum ersten Mal und diskutiert die Entwicklung des Wissens über die Erdkruste und ihre Ressourcen.

1974

Friedenspreis für UNESCO. Papst Paul VI. verleiht der UNESCO den nach Papst Johannes XXIII. benannten vatikanischen Friedenspreis.

1975

Erste Frau in leitender Stellung. Am 15. Juli erhält Martha Hildebrandt (Peru) als erste Frau den Posten einer Beigeordneten Generaldirektorin (ADG) der UNESCO.

Hydrologisches Programm. Das Leitungsgremium des Internationalen Hydrologischen Programms (IHP) tagt zum ersten Mal. Es ist aus der gleichnamigen Dekade hervorgegangen. Schwerpunkte sind Methodenfragen und Fortbildung zur vernünftigen Bewirtschaftung der Wasservorräte.

VN-Universität. In Tokio nimmt die gemeinsam von der UNESCO und den Vereinten Nationen gegründete VN-Universität (UNU) ihre Arbeit auf.

1976

Erste Biosphärenreservate. Im Rahmen des Programms "Der Mensch und die Biosphäre" (MAB) werden die ersten 57 Biosphärenreservate anerkannt. Heute gibt es weltweit 482 Biosphärenreservate in 102 Staaten, davon 14 in Deutschland.

DDR und Bundesrepublik Deutschland im Exekutivrat. Der Romanist Werner Bahner tritt die Nachfolge von Rita Schober als Vertreter der DDR im Exekutivrat an (bis 1978). Die Generalkonferenz wählt Jens Petersen, gleichzeitig seit 1970 Ständiger Vertreter der Bundesrepublik Deutschland, in den Exekutivrat (bis 1980).

1977

Welterbekomitee tagt. Nach dem 1975 erfolgten Inkrafttreten des Übereinkommens zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt von 1972 tritt das Welterbekomitee der UNESCO in Paris erstmals zusammen (27.6.). Während seiner zweiten Tagung 1978 in Washington, D.C., werden die ersten zwölf Stätten in die UNESCO-Liste des Welterbes aufgenommen.

1978

Charta der Nationalen UNESCO-Kommissionen. In der von der 20. Generalkonferenz verabschiedeten Charta werden erstmals Aufgaben, Rechte und Pflichten der Nationalkommissionen detailliert beschrieben.

1980

Internationales Programm zur Entwicklung der Kommunikation (IPDC). Das zwischenstaatliche Programm wird zur Verringerung des Ungleichgewichts im Nord-Süd-Verhältnis, vor allem bei den Infrastrukturen und im Kommunikationspotential ins Leben gerufen. Die Anregung hierfür war auf der 20. Generalkonferenz (1978) von den USA ausgegangen, die sich davon einen Verzicht der Entwicklungsländer auf Bestrebungen nach einer Neuen Weltinformations- und Kommunikationsordnung erhofften.

1982

2. Weltkonferenz über Kulturpolitik. An der Ministerkonferenz in Mexiko-Stadt beteiligen sich 129 Staaten (26.7.-6.8.). Vorausgegangen waren regionale Konferenzen in Helsinki (1972), Jogyakarta, Indonesien (1973), Accra, Ghana (1975), Bogotá, Kolumbien (1978) und Bagdad, Irak (1981). Die Konferenz hat im Rahmen weitreichender konzeptioneller Beschlüsse einen neuen Kulturbegriff geprägt und eine Weltdekade zur kulturellen Dimension der Entwicklung angeregt.

1983

Austrittserklärung der USA. Am 28. Dezember setzt die Reagan-Administration den Generaldirektor von ihrer Absicht in Kenntnis, mit Wirkung zum 31. Dezember 1984 aus der UNESCO auszutreten. Als Gründe gibt sie Politisierung, ideologische Einseitigkeit, ineffizientes Management der UNESCO an, die die UNESCO von den ursprünglichen Grundsätzen ihrer Verfassung abgebracht und eher den politischen Absichten von Mitgliedstaaten als der internationalen Berufung der UNESCO gedient haben. Die Ankündigung ist auch vor dem Hintergrund einer damaligen generellen Distanzierung der USA vom VN-System zu sehen.

1984

Großbritannien kündigt Austritt an. Großbritannien kündigt ebenfalls seinen Austritt an, der Ende 1985 wirksam wird. Als Gründe nennt die Thatcher-Regierung u. a. eine ineffiziente Haushaltsführung und eine Einschränkung der Pressefreiheit durch eine Neue Weltinformations- und Kommunikationsordnung (22.11.).

Austritt der USA wird wirksam. Die USA treten mit Wirkung vom 31.12. aus der UNESCO aus.

1985

Austritt Großbritanniens und Singapurs. Die Austritte Großbritanniens und Singapurs werden am 31.12. wirksam.

1990

Weltkonferenz "Bildung für alle". Die gemeinsam mit UNDP, UNICEF und der Weltbank durchgeführte Regierungskonferenz in Jomtien/Thailand (5.-9.3.) mit 1500 Teilnehmern aus 155 Staaten, von 20 Regierungsorganisationen und von 150 NGOs markiert einen Wendepunkt in der Geschichte der UNESCO. In einer Weltdeklaration 'Bildung für alle' werden ein erweiterter Begriff der Grundbildung und langfristige Ziele weltweiter Bildungspolitik formuliert. Teilziele bis zum Jahr 2000 sind u. a. die Halbierung der Zahl von fast einer Milliarde Analphabeten und die Sicherung einer Grundschulbildung für mindestens 80 Prozent der Kinder im Alter bis 14 Jahre.

1991

Erster Weltbildungsbericht. Der nunmehr alle zwei Jahre erscheinende World Education Report gibt auf 196 Seiten Auskunft über grundlegende Tendenzen der Bildungspolitik und enthält Statistiken aus über 160 Staaten.

Erster UNESCO-Lehrstuhl. Im Rahmen des UNITWIN-Programms zur Förderung von Hochschulpartnerschaften (vorrangig Nord-Süd), wird der erste UNESCO-Lehrstuhl an der Kenyatta-Universität in Nairobi (Bereich Ernährung, Gesundheit und Entwicklung des Kindes) eingerichtet. UNESCO-Lehrstühle sollen vor allem einen raschen Wissenstransfer in Disziplinen des UNESCO-Programms mit engem Bezug zum Konzept der nachhaltigen Entwicklung sichern.

Exekutivrat wird Staatengremium. Die 26. Generalkonferenz (Paris, 15.10.-7.11.) beschließt auf japanischen Antrag, dass sich der Exekutivrat nicht mehr aus Persönlichkeiten, sondern aus Regierungsvertretern zusammensetzen soll.

1992

Programm "Memory of the World". Das im Rahmen des Allgemeinen Informationsprogramms (PGI) beschlossene Projekt leistet Pionierarbeit zur Bewahrung von wertvollen Buchbeständen, Manuskripten oder anderen vergänglichen Dokumenten auf Papier oder Mikrofilmen, von Ton- und Filmaufnahmen.

Deutsche UNESCO-Kommission tagt in Weimar. Die Hauptversammlung der Deutschen UNESCO-Kommission tagt erstmals in einer Stadt der ehemaligen DDR. Unter dem Titel "Offen füreinander und offen für die Welt" werden auf der Grundlage von Thesen des Bürgerrechtlers Friedrich Schorlemmer Verständigungsfragen zwischen Ost und West unter dem Blickwinkel der Verantwortung für den Nord-Süd-Dialog diskutiert (1.-2.4.).

Welttag der Pressefreiheit am 3. Mai. Auf Anregung von Generaldirektor Mayor wird am Jahrestag der Windhoek-Erklärung über Pressefreiheit in Afrika (1991) der 3. Mai als Welttag der Pressefreiheit begangen.

Deutsche UNESCO-Sonderbotschafterin für Kinder in Not. Der Titel wird Ute-Henriette Ohoven vom Generaldirektor zuerkannt. Sie veranstaltet in Neuß bei Düsseldorf eine Gala (10.10.), auf der über eine Million DM gespendet werden. Die Deutsche UNESCO-Kommission verwaltet die Spenden, die Bildungsprojekten für Flüchtlingskinder im ehemaligen Jugoslawien und für Straßenkinder in aller Welt zugute kommen. Die Galas werden fortan jährlich veranstaltet und durch weitere Aktivitäten ergänzt. Bis September 2002 werden insgesamt rund 50 Millionen DM gesammelt.

1993

Delors-Kommission. Eine 15-köpfige Kommission "Bildung für das 21. Jahrhundert" wird unter dem Vorsitz von Jacques Delors, damaliger Präsident der Europäischen Kommission, eingesetzt (15.1.). Ihr Bericht "Learning: The Treasure within" (deutsch: Lernfähigkeit: Unser verborgener Reichtum) wurde am 11. April 1996 vorgelegt.

Erster UNESCO-Lehrstuhl in Deutschland. Der Lehrstuhl wird zum Thema "Europa aus internationaler Perspektive" am Zentrum für Europäische Studien an der Universität Trier eingerichtet. Im Oktober 2005 existieren neun UNESCO-Lehrstühle an deutschen Universitäten.

1994

Rückkehr Südafrikas. Nach Abschaffung der Apartheid tritt Südafrika - nach 38jähriger Abwesenheit - der UNESCO wieder bei (12.12.).

1995

Welterbekomitee in Berlin. Das Welterbekomitee der UNESCO tagt erstmals in Deutschland (4.-19.12.).

1996

Erster Welttag des Buches und Urheberrechts. Der Tag wird erstmals am 23. März 1996 begangen. Er soll das Buch und das Lesen fördern sowie zum besseren Verständnis und zur Einhaltung des Urheberrechts zum Schutze des intellektuellen Eigentums beitragen. In Deutschland etabliert sich der "Welt-Buchtag der UNESCO" durch Aktivitäten des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, der Stiftung Lesen sowie zahlreicher Buchhandlungen als einer der meist beachteten internationalen Tage.

Homepage der Deutschen UNESCO-Kommission e.V. Die Deutsche UNESCO-Kommission richtet eine Homepage (http://www.unesco.de) ein, die mit jährlich über 500.000 Online-Lesern (2005) die meist gelesene Veröffentlichung der DUK darstellt.

1997

Wiedereintritt Großbritanniens. Nach nahezu zwölfjähriger Abwesenheit kehrt Großbritannien in die UNESCO zurück (1.7.).

5. Weltkonferenz über Erwachsenenbildung (CONFINTEA) in Hamburg. 1500 Pädagogen und Vertreter von 134 Regierungen, von 428 NGOs (die erstmals in der UNESCO-Geschichte Rederecht in allen Foren hatten) und von 223 Stiftungen treffen sich in Hamburg zur Konferenz "Lernen im Erwachsenenalter: Ein Schlüssel zum 21. Jahrhundert". Die Teilnehmer verabschieden die "Hamburger Erklärung für Erwachsenenbildung" und eine "Agenda für die Zukunft der Erwachsenenbildung" (Hamburg, 13.-17.7.).

Allgemeine Erklärung zum menschlichen Genom und zu den Menschenrechten. Dieses erste weltweite Rechtsdokument über Ethik genetischer Forschung wird von der 29. Generalkonferenz nach langen und schwierigen Debatten im Konsens verabschiedet (11.11.).

1998

UNESCO-Weltkonferenz Kultur und Entwicklung. Unter dem Motto "Die Macht der Kultur: Für eine Kulturpolitik im Interesse der Entwicklung" beraten in Stockholm über 2000 Politiker, Unternehmer, Künstler und Intellektuelle die Umsetzung der Empfehlungen des 1995 veröffentlichten Berichts der gleichnamigen Weltkommission unter dem Vorsitz von Pérez de Cuéllar "Our Creative Diversity" (Unsere kreative Vielfalt) und verabschieden einen Aktionsplan (30.3.-2.4.). Der zur Weltkonferenz von einer unabhängigen Expertengruppe des Europarats vorgelegte Bericht über Kulturpolitik in Europa ("In From the Margins") mit zahlreichen Praxisbeispielen hat großen Anteil am Erfolg der Konferenz.

Europäische Nationalkommissionen in Köln. Die Deutsche UNESCO-Kommission ist Gastgeber der Konferenz der UNESCO-Nationalkommissionen der Region Europa (9.-14.7.). An der Konferenz in Köln nehmen rund 100 Vertreter von 47 UNESCO-Nationalkommissionen teil, die über die Vorbereitung des UNESCO-Programms 2000-2001 beraten.

1999

Japaner wird neuer UNESCO-Generaldirektor. Bei der Aufnahme seines Amtes (15.11.) kündigt Koïchiro Matsuura umfassende Programm- und Verwaltungsreformen an, um die Organisation an die Anforderungen des Informationszeitalters und der Globalisierung anzupassen. Er war zuvor von der 30. Generalkonferenz mit 146 von 151 abgegebenen Stimmen gewählt worden.

Die UNESCO und Afrika: Seminar für deutsche Journalisten in Paris. 17 Fernseh- und Radiojournalisten der ARD und der Deutschen Welle nehmen am Seminar mit Themen zu Afrika, darunter die Medienpolitik der UNESCO seit der "Erklärung von Windhoek" und in Krisenregionen sowie die Umweltpolitik am Beispiel afrikanischer Biosphärenreservate, teil. UNESCO-Generaldirektor Matsuura erläutert zum Tagungsauftakt sein Konzept zur weiteren Reform der UNESCO (1.-3.12.). Bis 2005 finden weitere vier Journalistenseminare am Sitz der UNESCO in Paris statt.

2000

Welttag der Poesie. Erstmals wird der Welttag der Poesie (21.3.) begangen, der auf einen Beschluss der 30. Generalkonferenz (November 1999) zurückgeht.

Globaler Dialog auf der EXPO 2000. Auf der EXPO 2000 in Hannover wird ein von der Weltbank und der UNESCO gemeinsam mit der Deutschen Stiftung für internationale Entwicklung, der Deutschen UNESCO-Kommission und Wirtschaftspartnern organisierter Globaler Dialog "Auf dem Weg zur Lerngesellschaft - Wissen, Information und menschliche Entwicklung" durchgeführt (6.-8.9.). Die Deutsche UNESCO-Kommission organisiert mit technischer Unterstützung durch die Gesellschaft für Mathematik und Datenverarbeitung (GMD) im Rahmen des euro-karibischen Schulprojekts "Lernen für die Zukunft" die erste Internet-Videokonferenz mit Havanna. Partner in der Dominikanischen Republik und in Spanien sind zugeschaltet.

Meisterwerke des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit. Dieses von der UNESCO initiierte Programm weitet den Schutz des Welterbes auch auf immaterielle Kulturgüter aus. Bewertet werden: herausragender Wert, Verwurzelung in der kulturellen Tradition, gesellschaftliche Bedeutung, Quelle von Inspiration und interkulturellem Austausch, zeitgenössische kulturelle und soziale Rolle, einzigartiges Zeugnis gelebter kultureller Tradition, Gefahr des Verlustes und Qualität in der Ausübung handwerklicher Fertigkeiten.

2001

Internationales Jahr 2001 "Dialog zwischen den Kulturen". Die UNESCO übernimmt die Federführung für das von ihr angeregte Internationale Jahr des Dialogs zwischen den Kulturen. Ein UNESCO-Seminar am Rande des Millenniumsgipfels in New York (6.9.2000) vereint zehn Staatsoberhäupter zur Diskussion.

Meisterwerke des immateriellen Welterbes. Auf Vorschlag einer internationalen Jury benennt Generaldirektor Matsuura erstmalig 19 Meisterwerke des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit (18.5.).

21 Neuaufnahmen in das "Memory of the World". Beim 5. Treffen des Internationalen Beraterkomitees in Kyongju (Korea) werden u.a. die Aufnahme von Fritz Langs "Metropolis", des literarischen Nachlasses von Goethe und des Manuskripts der 9. Sinfonie Beethovens beschlossen. Gemeinsam mit den ältesten Dokumenten der Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Lettern in Asien (dem koreanischen Frühdruck Jikji) wird die Göttinger Gutenberg-Bibel als Dokument der "Erfindung des Buchdrucks durch Johannes Gutenberg als Mittel der Massenalphabetisierung in Europa" in das Weltregister "Memory of the World" aufgenommen (27.-29.6.).

50 Jahre deutsche Mitarbeit in der UNESCO. Am 11. Juli jährt sich die Aufnahme der Bundesrepublik Deutschland als Mitgliedstaat der UNESCO zum 50. Mal. Die Hauptversammlung der Deutschen UNESCO-Kommission in Berlin (11./12. Juli) steht im Zeichen der 50-jährigen Mitarbeit Deutschlands in der UNESCO. Anlässlich des Jubiläums gibt Bundespräsident Johannes Rau einen Empfang im Schloss Bellevue.

2003

Weltdekade der Alphabetisierung (2003-2012). VN-Generalsekretär Kofi Annan eröffnet offiziell die Weltalphabetisierungsdekade und appelliert an die Regierungen der Mitgliedstaaten, alle Kräfte aufzubieten, um bisherige Ungerechtigkeiten und Benachteiligungen zu bekämpfen (13.2.). Die UNESCO wird mit der Federführung beauftragt.

Rückkehr der USA. Mit dem Wiedereintritt der USA in die UNESCO zählt die Organisation 190 Mitgliedstaaten (1.10). Damit verbunden ist ein Zuwachs des ordentlichen Haushalts 2004-2005 von bisher 544 auf 610 Millionen US-Dollar. Deutschland ist mit einem Anteil von 8,71 Prozent nach den USA und Japan drittgrößter Beitragszahler der UNESCO.

Deutscher Vorsitzender des Exekutivrates. Botschafter Hans-Heinrich Wrede, seit Anfang August 2002 Ständiger Vertreter Deutschlands bei der UNESCO, wird für zwei Jahre zum Vorsitzenden des Exekutivrates gewählt (20.10.).

2004

Deutschland und die Bundesweite Koalition für kulturelle Vielfalt spielen eine aktive Rolle bei der Ausarbeitung eines "Übereinkommens zum Schutz und zur Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen".

Der Kölner Dom wird auf die Rote Liste des gefährdeten Welterbes gesetzt.

2005

Aus Deutschland werden zwei Dokumentensammlungen neu in das Weltregister "Memory of the World" aufgenommen: die Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm und die Waldseemüllerkarte von 1507 als gemeinsamer Vorschlag der Library of Congress, Washington, und des deutschen Nominierungskomitees.

Die Deutsche UNESCO-Kommission und das von ihr eingesetzte Nationalkomitee koordinieren die Umsetzung der UN-Dekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung" (2005-2014) in Deutschland.

Auf Initiative der Deutschen UNESCO-Kommission wird der UNESCO-Welterbetag in Deutschland ausgerufen. Der erste Welterbetag findet am 5. Juni 2005 in der Welterbestätte Kloster Lorsch statt.

Erstmals nimmt ein deutscher Bundespräsident an einer UNESCO-Generalkonferenz teil. Bundespräsident Horst Köhler spricht auf dem Festakt zum 60. Jahrestag der UNESCO.

2006

Berlin wird UNESCO-Stadt des Designs. Die UNESCO nimmt Berlin am 19. Januar als erste deutsche Stadt in das globale Netzwerk der kreativen Städte auf.

Die Deutsche UNESCO-Kommission verabschiedet auf ihrer 66. Hauptversammlung in Hildesheim eine Resolution zum UNESCO-Welterbe in Deutschland.

Das Welterbekomitee streicht den Kölner Dom aus der "Roten Liste". Die Stadt Köln hat die Gefährdung des Doms erfolgreich abgewendet.

Die UNESCO setzt die Kulturlandschaft Dresdner Elbtal auf die Liste des gefährdeten Welterbes.

Stuttgart richtet das UNESCO-Weltjugendfestival vom 3. bis 9. Juli aus, das Teil des offiziellen kulturellen Rahmenprogramms der FIFA WM 2006 ist.

2007

Der Deutsche Bundestag beschließt am 1. Februar 2007 mit großer Mehrheit den Beitritt Deutschlands zum UNESCO-Übereinkommen zum Schutz und zur Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen. Deutschland ratifiziert das Übereinkommen am 12. März 2007.

Am 1. Februar tritt das UNESCO-Übereinkommen gegen Doping im Sport in Kraft. Es ist das erste weltweite Instrument zur Prävention und zum Kampf gegen Doping. Deutschland hat an der Erarbeitung des Übereinkommens aktiv mitgewirkt.

Am 21. Februar unterzeichnen der Generaldirektor der UNESCO und der Bundesminister des Auswärtigen das Sitzstaatabkommen für das UNESCO-Institut für Lebenslanges Lernen. Damit erhält die 1951 gegründete und somit älteste Einrichtung der Vereinten Nationen in Deutschland eine neue Rechtsform.

Zur Umsetzung des UNESCO-Übereinkommens zur kulturellen Vielfalt findet als eine der ersten Veranstaltungen weltweit die internationale Fachkonferenz "Kulturelle Vielfalt – Europas Reichtum" vom 26. bis 28. April in Essen statt. Die Konferenz ist ein Beitrag der Deutschen UNESCO-Kommission im Rahmen der deutschen EU-Ratspräsidentschaft 2007.

2008

Die 68. Hauptversammlung der Deutschen UNESCO-Kommission wählt am 13. Juni 2008 Prof. Dr. Christoph Wulf zum neuen Vizepräsidenten der Kommission.

Mit dem Thema "Wissen im Web" greift die Deutsche UNESCO-Kommission auf ihrer 68. Hauptversammlung die Debatte über die Rolle des Internets in der Bildung auf. Die Hauptversammlung verabschiedet die Resolution "Chancengleichheit beim Zugang zu Bildung und Information durch neue Medien". In einer zweiten Resolution würdigt die Deutsche UNESCO-Kommission das 60-jährige Bestehen der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte von 1948.

Im Rahmen des Förderschwerpunktes Afrika des Auswärtigen Amtes startet die DUK im Juni 2008 ein neues Partnerschaftsprogramm mit UNESCO-Kommissionen in afrikanischen Ländern. Den Auftakt bildet ein Afrika-Workshop in Bonn und Berlin. Generalsekretäre und Referenten der Kommissionen aus Lesotho, Madagaskar, Mali, Namibia und Ruanda nehmen daran teil.

2009

Am 2. Januar 2009 tritt das UNESCO-Übereinkommen zum Schutz des Kulturerbes unter Wasser in Kraft. Es soll verhindern, dass Kulturgüter in den Weltmeeren geplündert und zerstört werden.

Deutschland ist Gastgeber der Weltkonferenz "Bildung für nachhaltige Entwicklung - Startschuss für die zweite Halbzeit der UN-Dekade". An der Konferenz vom 31. März bis 2. April 2009 in Bonn nehmen 900 Delegierte aus 150 Ländern teil.

In Deutschland wird 2009 das Jahr der Biosphärenreservate gefeiert. Im Mai 2009 werden die Schwäbische Alb und der Bliesgau als UNESCO-Biosphärenreservate anerkannt. Erstmals präsentieren sich alle 15 deutschen Biosphärenreservate auf der Bundesgartenschau.

Das Dresdner Elbtal wird auf Beschluss des UNESCO-Welterbekomitees vom 25. Juni 2009 von der Welterbeliste gestrichen, da durch den Bau der "Waldschlösschenbrücke" der außergewöhnliche universelle Wert der Kulturlandschaft zerstört werde. Am 26. Juni wird das Wattenmeer auf gemeinsamen Antrag Deutschlands und der Niederlande als grenzüberschreitende Weltnaturerbestätte anerkannt.

Am 30. Juli wird das Nibelungenlied in das UNESCO-Register "Memory of the World" aufgenommen. Es ist der elfte deutsche Beitrag in der Schatzkammer der Geistesgeschichte.

Der internationale Masterstudiengang "World Heritage Studies" an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus feiert sein 10-jährige Bestehen. Aus diesem Anlass veranstaltet die BTU in Kooperation mit der Deutschen UNESCO-Kommission im Oktober 2009 die internationale Konferenz "Welterbe und kulturelle Vielfalt – Herausforderung für universitäre Bildung".

Die 35. Generalkonferenz wählt am 15. Oktober 2009 in Paris Irina Bokova zur neuen UNESCO-Generaldirektorin. Zum ersten Mal in der Geschichte übernimmt eine Frau die Leitung der UNESCO.

2010

Am 17. März 2010 zeichnet die Deutsche UNESCO-Kommission auf der Bildungsmesse didacta in Köln das 1000. Projekt der UN-Dekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung" aus. Das Karl-Schiller-Berufskolleg aus Dortmund erhält die Auszeichnung für sein Engagement für Klimaschutz und fairen Handel. Im Rahmen der Bildungsmesse werden noch 85 weitere Projekte als offizielle deutsche Dekade-Beiträge ausgezeichnet.

In Seoul findet vom 25. bis 28. Mai 2010 die zweite UNESCO-Weltkonferenz zur kulturellen Bildung mit über 2.000 Teilnehmern statt. Die Weiterentwicklung von kultureller Bildung als Grundlage von Lernen und Forschen steht auf der Tagesordnung. Kunst und kulturelle Bildung sollen zum Rückgrat der Lernkultur werden. Die 70. Hauptversammlung der DUK im Juni 2010 begrüßt die Seoul-Agenda und verabschiedet die Resolution "Kulturelle Bildung für Kulturelle Vielfalt dauerhaft stärken".

Die Deutsche UNESCO-Kommission und dm-drogerie markt starten im Juni 2010 den Wettbewerb "Ideen Initiative Zukunft". Bundesweit beteiligen sich 4.500 Projekte und Initiativen, die sich intensiv mit dem Thema Nachhaltigkeit beschäftigen.

Die DUK gründet den Expertenkreis "Inklusive Bildung". Er soll die Umsetzung inklusiver Bildung bundesweit durch gemeinsame Initiativen vorantreiben. Inklusion soll allen Kindern eine qualitativ hochwertige Bildung ermöglichen, unabhängig von Lernbedürfnissen, Geschlecht oder Herkunft. Der Sprecherrat des Expertenkreises tagt erstmals am 13. Juli 2010 in Berlin.

Die Deutsche UNESCO-Kommission lädt am 16. September 2010 zum öffentlichen Symposium "Die Vielfalt macht's" in Bonn ein. Anlass ist das 30-jährige Jubiläum des Alternativen Nobelpreises. Sieben Preisträger stellen ihre Arbeit vor und diskutieren, warum Vielfalt sowohl in der Natur als auch in der Gesellschaft wichtig ist. Das Jahr 2010 ist das UN-Jahr der Biodiversität und zugleich das UN-Jahr der Annäherung der Kulturen.

Im September 2010 findet in Moskau die erste Weltkonferenz über frühkindliche Förderung und Erziehung statt. Sie steht unter dem Titel "Building the Wealth of Nations". Fast 1000 Experten der frühkindlichen Bildung sowie über 60 Minister und Vizeminister nehmen an der Konferenz teil.

2011

2011 ist das "Internationale Jahr der Chemie". Es soll darauf aufmerksam machen, wie die Chemie zu mehr Lebensqualität und zum Wohlstand heutiger und künftiger Generationen beiträgt. In Deutschland wird das Jahr der Chemie am 9. Februar 2011 in Berlin durch Bundeskanzlerin Angela Merkel eröffnet.

Die UNESCO nimmt im Mai 2011 das Benz-Patent von 1886 sowie die Dokumente zum Bau und Fall der Berliner Mauer und den Zwei-Plus-Vier-Vertrag von 1990 in das Register des Weltdokumentenerbes "Memory of the World" auf.

60-jähriges Jubiläum der deutschen Mitgliedschaft in der UNESCO: Seit 60 Jahren engagiert sich Deutschland in der UNESCO und ist heute drittgrößter Beitragszahler der UN-Organisation. Mit einem Empfang beim Bundespräsidenten und einem Festakt im Auswärtigen Amt wird die 60-jährige Mitarbeit in der UNESCO am 23. Juni 2011 in Berlin gefeiert. An der Feier nehmen Staatsministerin Cornelia Pieper und UNESCO-Generaldirektorin Irina Bokova teil.

Die 35. Tagung des UNESCO-Welterbekomitees im Juni 2011 ist für Deutschland außergewöhnlich erfolgreich: Das Fagus-Werk in Alfeld, die Alten Buchenwälder Deutschlands und die Prähistorischen Pfahlbauten um die Alpen, darunter Stätten in Bayern und Baden-Württemberg, werden in die Welterbeliste eingetragen.

Deutschland ist Gastgeber der UNESCO-Konferenz "Für das Leben, für die Zukunft" anlässlich des 40-jährigen Bestehens des UNESCO-Umweltprogramms "Der Mensch und die Biosphäre". An der Konferenz vom 27. bis 28. Juni 2011 in Radebeul bei Dresden nehmen rund 300 Teilnehmer aus über 70 Staaten teil und verabschieden die "Dresdner Erklärung". Sie ist ein Appell an die Politik, die Erfahrung der Biosphärenreservate für den Klimaschutz stärker zu nutzen.

2012

Die UNESCO feiert 2012 das 40-jährige Bestehen der Konvention zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt. Seit 1972 haben 190 Staaten die Konvention unterzeichnet. Auf der Welterbeliste stehen über 900 Kultur- und Naturstätten in mehr als 150 Ländern.

Im März 2012 erscheint der vierte UNESCO-Weltwasserbericht unter dem Titel "Wasserbewirtschaftung – Unsicherheiten und Risiken". Der Bericht warnt: Die weltweit steigende Nachfrage und die ungleiche Verteilung von Wasser könnten sich zu einer ernsthaften Krise ausweiten. Wassermanagement müsse stärker in die internationale Politik integriert werden.

Die UNESCO begeht am 30. April 2012 erstmals den Welttag des Jazz. Damit wird eine Musikform gewürdigt, die in mehr als 100 Jahren zu einer universellen Sprache für Freiheit, Individualität und Vielfalt geworden ist. Jazz verbindet Menschen über alle kulturellen Grenzen hinweg.

Im Juni 2012 wird das Bayreuther Opernhaus als Weltkulturerbe anerkannt. Das UNESCO-Welterbekomitee würdigt das Opernhaus als "einzigartiges Monument der europäischen Fest- und Musikkultur des Barock".

Im November 2012 wird der Verein Internet-ABC mit dem King-Hamad-bin-Isa-Al-Khalifa-Preis ausgezeichnet. Der UNESCO-Preis würdigt den vorbildlichen Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien in der Bildung. Die Auszeichnung wird damit erstmals an eine deutsche Einrichtung verliehen.

 

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